30.08.2016 - Altötting-Mühldorf

‎‎‎Weiterhin große Bewerberlücke im Landkreis Altötting

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Die Betriebe im Landkreis Altötting haben weiterhin große Mühe, genügend Azubis zu finden. Kurz vor Beginn des Ausbildungsjahrs am 1. September sind noch 240 Lehrstellen frei. Damit setzt sich die Bewerberlücke auch in diesem Jahr wieder fort.

‎240 freie Lehrstellen im Landkreis / über ein Viertel der Ausbildungsplätze unbesetzt

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der unbesetzten Stellen zwar um 2,8 Prozent gesunken, jedoch auch die Anzahl der gemeldeten Ausbildungsstellen um 4,1 Prozent, so die aktuellste Statistik der Arbeitsagentur. Insgesamt wollen die Unternehmen im Landkreis in diesem Jahr 842 Lehrlinge einstellen, somit sind vorerst 28 Prozent aller Ausbildungsplätze unbesetzt.

Ingrid Obermeier-Osl, IHK-Vizepräsidentin und Vorsitzende des IHK-Regional­ausschusses Altötting-Mühldorf, unterstreicht die Vorteile der Ausbildung. „Eine Ausbildung ist der beste Start in das Berufsleben. In der Vielfalt an unterschiedlichen Berufen finden die jungen Erwachsenen die richtigen Stellen, um individuelle Stärken und Interessen bestens einzusetzen und weiterzuentwickeln. Und mit einer erfolgreichen Lehre stehen alle Wege offen – auch ein Studium. Eltern können also stolz sein, wenn sich der Sohn oder die Tochter für eine Ausbildung entscheidet.“

Wichtig ist in jedem Fall, dass sich die Schüler intensiv mit dem persönlichen Berufswunsch beschäftigen. Denn gibt es in der Ausbildung Probleme, nennen in einer IHK-Umfrage 72 Prozent der Betriebe die unklaren Berufsvorstellungen der Schulabgänger als größtes Hindernis. Die Unternehmen bieten deswegen mehr Praktikumsplätze an und verbessern ihr Personalmarketing.

Insgesamt treten mit Beginn des Ausbildungsjahres 451 Jugendliche eine Lehre bei IHK-zugehörigen Unternehmen im Landkreis Altötting an, wie aus der Zwischenbilanz der IHK für München und Oberbayern mit Stand Ende August hervorgeht. Im Vergleich zum Vorjahr ist somit die Anzahl an Ausbildungsverträgen um 4,4 Prozent gesunken. Vor Jahresfrist meldete die IHK einen Rückgang von 7,1 Prozent.

Die Top 5 der IHK-Ausbildungsberufe im Landkreis Altötting sind Chemikant, Industriemechaniker, Kaufleute im Einzelhandel, Kaufleute für Büromanagement und Elektroniker für Automatisierungstechnik. Ein weiterer Grund für den Bewerberengpass sind laut Obermeier-Osl die stagnierenden Schulabgängerzahlen: Die Zahl der Absolventen der Mittelschulen (früher Hauptschulen) ist in Oberbayern seit 2005 um 28 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Abiturienten um 56 Prozent.

Insgesamt sind zurzeit 230 IHK-zugehörige Unternehmen im Landkreis in der ‎Ausbildung aktiv und ‎stehen für fast 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. ‎