10.11.2017 - Traunstein

54 Azubis aus Fluchtherkunfsländern arbeiten in Traunsteiner Unternehmen

Derzeit absolvieren 54 junge Erwachsene aus Fluchtherkunftsländern eine Ausbildung bei IHK-Betrieben im Landkreis Traunstein, 31 von ihnen haben die Lehre zum Start des neuen Ausbildungsjahres im September begonnen. Das geht aus der aktuellen Statistik der IHK für München und Oberbayern hervor. Die meisten Azubis aus Fluchtherkunftsländern kommen aus Afghanistan (28), Syrien (7) sowie Eritrea und Irak (jeweils 3).

IHK-Integrationsberaterinnen Rausch und Gutzeit: „Beratungsbedarf bei Unternehmen nimmt zu“

IHK-Mitgliedsunternehmen, die Geflüchtete in Ausbildung übernehmen möchten, können sich seit über einem Jahr zur Beratung an ein eigenes Integrationsteam der IHK wenden. Unternehmen im Raum Traunstein unterstützen die beiden Integrationsberaterinnen Stefanie Gutzeit und Marie-Cathérine Rausch. Sie beraten zu allen praktischen, rechtlichen und interkulturellen Fragen, aber auch zu Anerkennungsverfahren sowie Förder- und Begleitmöglichkeiten.

„Der Bedarf nach kompetenter Beratung rund um das Thema Integration hat bei den Unternehmen zugenommen. Aufklärungsarbeit müssen wir auch bei den Geflüchteten selbst leisten, die zwar grundsätzlich sehr motiviert sind, aber oftmals zu wenig oder falsche Vorstellungen über den deutschen Arbeitsmarkt haben“, fasst Gutzeit ihre bisherigen Erfahrungen zusammen. Die Nachfrage der Unternehmen nach qualifizierter Beratung, so Rausch, habe in den letzten Monaten spürbar zugenommen. Das IHK-Integrationsteam wurde im Rahmen des Integrationspakts Bayern, den die bayerische Staatsregierung 2015 mit der Wirtschaft in Freistaat geschlossen hatte, aufgebaut.

Schwerpunkte in den Beratungsgesprächen mit den Betrieben sind die rechtlichen Aspekte zur so genannten „3 plus 2 Regelung“ und zum Arbeitsmarktzugang. Weitere häufige Herausforderungen sind vor allem im ländlichen Bereich Sprachförderangebote und Nachhilfemöglichkeiten.

Im Sinne einer bürokratischen Entlastung für Betriebe, Geflüchtete und Berufsschulen fordert die IHK eine Stichtagsregelung. Allen Flüchtlingen, die sich bereits in Deutschland befinden sowie beruflich qualifiziert oder in einer Ausbildung sind, soll ein gesicherter Aufenthalt über das Zuwanderungsgesetz ermöglicht werden, ohne einer vorherigen Rückkehr in ihr Heimatland.

Nikolaus Binder, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Traunstein, ist überzeugt: „Trotz aller Herausforderungen ist und bleibt die Integration eine große Chance für die Betriebe, neue Mitarbeiter zu finden. Gleichzeitig beteiligen sie sich an einer sehr dringlichen gesamtgesellschaftlichen Aufgabe“. Die Unternehmen im Regionalausschuss sind realistisch: „Weder gelingt Integration von heute auf morgen, noch können fehlende Fachkräfte allein durch Flüchtlinge kompensiert werden“.

Unternehmen aus dem Landkreis, die an einer Beratung interessiert sind, erreichen Stefanie Gutzeit telefonisch unter (089) 5116-2056 oder per Email an gutzeit@muenchen.ihk.de sowie Marie-Cathérine Rausch unter (089) 5116-2055 oder per Email an rausch@muenchen.ihk.de. Für die Auswertung der Statistik wurden unter anderem die Nationalitäten der Haupt-Fluchtherkunftsländer laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) analysiert. Der Aufenthaltsstatus der Auszubildenden wurde dabei von der IHK nicht erfasst.

Marie-Cathérine Rausch

IHK-Integrationsberaterin

(089) 5116-2055

rausch@muenchen.ihk.de

Stefanie Gutzeit

IHK-Integrationsberaterin

(089) 5116-2056

gutzeit@muenchen.ihk.de