10.08.2017 - Traunstein

Kommunen im Landkreis Traunstein verzeichnen weniger Gewerbesteuereinnahmen

Die Gemeinden im Landkreis haben im vergangenen Jahr einen Rückgang der Gewerbesteuereinnahmen verzeichnet. Insgesamt kassierten die Kommunen 2016 103,7 Millionen Euro, das ist ein Minus von 8,3 Prozent gegenüber 2015. Mit knapp über 51 Prozent entfällt über die Hälfte aller kommunalen Steuereinnahmen auf die Gewerbesteuer.

Durchschnittlicher Gewerbesteuer-Hebesatz liegt bei 344 Prozent

Wenig Veränderung gab es laut den Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Statistik hingegen bei den Hebesätzen: Nur eine Gemeinde hat den Wert erhöht. Im IHK-Regionalausschuss Traunstein warnt man trotzdem vor weiteren Anpassungen nach oben.

Wie das Gremium betont, hat der durchschnittliche Hebesatz im Landkreis über die letzten zehn Jahre um vier Punkte zugelegt. Der aktuelle Durchschnittswert von 344 Prozent liegt somit knapp oberhalb dem Niveau in Oberbayern (333 Prozent) und Bayern (338 Prozent), jedoch weiterhin deutlich unter dem bundesweiten Durchschnittwert (2015: 397 Prozent). „Diesen Standortvorteil dürfen unsere Kommunen nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Bei den Gewerbesteuern ist Augenmaß gefragt – ein niedrigerer Hebesatz lässt den Betrieben mehr Luft zum Atmen und Investieren“, erklärt Nikolaus Binder, Vorsitzender des Regionalausschusses. Die Unternehmer kritisieren außerdem, dass durch Hinzurechnungen bei der Gewerbesteuer nicht nur Gewinne besteuert würden, sondern auch Kosten, wie Zinsen, Mieten oder Leasingraten, und damit die Substanz der Betriebe.

Spitzenreiter beim Gewerbesteuerhebesatz blieben 2016 die Gemeinden Grassau, Inzell, Reit im Winkl und Surberg mit jeweils 380 Prozent. Den niedrigsten Hebesatz verzeichneten Kirchanschöring und Palling mit 310 Prozent, gefolgt von Engelsberg, Petting und Tacherting mit 320 Prozent. Die IHK-Broschüre „Gewerbesteuer in Oberbayern“ mit rechtlichen Grundlagen und allen oberbayerischen Hebesätzen ist unter www.ihk-muenchen.de/gewerbesteuer verfügbar.