Pressemeldung vom 14.02.2020 - Starnberg

Digitalisierung und Kommunikationstipps beim Wirtschaftsempfang

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© DAS_KRAFTBILD/Goran Gajanin

Der Starnberger Wirtschaftsempfang ist über die Jahre zu einer Tradition geworden und hat seinen festen Platz in den Kalendern von Politikern und Unternehmern aus dem Landkreis. Rund 180 Gäste folgten der Einladung von Martin Eickelschulte, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Starnberg, in die Schlossberghallen in der Kreisstadt. Neben dem persönlichen Austausch von Politik und heimischer Wirtschaft ging es in den Vorträgen um die anstehende Kommunalwahl, den Corona-Virus, den Stand der Digitalisierung in Bayern und wie man richtig miteinander kommuniziert – in der Firma und der Familie.

Eickelschulte: „Politiker, Unternehmer und Bürger sitzen in einem Boot“

In seinen Begrüßungsworten betonte Eickelschulte als Gastgeber, wie wichtig der Austausch und Dialog zwischen Politik und Wirtschaft sei. „Politiker, Unternehmer und Bürger sitzen in einem Boot.“ Die Betriebe erwirtschafteten die Gewerbesteuer, die die Kommunen ausgeben und die Bürger seien die Profiteure davon. Kurz vor den Kommunalwahlen nutze Eickelschulte die Anwesenheit zahlreicher Lokalpolitiker, um auf die Forderungen und Sorgen der heimischen Wirtschaft hinzuweisen. Zu viel Bürokratie, teilweise zu langsames Internet und Überlastung der S-Bahn seien ein Risiko für den Wirtschaftsstandort. Der Regionalausschuss sehe deswegen die neu- und wiedergewählten Lokalpolitiker in der Pflicht, den Landkreis fit für die Zukunft zu machen.

Klinik-Arzt zu Corona-Virus: „Überhaupt kein Anlass zur Sorge“

Angesichts der weltweiten Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus und der medialen Berichterstattung darüber stellte der Ärztliche Direktor des Klinikums Starnberg, Arnold Trupka, in einem kurzen Gastbeitrag klar: „Wir haben überhaupt keinen Anlass zur Sorge.“ Die Lage im Landkreis sei unter Kontrolle. „Wir sind gut vorbereitet“, sagte der Mediziner vor den Politikern und Unternehmern.

Wichtig sei die Hygiene und Händewaschen. Auch deswegen sollte beim Empfang auf Händeschütteln verzichtet und lieber ein freundlicher Blick zur Begrüßung ausgetauscht werden.Als ehrenamtlich für die IHK aktiver Unternehmer berichtete Ingo Schwarz über den Stand der deutschen Wirtschaftspolitik und neue Regelungen der EU, die auch die Betriebe im Landkreis betreffen werden. Das Mitglied des Regionalausschusses informierte über neue Datenschutz-Regeln und das umstrittene Sustainable Finance, das nach Plänen der EU die Finanzierung von nachhaltigen Wirtschaftsbranchen fördern soll, aber aus Sicht der Wirtschaft zu großen Schwierigkeiten führen könne.

Einen Einblick in die Digitalpolitik der Staatsregierung gab Rolf Bommer vom bayerischen Staatsministerium für Digitales. Der Spitzenbeamte zeigte eindrücklich, wie die Digitalisierung das Leben der Menschen weltweit verändert habe: Statt durch ein Kaufhaus zu bummeln, gingen die Menschen heutzutage ins Internet und bestellten die Produkte beispielsweise bei Amazon. Das Ministerium von Staatsministerin Judith Gerlach orchestriere die verschiedenen Bereiche und Aufgaben innerhalb der Landesregierung, wenn es um Digitalisierung gehe, erklärte Bommer den Zuhörern.

Als ein Beispiel für gelebte Digitalisierung in der Arbeitswelt nannte Bommer das High-Tech-Vorzeigeprojekt des Digitalministeriums mit der IHK München und Oberbayern: In einem Test werden Ausbildungszeugnisse digital ausgestellt und sollen somit fälschungssicher sein.

Kommunikationsexperte: Eltern-Kind-Gespräche ähnlich zur Arbeitswelt

Über die Hürden in der Kommunikation und im Gespräch – nicht nur online, sondern auch im persönlichen Arbeits- und Lebensalltag – klärte René Borbonus auf. Der Kommunikationsexperte zeigte anhand alltäglicher Anekdoten, wie schnell es zu Missverständnissen kommen kann und wie sehr die jeweiligen Rollen der Gesprächspartner die Unterhaltung bestimmen. Dabei warnte er vor komplizierten und langen Nebensatzkonstruktionen und zeigte Parallelen zwischen Eltern-Kind-Gesprächen mit Dialogen in der Arbeit auf. „Wir diskutieren zu viel“, stellte er fest.

Starnbergs IHK-Regionalausschussvorsitzender Martin Eickelschulte sprach von einem gelungenen Abend, „der gerade vor der Kommunalwahl den Austausch von Unternehmern und Politikern beförderte.“ Der Dialog dürfte niemals abbrechen.

Bildunterschrift (v.l.n.r.): Robert Obermeier (Leiter der IHK-Geschäftsstelle München), Ingo Schwarz (stellv. Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Starnberg), Anne Franke (Mdl, Bündnis90/Die Grünen), Ute Eiling-Hütig (Mdl, CSU), Martin Eickelschulte (Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Starnberg) und Michael Kießling (MdB, CSU)