27.10.2016 - Altötting-Mühldorf

Obermeier-Osl: „Engagement der Unternehmer wichtiger denn je“‎

Wirtschaftsempfang Burgkirchen 2016
© Foto: Schwarz / Alt- Neuöttinger Anzeiger

Über 600 Teilnehmer, ein bewegender Gastvortrag und spannende Gespräche: Der Wirtschaftsempfang des IHK Regionalausschusses Altötting-Mühldorf, der Kreis-Handwerkskammer und der beiden Landkreise war auch in diesem Jahr ein voller Erfolg. Nahostexperte Michael Lüders sorgte mit seinem Vortrag „Wer den Wind sät - was die westliche Politik im Orient anrichtet“ für lebhafte Diskussionen im Burgkirchner Bürgerzentrum.

Wirtschaftsempfang der Region Altötting - Mühldorf

Landrat Erwin Schneider stimmte die Gäste auf den Vortrag von Lüders ein und erklärte, weshalb man dieses heikle Thema für diesen Abend wählte. Man wolle eine Brücke schlagen zum ersten Wirtschaftsempfang, bei dem Peter Scholl-Latour über die explosive Lage im Nahen Osten sprach. Außerdem habe die Flüchtlingsfrage Europas Krise in einem Ausmaß verschärft , die keinem Bürger und Unternehmer gleichgültig sein könne.

Lüders machte klar, dass es so schnell kein Ende des Kriegs in Syrien und im Irak geben werde. Die Flüchtlingskrise werde weitergehen, militärisch sei der IS nicht zu besiegen, warnte er. Deutschland werde „todsicher“ Terroranschläge erleben.

Der Nahost-Experte prognostizierte das weiter sinkende Ansehen der politischen Institutionen Deutschlands und Europas. Russland ist seiner Einschätzung nach strategischer Gewinner des Chaos, das die US-Außenpolitik im Nahen Osten angerichtet habe.

Dass diese Entwicklung den oberbayerischen Unternehmen nicht gefallen kann, musste Lüders nicht eigens erwähnen. Er warnte das Publikum davor, auf die Vereinfacher zu hören, die derzeit EU-weit auf dem Vormarsch seien. „Es gibt keinen Weg zurück. Diese Probleme werden uns viele Jahre beschäftigen“, sagte Lüders.

Er hält der EU vor, der US-Außenpolitik blind vertraut zu haben, obwohl die Strategie der „Neocons“ in den USA verlässlich gescheitert sei: Demnach wird, wenn militärisch möglich, jedes Regime gestürzt, das sich nicht am Westen orientiert. Als „Big Bang“ des Nahen Ostens bezeichnete Lüders den Sturz Saddam Husseins 2003. Niemand habe eine Strategie für die Zeit nach Hussein gehabt.

Ingrid Obermeier-Osl, IHK-Vizepräsidentin und Vorsitzende des Regionalausschusses Altötting-Mühldorf, ist zufrieden mit der Entwicklung des Wirtschaftsempfangs: „Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen dieser Tage zeigen einmal mehr: Unser Engagement als Unternehmen ist wichtiger denn je. Der Wirtschaftsempfang ist deshalb die ideale Plattform, um gemeinsam mit Politik und anderen Entscheidern ins Gespräch zu kommen. Eine Erfolgsgeschichte, die wir auch in Zukunft fortschreiben werden.“

Foto: Neben Obermeier-Osl (2.v.li.) haben die beiden Landräte Erwin Schneider (Altötting) (2.v.re.), Georg Huber (Mühldorf) (re) sowie Franz Xaver Peteranderl, Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern (li), zum Wirtschaftsempfang eingeladen.