11.08.2017 - Erding-Freising

Gemeinden verzeichnen starkes Einnahmenwachstum bei Gewerbesteuer

Die boomende Wirtschaft sorgt bei den Gemeinden im Landkreis Freising für wachsende Gewerbesteuereinnahmen. Insgesamt kassierten die Kommunen 2016 rund 128 Millionen Euro, ein Plus von 13,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit 51,3 Prozent entfällt die Hälfte aller kommunalen Steuereinnahmen auf die Gewerbesteuer. Keine Veränderung gab es laut den Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Statistik hingegen bei der Höhe der Hebesätze. Otto Heinz, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des Regionalausschusses Erding-Freising, warnt trotzdem vor Veränderungen nach oben.

Heinz: „Standortvorteil Gewerbesteuer nicht aufs Spiel setzen"

Wie der Moosburger Unternehmer betont, ist der durchschnittliche Hebesatz im Landkreis über die letzten zehn Jahre konstant geblieben. Der aktuelle Durchschnittswert von 334 Prozent liegt einen Punkt unter dem Wert von 2006 und befindet sich auf dem Niveau in Oberbayern (333 Prozent) und Bayern (338 Prozent) sowie deutlich unter dem bundesweiten Durchschnittwert (2015: 397 Prozent). „Diesen Standortvorteil dürfen unsere Kommunen nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Bei den Gewerbesteuern ist Augenmaß gefragt – ein niedrigerer Hebesatz lässt den Betrieben mehr Luft zum Atmen und Investieren“, erklärt Heinz. Der Regionalausschuss-Vorsitzende kritisiert außerdem, dass durch Hinzurechnungen bei der Gewerbesteuer nicht nur Gewinne besteuert würden, sondern auch Kosten, wie Zinsen, Mieten oder Leasingraten, und damit die Substanz der Betriebe.

Spitzenreiter beim Gewerbesteuerhebesatz blieben 2016 die beiden Städte Freising und Moosburg mit 380 Prozent, gefolgt von Mauern mit 360 Prozent. Am niedrigsten war der Hebesatz hingegen mit 295 Prozent in Hohenkammer, es folgten Nandlstadt und Wang mit 310 Prozent. Die IHK-Broschüre „Gewerbesteuer in Oberbayern“ mit rechtlichen Grundlagen und allen oberbayerischen Hebesätzen ist unter www.ihk-muenchen.de/gewerbesteuer verfügbar.