21.10.2019 - Fürstenfeldbruck

Fliegerhorst Fürstenfeldbruck – künftiges Zuhause für tausende Brucker

© IHK

„Schon jetzt müssen wir uns Gedanken über die Zukunft des Fliegerhorsts machen, auch wenn wir erst in vier Jahren mit dem Abzug der Luftwaffe die Planungshoheit über unsere Flächen zurückgewinnen.“ Mit diesem Appell stieg Oberbürgermeister Erich Raff (CSU) direkt ins Thema der jüngsten Sitzung des IHK-Regionalausschusses im Brucker Rathaus ein.

IHK-Regionalausschuss tagt im Brucker Rathaus mit Vertretern der Stadt

Mit der zivilen Umwidmung des Fliegerhorsts wird Fürstenfeldbruck ab 2024 genau 178 Hektar an Fläche in seine Planungshoheit zurückgewinnen. Das entspricht der Größe von etwa 200 Fußballfeldern in dem insgesamt 600 Hektar großen Areal.

Angedacht sei, so Stadtbaurat Martin Kornacher, die Entwicklung eines neuen urbanen Raums im Schulterschluss mit den angrenzenden Gemeinden Maisach, Olching und Emmering. Auf Brucker Flur werde ein neues Stadtquartier für etwa 4.000 bis 6.000 Menschen entstehen. Die Stadt habe dabei eine gemischte Nutzung aus Wohnen und Arbeiten im Blick. So sollen neben Wohnungen und den notwendigen sozialen Einrichtungen etwa 1.500 bis 2.000 Arbeitsplätze angesiedelt werden vorzugsweise von technikaffinen Dienstleistungsunternehmen. Insbesondere deren Mitarbeiter habe die Stadt als künftige Bewohner im Blick, um neu entstehenden Verkehr möglichst gering zu halten, erläuterte Kornbacher. Gleichzeitig müsse der ÖPNV leistungsfähig ausgebaut werden. Der Stadtbaurat beschrieb die Idee einer Expressbuslinie zwischen den S-Bahn-Halten Gernlinden und Fürstenfeldbruck, die das Viertel quert. „Mit dem neuen Stadtquartier streben wir an, dass sich das Verhältnis zwischen berufstätigen Ein- und Auspendlern wieder ausbalanciert“, ergänzte Oberbürgermeister Raff.

Als besondere Herausforderung beschrieb Nadja Kripgans-Noisser, seit März dieses Jahres im Brucker Rathaus verantwortliche Konversionsmanagerin, nicht nur den Umgang mit den Naturflächen, die unter besonderem Schutz stehen, sondern auch mit den 82.000 Quadratmeter Bestandsflächen, die unter Denkmalschutz stehen, wie zum Beispiel dem Tower, dem Kilometerbau oder die Offiziersschule. Sie hofft auf Verhandlungsspielräume mit den zuständigen Behörden. Vorhandene Altlasten und Kampfmittelverdachtsflächen erfordern außerdem ein umfassendes Sanierungskonzept.

Bei der Planung des neuen Stadtviertels ist die Stadt Fürstenfeldbruck entschlossen, eng mit den Nachbargemeinden Maisach, Olching und Emmering zusammenzuarbeiten. „Genau dieses Ziel verfolgt die gemeinsame Arbeitsgemeinschaft“, erklärte Raff. Der Oberbürgermeister betonte die Notwendigkeit und Bereitschaft der Gemeinde, das Projekt in interkommunaler Zusammenarbeit zu stemmen. Bei einer Fläche dieses Ausmaßes müsse unbedingt über kommunale Grenzen hinausgedacht werden, so der Rathaus-Chef. Als nächsten Schritt benannte Raff die Auslobung eines städtebaulichen Ideenwettbewerbs. Im Planungsprozess der kommenden Jahre betrachtet er die IHK als wichtigen Netzwerkpartner. Michael Steinbauer, Vorsitzender des IHK-Regional­ausschusses, bekräftigte die Kooperationsbereitschaft des Ausschusses. „Die Entwicklung künftiger Gewerbeflächen und die Schaffung von neuem Wohnraum sind drängende Kernanliegen unserer Betriebe“, bekräftigte er. Steinbauer dankte Gastgeber Raff und den Vertretern aus dem Rathaus für ihre Informationen aus erster Hand.

Bildunterschrift: © IHK

Sitzung des IHK-Regionalausschusses Fürstenfeldbruck am 16.10.2019 im Fürstenfeldbrucker Rathaus, OB Erich Raff mit Michael Steinbauer, IHK-Ausschussvorsitzender (links im Bild) und Nadja Kripgans-Noisser