31.08.2018 - Fürstenfeldbruck

Über 320 Jugendliche starten Ausbildung in IHK-Berufen

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Mit Beginn September treten 324 Jugendliche und junge Erwachsene im Landkreis Fürstenfeldbruck eine Ausbildung in Berufen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen an. Das teilt die IHK für München und Oberbayern mit. Nach der vorläufigen Statistik zum Beginn des Ausbildungsjahres ist dies ein Minus von fast vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Das ist schade, denn angesichts des leergefegten Arbeitsmarktes setzen die Unternehmen zu Recht auf den selbst ausgebildeten Nachwuchs. Den Jugendlichen und ihren Ausbildungsbetrieben wünschen wir auf jeden Fall viel Erfolg auf dem bevorstehenden Weg“, sagt Michael Steinbauer, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Fürstenfeldbruck.

Steinbauer: „Betriebe nehmen noch kurzfristig Bewerbungen an“‎

Viele Betriebe haben aber auch heuer große Mühe, bis zum 1. September alle Lehrstellen zu besetzen. Für 344 freie Plätze gibt es aktuell nur 171 unversorgte Bewerber, wie aus der aktuellen Statistik der Arbeitsagentur hervorgeht, die auch Ausbildungsstellen und Bewerber im Handwerk und in den freien Berufen berücksichtigt. Die Zahl der gemeldeten Lehrstellen ist im Vergleich zum Vorjahr um 12,3 Prozent gesunken, die Zahl der gemeldeten Bewerber um fast sieben Prozent.

Steinbauer ermutigt deswegen bislang erfolglose Bewerber, auch weiter eine Chance zu suchen. „In praktisch allen Branchen nehmen Betriebe auch noch kurzfristig Bewerbungen an. Bis in den Oktober hinein kann man noch in die Ausbildung einsteigen“, so der Unternehmer. Die Top 5 der IHK-Ausbildungsberufe im Landkreis sind Einzelhandelskaufleute, Verkäufer, Fachinformatiker, Bankkaufleute, und Kaufleute für Büromanagement. Steinbauer verweist auch auf den neuen Beruf der E-Commerce-Kaufleute, es ist der erste vollständig digital ausgerichtete IHK-Ausbildungsberuf. Im Landkreis Fürstenfeldbruck gibt es dazu bisher zwei Azubis.

Zu den neuen Auszubildenden in Industrie, Handel und Dienstleistungen gehören auch 19 Personen aus fluchtwahrscheinlichen Herkunftsländern – das sind fast sechs Prozent aller neuen Ausbildungsverträge.

Steinbauer setzt sich für eine bessere Berufsorientierung an den Schulen ein: „Schüler und deren Eltern können zu Recht stolz sein, wenn sie sich für eine Lehre entscheiden. Denn eines steht fest: Besser als mit einer Ausbildung kann man nicht in das Berufsleben starten“. In einer Umfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK) sagen 75 Prozent derjenigen Betriebe, die Probleme in der Ausbildung haben, dass die unklaren Berufsvorstellungen der Schulabgänger ein Hindernis seien. Die Unternehmen bieten deswegen mehr Praktikumsplätze an und verbessern ihr Personalmarketing.

Insgesamt gibt es im Landkreis 310 IHK-zugehörige Ausbildungsbetriebe. Sie stehen ‎für knapp
60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Zahlreiche freie Lehrstellen mit sofortigem Ausbildungsbeginn sind unter IHK-Lehrstellenbörse zu finden.