30.08.2019 - Altötting-Mühldorf

Landkreis Altötting: Neunjahreshoch bei Ausbildungsverträgen

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Zu Anfang September treten insgesamt 581 Jugendliche im Landkreis Altötting ihre Ausbildung in IHK-Berufen an, teilt die IHK für München und Oberbayern mit. Nach der vorläufigen Statistik zum Beginn des Ausbildungsjahres ist das der höchste Wert der vergangenen neun Jahre und ein Plus von 11,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Eine Ausbildung bedeutet beste Karrieremöglichkeiten. Ich bin sehr froh, dass diese Botschaft nun wieder stärker in den Köpfen der Schülerinnen und Schüler verankert ist. Den Jugendlichen und ihren Betrieben wünsche ich in jedem Fall viel Erfolg auf dem Weg bis zur Abschlussprüfung“, erklärt Ingrid Obermeier-Osl, IHK-Vizepräsidentin und Vorsitzende des Regionalausschusses Altötting-Mühldorf.

Rund 580 neue Azubis starten in die Ausbildung

Die Betriebe hätten mit großem Erfolg wieder alle Register gezogen, um Azubis zu gewinnen. „Bestes Beispiel ist der IHK-Bildungsexpress, der jedes Jahr Schüler, ihre Eltern und Ausbildungsbetriebe zusammenbringt. Das Format funktioniert sehr gut und kommt bei der Zielgruppe an“, so Obermeier-Osl und verweist auf die kommende Ausgabe des Bildungsexpress am 9. November.

Die Wirtschaft im Landkreis hatte wie in ganz Oberbayern auch heuer große Mühe, zum Beginn des Ausbildungsjahrs am 1. September alle Ausbildungsplätze zu besetzen. Mehr als ein Drittel der oberbayerischen Ausbildungsbetriebe klagten in einer aktuellen IHK-Umfrage darüber, dass sie nicht alle Ausbildungsplätze besetzen konnten, weil zumeist keine oder keine geeigneten Bewerbungen vorlagen.

Auch im Landkreis sind aktuell noch 252 Lehrstellen frei, wie aus der Statistik der Arbeitsagentur hervorgeht, die auch Lehrstellen im Handwerk und in den freien Berufen berücksichtigt. Demnach bleiben bislang rund 27 Prozent der seit Jahresbeginn gemeldeten Ausbildungsplätze unbesetzt. Die Zahl der verfügbaren Lehrstellen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 8,8 Prozent auf 928 Stellen. Obermeier-Osl ermutigt deswegen bislang erfolglose Bewerber, auch weiter ihre Chance zu suchen. „Wenn das Interesse für die Arbeit da ist und die Qualifikation passt, stellen viele Unternehmen auch zwischen September und Dezember noch Azubis ein. In praktisch allen Branchen wird noch gesucht, die jungen Leute können für ihre berufliche Bildung aus dem Vollen schöpfen“, so die Unternehmerin aus Schwindegg.

Die Top 5 der IHK-Ausbildungsberufe im Landkreis sind Chemiekanten, Einzelhandelskaufleute, Industriemechaniker, Verkäufer und Kaufleute für Büromanagement. Insgesamt absolvieren im Landkreis Jugendliche in 56 verschiedenen IHK-Berufen eine Lehre.

Auch zehn Geflüchtete gehören zu den neuen Auszubildenden in Industrie, Handel und Dienstleistungen. Insgesamt verzeichnet die IHK damit im Landkreis 41 Azubis aus fluchtwahrscheinlichen Herkunftsländern. „Die Integration kommt voran, auch wenn Sprachprobleme und stellenweise rechtliche Hürden nach wie vor große Stolpersteine sein können. Immer mehr Betriebe sehen in den Flüchtlingen zukünftiges Fachkräftepotenzial“, sagt Obermeier-Osl. Laut einer IHK-Umfrage geben mittlerweile fast die Hälfte der befragten Betriebe an, dass Flüchtlinge für eine Ausbildung im Unternehmen geeignet seien – vor einem Jahr sagte das erst ein knappes Drittel. Fast zwei Drittel der befragten Betriebe wollen in Zukunft Geflüchtete ausbilden oder beschäftigen.

Insgesamt gibt es im Landkreis aktuell 243 IHK-zugehörige Ausbildungsbetriebe. Sie stehen ‎für knapp 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Freie Lehrstellen mit sofortigem Ausbildungsbeginn sind noch unter www.ihk-lehrstellenboerse.de zu finden.