30.05.2018 - Starnberg

Durststrecke für Gründer im Landkreis Starnberg geht weiter

Immer weniger Menschen im Landkreis Starnberg wollen ihr eigener Chef werden. Die Existenzgründerzahlen sind 2017 wie bereits in den Jahren davor gesunken, teilt die ‎IHK für München und Oberbayern mit. Insgesamt meldeten im vergangenen Jahr 1.266 Personen ein Gewerbe an, ein Minus von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In 1.174 Fällen handelte es sich dabei um Firmenneugründungen, ein Rückgang von 3,2 Prozent.

Gewerbeanmeldungen weiter rückläufig / Auch Betriebsnachfolger sind Mangelware‎

Die Betriebsübergaben an einen Nachfolger haben laut IHK-Angaben noch deutlicher nachgelassen und schrumpften um acht Prozent auf 92 Fälle. Die meisten Neugründungen gibt es bei Dienstleistungen (361) und im Handel (205), bei den Betriebsübernahmen liegt der Handel (24) und das Gastgewerbe (18) vorne.

Die IHK führt die Flaute in erster Linie auf die anhaltend gute Konjunktur zurück: „Der Arbeitsmarkt im Großraum München bietet Vollbeschäftigung“, sagt Martin Eickelschulte, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Starnberg. Damit sinke das Interesse an einer unternehmerischen Selbstständigkeit und den damit verbundenen Risiken. Positiv sieht die IHK dagegen den Trend zur besseren Vorbereitung einer Gründung, unter anderem durch Angebote wie die IHK-Gründermesse und Beratungen der Kammer. „Die Existenzgründer steigern so ihre Erfolgsaussichten, die dank der wirtschaftlichen Rahmendaten ohnehin so gut wie selten zuvor sind“, sagt Eickelschulte. Auch der Trend zur Gründung im Nebenerwerb zeige, dass die Gründer überlegter handeln. „So testen sie parallel zu einem bestehenden Arbeitsverhältnis, ob das angepeilte Geschäftsmodell überhaupt tragfähig ist“, erklärt der IHK-Vorsitzende.

Eickelschulte unterstreicht die Rolle der Existenzgründer für die Wirtschaft: „Start-Ups und neue Unternehmen sorgen für Innovationen und Dynamik. Sie sind damit das Fundament für zukünftige wirtschaftliche Erfolge. Auch alteingesessene Betriebe sind bedroht, wenn sich keine Nachfolger finden, die das unternehmerische Risiko von der vorhergehenden Generation übernehmen wollen.“ Die IHK-Gründerbilanz beruht auf Daten des Bayerischen Landesamts für Statistik.