10.11.2017 - Landkreis München

Im Landkreis München arbeiten 287 Azubis aus Fluchtherkunftsländern

Derzeit absolvieren 287 junge Erwachsene aus Fluchtherkunftsländern eine Ausbildung bei IHK-Betrieben im Landkreis München, 134 von ihnen haben die Lehre zum Start des neuen Ausbildungsjahres im September begonnen. Das geht aus der aktuellen Statistik der IHK für München und Oberbayern hervor. Die meisten Azubis aus Fluchtherkunftsländern kommen aus Afghanistan (60), Syrien (21) und Somalia (12).

IHK-Integrationsberaterin Rausch: „Beratungsbedarf bei Unternehmen nimmt zu“

IHK-Mitgliedsunternehmen, die Geflüchtete in Ausbildung übernehmen möchten, können sich seit über einem Jahr zur Beratung an ein eigenes Integrationsteam der IHK wenden. Unternehmen im Landkreis München unterstützt Integrationsberaterin Marie-Cathérine Rausch. Sie berät sie zu allen praktischen, rechtlichen und interkulturellen Fragen, aber auch zu Anerkennungsverfahren sowie Förder- und Begleitmöglichkeiten.

„Die Unternehmen sind grundsätzlich sehr aufgeschlossen, wenn es um die Integration geflüchteter Menschen in Ausbildung und Arbeit geht. Sowohl bei den Betrieben als auch bei den Geflüchteten gibt es jedoch große Unsicherheiten, vor allem aufgrund der vielen bürokratischen Hürden. Genau hier setzen wir als Berater mit unserer Expertise und unserem breiten Netzwerk an“, fasst Rausch ihre bisherigen Erfahrungen zusammen. Die Nachfrage der Unternehmen nach qualifizierter Beratung, so Rausch weiter, habe in den letzten Monaten spürbar zugenommen. Das IHK-Integrationsteam wurde im Rahmen des Integrationspakts Bayern, den die bayerische Staatsregierung 2015 mit der Wirtschaft in Freistaat geschlossen hatte, aufgebaut.

Schwerpunkte in den Beratungsgesprächen mit den Betrieben sind die rechtlichen Aspekte zur so genannten „3 plus 2 Regelung“ und zum Arbeitsmarktzugang. Weitere häufige Herausforderungen sind vor allem im ländlichen Bereich Sprachförderangebote und Nachhilfemöglichkeiten. Bei der „3 plus 2 Regelung“ dürfen sich Geflüchtete mit einem Ausbildungsvertrag für die Dauer der Ausbildung in Deutschland aufhalten sowie danach zwei weitere Jahre, wenn sie in einem Betrieb als Fachkraft beschäftigt sind.

Im Sinne einer bürokratischen Entlastung für Betriebe, Geflüchtete und Berufsschulen fordert die IHK eine Stichtagsregelung. Allen Flüchtlingen, die sich bereits in Deutschland befinden sowie beruflich qualifiziert oder in einer Ausbildung sind, soll ein gesicherter Aufenthalt über das Zuwanderungsgesetz ermöglicht werden, ohne einer vorherigen Rückkehr in ihr Heimatland.

Christoph Leicher, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses München (Landkreis), ist überzeugt: „Die Unternehmen sind realistisch: Weder gelingt Integration von heute auf morgen, noch können fehlende Fachkräfte allein durch Flüchtlinge kompensiert werden. Trotz aller Herausforderungen ist und bleibt die Integration eine große Chance für die Betriebe, die dringend benötigten neuen Mitarbeiter zu finden. Gleichzeitig beteiligen sie sich an einer sehr dringlichen gesamtgesellschaftlichen Aufgabe“.

Unternehmen aus dem Landkreis, die an einer Beratung interessiert sind, erreichen Marie-Cathérine Rausch telefonisch unter (089) 5116-2055 oder per Email an rausch@muenchen.ihk.de. Für die Auswertung der Statistik wurden unter anderem die Nationalitäten der Haupt-Fluchtherkunftsländer laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) analysiert. Der Aufenthaltsstatus der Auszubildenden wurde dabei von der IHK nicht erfasst.

Marie-Cathérine Rausch

IHK-Integrationsberaterin

(089) 5116-2055

rausch@muenchen.ihk.de