11.10.2017 - Fürstenfeldbruck

Standort Fürstenfeldbruck kommt beim Mittelstand sehr gut an

Was bewegt die Unternehmen im Landkreis? Diese Frage besprach der IHK-Regionalausschuss Fürstenfeldbruck gemeinsam mit dem Landrat Thomas Karmasin und der Wirtschaftsförderung des Landratsamtes. Handlungsbedarf sehen Politik und Wirtschaft insbesondere beim bezahlbaren Wohnraum.

IHK-Regionalausschuss im Gespräch mit Landrat Thomas Karmasin

Der Landrat zeigte sich dabei aufgeschlossen gegenüber den Bau von Mitarbeiterwohnungen: „Alleine wird die öffentliche Hand die Knappheit am Wohnungsmarkt nicht lösen können“, so Karmasin.

Insgesamt berichteten die Unternehmer von einer aktuell starken Auftragslage. Für den Mittelstand, so die Meinung im Regionalausschuss, gibt es im Landkreis sehr gute Rahmenbedingungen sowie eine überdurchschnittlich hohe Kaufkraft. Zu schaffen macht den Unternehmern branchenübergreifend allerdings der sich verschärfende Fachkräftemangel und die zunehmende Bürokratisierung. Gerhard Kohlfürst, stellvertretender Ausschussvorsitzender, nennt in diesem Zusammenhang die mangelnde Flexibilisierung der Arbeitszeiten. „Bei der wöchentlichen Arbeitszeit sollte eine flexible Aufteilung möglich sein – das kommt auch den Angestellten zu Gute. Hier muss die neue Regierung zeitnah nachbessern“.

Kritisch sehen die Unternehmer außerdem die unsichere Rechtslage bei der Beschäftigung von Geflüchteten. „Das haut nicht hin“, so ein Unternehmer. Wirtschaftsfördererin Barbara Magg erklärte sich deshalb bereit, eine weitere Infoveranstaltung zu diesem Thema im Landratsamt zu organisieren.

Zum Abschluss stellte Außenwirtschaftsexperte Philipp Axamit das neue IHK-Informationsportal „.dienstleistungskompass.eu“ vor. Die Seite richtet sich an alle Betriebe, die grenzüberschreitende Dienstleistungen anbieten und führt die Vorschriften der 15 wichtigsten europäischen Handelspartner im Detail auf. „Die umständlichen Anmeldeprozesse für entsandte Mitarbeiter, unterschiedliche Arbeits- und Sozialstandards sowie unklare Steuerregelungen erschweren das Geschäft besonders für kleine und mittlere Unternehmen. Der neue Dienstleistungskompass ist deshalb eine echte Hilfe “, erklärt Michael Steinbauer, Vorsitzender des Regionalausschusses.