12.07.2016 - Rosenheim

Bewerberlücke bleibt auf Rekordniveau

Team Of Engineers Having Discussion In Factory

Rosenheim – Die Betriebe in der Region Rosenheim haben weiterhin große Mühe, genügend Azubis zu finden. Bereits zwei Monate vor Beginn des Ausbildungsjahrs ist absehbar, dass in den Unternehmen im Landkreis rund 100 Lehrstellen unbesetzt bleiben.

Noch rund 760 freie Lehrstellen in der Region Rosenheim / Große Hürden für Flüchtlinge‎

Rosenheim – Die Betriebe in der Region Rosenheim haben weiterhin große Mühe, genügend Azubis zu finden. Bereits zwei Monate vor Beginn des Ausbildungsjahrs ist absehbar, dass in den Unternehmen im Landkreis rund 100 Lehrstellen unbesetzt bleiben. Momentan sind in der Stadt und im Landkreis Rosenheim noch 765 Lehrstellen frei. Gleichzeitig gibt es aber nur noch 673 unversorgte Bewerber, wie aus der Statistik der Arbeitsagentur hervorgeht

‎„Die Chancen, mit einer Lehre im Berufsleben durchzustarten, sind so gut wie noch nie“, ‎wirbt Andreas Bensegger, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Rosenheim, für die betriebliche Ausbildung. Angesichts der ‎guten Wirtschaftslage und des drohenden ‎Fachkräftemangels ‎sei die Ausbildungsbereit‎schaft der Unternehmen ungebrochen hoch, doch es fehlten immer häufiger die Bewer‎ber, sagt Bensegger. Grund dafür sind vor allem die sinkenden Schulabgängerzahlen und der ‎Trend zum ‎Studium. Zusätzlich verhinderten nach wie vor Rechtsunsicherheit und büro‎kratische Hürden ‎die Besetzung von freien Lehrstellen mit Flüchtlingen.‎

Der Bewerbermangel geht dabei quer durch alle Branchen. Während in der Stadt vor allem im gewerblich-technischen Bereich noch zahlreiche Ausbildungsstellen offen sind, suchen im Landkreis vor allem Handel sowie Gastronomie und Hotellerie weiter nach Lehrlingen. „Der Fachkräfte-Aderlass in der Berufsausbildung muss dringend gestoppt und die zunehmende Akademisierung auf den Prüfstand gestellt werden“, appelliert der Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses.

Außerdem fordert Bensegger die verlässliche und schnelle Umsetzung des ‎‎„3+2“-Modells für ‎junge Flüchtlinge, wie es auf Vorschlag des BIHK im neuen Integrationsgesetz festgelegt ‎wurde. Danach dürfen Asylbewerber, die eine Lehre aufnehmen, ‎in den drei Jahren der ‎Berufsausbildung sowie in den folgenden zwei Jahren zum Sammeln ‎von ‎Berufserfahrung nicht abgeschoben werden.

In vier ‎Berufsintegrationsklassen in der Stadt Rosenheim und in zwölf Klassen an der ‎Berufsschule Wasserburg am Inn werden außerdem mehr als 200 ‎jugendliche ‎Asylbewerber auf ‎das ‎Berufsleben vorbereitet. „Viele Unternehmen sehen in diesem Personenkreis Potenzial für ihre freien Ausbildungsplätze, aber Einstellungen scheitern häufig an der mangelnden Planungssicherheit und den vielen bürokratischen Auflagen“, so Bensegger.

Insgesamt sind derzeit 824 IHK-zugehörige Unternehmen in der Region in der ‎Ausbildung aktiv und ‎stehen für fast 60 Prozent aller ‎Ausbildungsverhältnisse.