27.10.2017 - Traunstein

Gewerbeflächen im Landkreis: Unternehmen brauchen Durchhaltevermögen

Sehr gute Rahmenbedingungen, aber noch mit Luft nach oben: Dieses Fazit zum Landkreis als Wirtschaftsstandort zog der IHK-Regionalausschuss Traunstein in seiner jüngsten Sitzung bei der Firma Kreiller, an der auch IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen und Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel teilgenommen haben.

IHK-Regionalausschuss tauscht sich mit Regionalmanagement aus

Welche Stellung Traunstein innerhalb Oberbayerns hat, erläuterte Dr. Birgit Seeholzer, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft. „Unser Landkreis steht nicht in Konkurrenz mit den Nachbarkreisen. Wir sehen uns stattdessen als ländlicher Raum im Spannungsfeld zwischen den beiden Zentren München und Salzburg“. In vielen Indikatoren schlägt Traunstein den bayerischen Durchschnitt – allerdings kann laut Seeholzer der Standortbedarf für innovative Unternehmen vielfach nicht in absehbarer Zeit erfüllt werden.

IHK-Standortexperte Andreas Fritzsche bestätigt die Einschätzung. Insgesamt hat das Gewerbeflächenpotential laut den Angaben der Kommunen im IHK-Standortportal Bayern zwischen 2011 und 2016 um fast zwölf Prozent auf 60 Hektar abgenommen. Dieses Angebot ist im Landkreis mit 0,9 Hektar pro 1.000 Sozialversicherungsbeschäftigte zwar geringfügig höher als im oberbayerischen Durchschnitt, es liegt aber deutlich unter dem bayerischen Wert von 2,1 Hektar. Doch selbst wenn es verfügbare Flächen gibt, muss oft noch ein langwieriges Bebauungsplanverfahren gemeistert werden, erklärten einige der anwesenden Unternehmer. „Wer expandiert oder sich neu niederlassen möchte, braucht viel Durchhaltevermögen“, fasst Ausschuss-Vorsitzender Nikolaus Binder die Diskussion zusammen.

Zu einem starken Standort gehört zudem eine gute Breitband- und Mobilfunkinfrastruktur, machte IHK-Chef Peter Driessen deutlich. „Insbesondere beim Mobilfunk muss die Politik zunächst noch für ein flächendeckendes 3G-Netz und LTE sorgen – das ist im ländlichen Raum leider weiterhin nicht überall der Fall. Erst dann soll man auch über 5G sprechen“.

Gleich zwei Persönlichkeiten aus der regionalen Wirtschaft konnte Nikolaus Binder im Rahmen der Sitzung beglückwünschen. Beatrice Kress, Geschäftsführerin der Firma Bergader in Waging am See, hat mit ihrem Unternehmen den Preis "Bayerns Best 50" des Wirtschaftsministeriums gewonnen. Zum neuen Handelsrichter am Landesgericht Traunstein wurde Thomas Gattermann, Geschäftsführer von Geyer Holz aus Stein an der Traun, ernannt.