15.11.2017 - Starnberg

Starnberger Wirtschaft auf dem Weg in die Arbeitswelt von übermorgen

Wie wird die Arbeitswelt der Zukunft aussehen? Die Wirtschaft im Landkreis will sich in Zukunft verstärkt mit dieser Frage beschäftigen, wie der IHK-Regionalausschuss Starnberg in seiner Sitzung bei der Firma Torqeedo in Gilching beschlossen hat.

Eickelschulte: „Betriebliche Strukturen und Prozesse kritische hinterfragen“

„Als Unternehmer müssen wir unsere Strukturen und Prozesse immer wieder kritisch hinterfragen. Getrieben von der Digitalisierung verändert sich insbesondere die Gestaltung des Arbeitsalltages derzeit massiv. Aspekte wie Co-Working Spaces, innovatives Projektmanagement oder flexible Arbeitszeitmodelle rücken bei den Betrieben immer mehr in den Fokus“, stellt der Regionalausschuss-Vorsitzende Martin Eickelschulte fest. Zustimmung kam dabei vom neuen Bundestagsabgeordneten Michael Kießling, der ebenfalls an der Sitzung teilgenommen hat und über seine berufliche Erfahrung als Manager in einem Softwareunternehmen berichtet hat.

Kay Mantzel von Microsoft Deutschland stellte dem Regionalausschuss als Praxisbeispiel den Ansatz des IT-Unternehmens vor, bei der die Gestaltung der Arbeitsplätze eine große Rolle spielt. Je nach Bedürfnis können die Mitarbeiter in der neuen Microsoft-Zentrale zwischen vier verschiedenen Bereichen wählen, für die 1.900 Angestellten gibt es insgesamt nur 1.100 Plätze. „Die Anforderungen an einer zeitgemäßen Arbeitsorganisation nehmen spürbar zu“, so Mantzel.

Die wissenschaftliche Perspektive erklärte Dr. Norbert Huchler vom Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung (ISF) in München: „Die wirtschaftliche Realität ist zunehmend sprunghaft, unsicherer, komplexer und von einer Mehrdeutigkeit gekennzeichnet. Zusammen erschweren sie die Planbarkeit und Steuerung von Produktionsprozessen und der Arbeitsorganisation“.

„Patentrezepte bei der Arbeitsorganisation gibt es nicht“, berichtet Torqeedo-Geschäftsführer Dr. Christoph Ballin aus seiner Erfahrung. „Gleitzeit- oder Vertrauenszeitregelungen können beispielsweise für einen Betrieb eine praktikable Option sein, müssen es aber nicht“. Gemeinsam mit dem Unternehmerverband und der GfW Starnberg will sich der IHK-Regionalausschuss auf unterschiedlichen Veranstaltung und Formaten mit den Entwicklungen in der Arbeitswelt beschäftigen.