30.11.2017 - Rosenheim

Bensegger: „Mitarbeiter für Cybercrime-Gefahren sensibilisieren“

IT-Sicherheit und Datenschutz müssen im Betrieb Chefsache sein: Zu dieser Schlussfolgerung kamen die Mitglieder des IHK-Regionalausschusses Rosenheim bei ihrer Sitzung im Bräustüberl der Brauerei Flötzinger. Täglich werden ca. 30 Milliarden Spam-Mails versendet, hinzu kommen rund 300.000 neue Viren pro Tag, erklärt Witgar Neumaier vom Fachkommissariat 11 – Cybercrime des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd.

Neue Datenschutz-Grundverordnung tritt kommenden Mai in Kraft

Der Experte warnte die Unternehmer vor der Zunahme von „CEO-Frauds“, bei denen gefälschte Mails mit der Aufforderung zur Überweisung hoher Geldbeträge im Namen der Geschäftsführer an die Mitarbeiter versendet werden. Gefährdet sind Unternehmen ebenfalls durch Erpressungssoftware. „Seit 2016 haben Betriebe in den Landkreisen Rosenheim und Miesbach über 40 Fälle angezeigt, bei dem Verschlüsselungstrojaner den Zugriff auf Firmendaten gesperrt hatten“, so Neumaier. Auf Erpressungsversuche solle aber nicht eingegangen werden.

Andreas Bensegger, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses, appelliert deshalb an die Wirtschaft im Landkreis: „Selbst wenn keine wirtschaftlichen Schäden entstehen, sollen alle Betrugsversuche bei der Polizei angezeigt werden. IT-Sicherheit verdient in unseren Betrieben höchste Priorität. Gegen Cybercrime helfen nicht nur eine technische Infrastruktur, sondern vor allem sensibilisierte und aufgeklärte Mitarbeiter. Der Faktor Mensch ist ausschlaggebend“, so der Rosenheimer Unternehmer. Horst Nadjafi, Geschäftsführer der msecure GmbH, ergänzt: „Als Unternehmer sind wir Vorbilder und müssen korrektes Verhalten und Datenschutz gegenüber unseren Mitarbeitern vorleben“.

Bensegger erinnerte außerdem an die neue Datenschutz-Grundverordnung, die ab Mai kommenden Jahres in Kraft tritt. Unternehmen werden unter anderem dazu verpflichtet, Datenpannen zu melden und Geschädigte zu informieren. Andernfalls können empfindliche Geldstrafen drohen. Andreas Stürzl, IT-Experte und Geschäftsführer von Interaktiv EDV empfiehlt in seinem Vortrag deshalb auch kleinen und mittleren Betrieben einen Datenschutz- und IT-Audit gegen mögliche Sicherheitslücken.

Abschließend informierte Bensegger über personelle Änderungen im IHK-Regionalausschuss: Auerbräu-Geschäftsführer Ferdinand Steinacher verlässt das Gremium, für ihn rückt Dr. Helmut Schwarz, Werkleiter bei der Krones AG, nach.