18.05.2018 - Dachau - Ebersberg - Erding-Freising - Fürstenfeldbruck - Landkreis München - Landsberg - Starnberg

IHK-Forum diskutiert Zukunft der Mobilität in und um München ‎

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Wie kann die Region München künftig mobil bleiben? An welchen innovativen Verkehrskonzepten wird gearbeitet? Ist das autonome Fahren der Weisheit letzter Schluss und kann es den Verkehrsinfarkt verhindern? Beim jüngsten IHK-Forum der sieben IHK-Regionalausschüsse in der Region München drehte sich alles um die Zukunft der Mobilität. Immer mehr und bis weit in die benachbarten Landkreise stößt die Verkehrsinfrastruktur aufgrund von Wirtschaftsboom und wachsenden Einwohnerzahlen an ihre Grenzen. Laut Otto Heinz, Sprecher des IHK-Forums für die Region München, erfordere die für Privatpersonen wie auch den Wirtschaftsverkehr immer belastender werdende Situation auf den Straßen und im öffentlichen Nahverkehr dringend neue Denkansätze und innovative Konzepte.

Heinz: „Innovative Verkehrskonzepte erfordern neue Verhaltensmuster“‎

In welcher Form das autonome Fahren Teil der Lösung sein kann, stellte Kirstin Hegner, Geschäftsführerin des Digital Hub Mobility in der UnternehmerTUM, vor. Sie gab Einblicke in die Vorteile des fahrerlosen Fahrens wie beispielsweise weniger Staus durch Flottenfahrten von Lkws oder Zeit- und Sicherheitsgewinn für Privatpersonen. Gerade die um die Jahrtausendwende Geborenen würden ein verändertes Mobilitätsverhalten zeigen, zunehmend auf eigene Autos verzichten und könnten auf lange Sicht für neue Mobilitätskonzepte wie das autonome Fahren oder Shared Mobility as a Service gewonnen werden, so Hegner. „Wir müssen verstehen, dass urbaner Verkehr Menschen bewegen soll und nicht Autos. Der Fokus muss künftig darauf liegen, so viele Menschen wie möglich von A nach B zu bringen“, betonte die Expertin. Und sie gab zu bedenken: „Neue Technologien sind keine Allzweckwaffen gegen Stau und Umweltverschmutzung. Verbesserungen lassen sich nur mit Verhaltensveränderungen erreichen.“

Thomas Huber, Leiter für Innovative Verkehrskonzepte bei der DB Regio Bus, stellte Produktideen vom Carsharing-Schwarm über sogenannte Robo-Taxis bis hin zu fahrerlosen Kleinbussen vor, die auf die Individualisierung des öffentlichen Nahverkehrs abzielen. Erste Erfahrungen dazu sammelt die DB Regio Bus seit Oktober 2017 mit dem Pilotprojekt „Autonomer Kleinbus“ in Bad Birnbach. Dort bietet der Shuttle für maximal zwölf Personen eine öffentliche Anbindung an den außerhalb des Ortszentrums gelegenen Bahnhof. Bereits 6.500 Menschen haben ihn genutzt.

Über die Herausforderungen, die die Absicherung des autonomen Fahrens mit sich bringt, berichtete Wolfgang Mohr von der Ottobrunner IABG Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft. „Die Computer in den Fahrzeugen müssen lernen, genauso intuitiv wie Menschen zu handeln. Ob sich das autonome Fahren durchsetzen wird, steht und fällt mit seiner Sicherheit“, erläuterte Mohr.

Forumssprecher Heinz brachte es zum Abschluss des Abends auf den Punkt: „Sprechen wir über die Mobilität der Zukunft, dann kann in Ballungsräumen die Autofahrt im eigenen Pkw zwangsläufig nur noch eine Form von vielen akzeptierten und praktizierten Fortbewegungsmöglichkeiten sein. Mobil zu bleiben, ob privat, als Lieferant oder Unternehmer auf dem Weg zum Kundentermin verlangt von uns allen, dass wir unsere herkömmlichen Verhaltensmuster auf den Prüfstand stellen. Ohne das wird es nicht gehen.“