12.07.2018 - Starnberg

Eickelschulte: „Bayern muss wieder mutiger werden“‎

Knapp drei Monate vor dem Wahltermin gewinnt die Landtagswahl für die Wirtschaft im Landkreis an Bedeutung. Aus diesem Grund hat der IHK-Regionalausschuss Starnberg gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft und dem Unternehmerverband Wirtschaftsförderung Landkreis Starnberg (UWS) die Direktkandidaten zum wirtschaftspolitischen Austausch eingeladen. Am Gespräch teilgenommen haben Dr. Ute Eiling-Hütig (CSU), Anne Franke (Grüne), Britta Hundesrügge (FDP), Christiane Kern (SPD) und Matthias Vilsmayer (Freie Wähler).

Starnberger Wirtschaft im Austausch mit den Landtagskandidaten

Zentrales Thema war der Fachkräftemangel. „Einen Königsweg dagegen gibt es nicht“, erklärt FDP-Kandidatin Hundesrügge und forderte deshalb, dass auch Geflüchtete, die bereits hier sind, arbeiten dürfen. Ähnlich sieht es Anne Franke von den Grünen, die sich für ein Einwanderungsgesetz einsetzt: „Es spricht nichts dagegen“. Beim Stichwort Integration kritisierte Kreishandwerksmeister Ludwig Ganseneder, dass Arbeitsgenehmigungen an Flüchtlinge nur sehr restriktiv vergeben werden. Die CSU-Landtagsabgeordnete Eiling-Hütig versicherte daraufhin, kritische Fälle gemeinsam mit den zuständigen Behörden zu besprechen.

SPD-Kandidatin Christiane Kern plädierte, dass insbesondere Müttern eine schnellere Rückkehr in den Beruf möglich gemacht werden müsste. „Wir können nicht auf deren Wissen verzichten, nur weil die Rahmenbedingungen für eine Rückkehr an den Arbeitsplatz nicht stimmen“, so Kern. Um dem Fachkräftemangel entgegenzutreten fordert Manfred Herz von der Mittelstandsunion, dass Mitarbeiter auch nach dem gesetzlichen Rentenantrittsalter beschäftigt werden dürfen. Freie-Wähler-Kandidat Matthias Vilsmayer befürwortet deshalb höhere Freigrenzen, um die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer attraktiver zu machen. „Wir müssen an das Thema Renteneintritt deutlich liberaler herangehen als bisher“, erklärt hingegen Britta Hundesrügge von der FDP:

Bei der Bildungspolitik waren sich alle Kandidaten einig, die duale Ausbildung weiter zu stärken. „Wir müssen klar machen, dass unsere Wirtschaft ohne dem System der berufliche Ausbildung nicht funktioniert“, so Eiling-Hütig. Zur Sprache brachten die anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmer auch das Thema Bürokratie. Die Regularien seien viel zu hoch und würden die betrieblichen Abläufe ineffizienter machen, gab Thomas Vogl, Vorstand der VR-Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg, den Kandidaten mit auf den Weg.

Martin Eickelschulte, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses, war mit dem Dialog zwischen Politikern und Unternehmern sehr zufrieden. „Wir müssen in Bayern wieder mutiger werden. Gerade in Hinblick auf die Zukunft ist es wichtig, dass alte Zöpfe abgeschnitten werden, damit in Wirtschaft und Gesellschaft Neues entstehen kann“, so der Starnberger IT-Unternehmer.