22.03.2018 - Starnberg

Eickelschulte: „Wirtschaft im Landkreis geht sorgsam und effizient mit Flächen um“‎

Der Landkreis Starnberg ist grün: Zu diesem Ergebnis kommt die IHK für München und Oberbayern nach Auswertung der Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Statistik. Wie Martin Eickelschulte, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Starnberg, erklärt, waren Ende 2016 85,5 Prozent der Fläche Natur oder wurden landwirtschaftlich genutzt. Lediglich 0,7 Prozent wurden von Gewerbe, Industrie, Handel oder Dienstleistungen beansprucht. „Die Wirtschaft geht sorgsam und effizient mit der Ressource Boden um“, stellt Eickelschulte fest.

IHK gegen Flächen-Obergrenze / 0,7 Prozent des Landkreises von Wirtschaft genutzt

Eine Obergrenze für Kommunen in der Flächenausweisung lehnt die IHK ab. „Mit einer künstlichen Verknappung der Flächen wird Wohnraum zwangsläufig noch teurer. Die Einschränkung der kommunalen Planungshoheit setzt zudem die unterschiedlichen Nutzungsarten wie Wohnen, Freizeit und Gewerbe unnötig in Konkurrenz zueinander. Wichtige Projekte bleiben dann zu Lasten der Bürger auf der Strecke“, befürchtet der Starnberger IT-Unternehmer. Stattdessen plädiert die Wirtschaft für mehr Effizienz in der Flächennutzung in Form vom Verdichtungen und der Revitalisierung von Brachflächen.

Die Kommunen fordert Eickelschulte zu Eine einer bessere n Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden ist laut Eickelschulte essentiellauf: „Kirchturmpolitik bringt uns nicht weiter – ein gemeindeübergreifendes Flächenmanagement hingegen schon.“ Positiv sei, dass es mit dem Standort Inning bereits heute eines der wenigen interkommunalen Gewerbegebiete Oberbayerns gibt. Ebenso lobt Eickelschulte, dass es für den Landkreis eine eigene Verkehrsmanagerin gibt, die auch dafür sorgt, dass die Gewerbegebiete in die ÖPNV-Fahrpläne integriert werden.

In der gewerblichen Nutzung sollten unter anderem auch interkommunale Gewerbegebiete mehr als bisher in Betracht gezogen werden. „Wenn der Bedarf da ist und die Bedingungen stimmen, müssen unsere 14 Kommunen auch in Zukunft flexibel auf die Wünsche und ‎Anforderungen der lokalen Unternehmen eingehen können. Über 70 Prozent des Landkreises sind Natur- oder Landschaftsschutzgebiete, die Entwicklungsmöglichkeiten sind also schon heute sehr beschränkt“, erklärt der IHK-Vorsitzende.

Eine wichtige Botschaft hat Eickelschulte auch für die Landespolitik: „Wir verlangen von allen ‎politischen Akteuren und Parteien eine ehrliche Diskussion. ‎Wer nur die vermeintlich flächenverschwenderische Wirtschaft ‎an den Pranger stellt und jegliche Entwicklung mit ‎Versiegelung und Betonflut gleichsetzt, führt die Bürger ‎bewusst in die Irre.‎“ Wie aus den Zahlen des Landesamtes für Statistik hervorgeht, hat sich der prozentuale Anteil von Gewerbe- und Industrie an der ‎Gebietsfläche im Landkreis Starnberg zwischen 2011 und 2015 ‎nicht verändert. Gleichzeitig hat das BIP seit 2010 um 19,6 Prozent zugelegt.

Flächennutzung im Landkreis Starnberg zum 31. Dezember 2016

  • Wald, ‎Wiesen, Felder, Landwirtschaft, Gebirge und Gewässer: 85,5 Prozent
  • Verkehrsflächen: 4,2 Prozent
  • Gemischte Nutzung (bsp. landwirtschaftliche Betriebsfläche) : 1,4 Prozent
  • Wohnen: 5,8 Prozent
  • Sport, Freizeit und Erholung (bsp. Sportplätze, Grünanlagen, Parks): 1,4 Prozent
  • Industrie und Gewerbe: 0,4 Prozent
  • Besondere funktionale Prägung (bsp. Schulen, Verwaltung, Burgen): 0,8 Prozent
  • Handel und Dienstleistungen: 0,3 Prozent
  • Ver- und Entsorgung, Halde (bsp. Wasserwerk, Photovoltaikanlagen, Kläranlage): 0,1 Prozent
  • Friedhöfe: 0,1 Prozent

Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik