08.10.2018 - Altötting-Mühldorf

Landkreis Altötting: Gewerbesteuer bleibt für Kommunen wichtige Einnahmequelle ‎

Über 140 Millionen Euro an Brutto-Gewerbesteuereinnahmen konnten die Städte, Märkte und Gemeinden im Landkreis Altötting 2017 verbuchen, so die Auswertung des Bayerischen Landesamts für Statistik. Damit stand die Gewerbesteuer für fast 57 Prozent der kommunalen Steuereinnahmen. Im vergangenen Jahr erhöhte nur eine gewerbesteuerberechtigte Gemeinde ihren Hebesatz. Oberbayernweit war das bei 29 von insgesamt 500 Städten und Gemeinden der Fall. Nur vier Kommunen aus dem Regierungsbezirk nahmen eine Reduzierung vor.

Durchschnittlicher Hebesatz im Landkreis bei 330 Prozent

Ingrid Obermeier-Osl, IHK-Vizepräsidentin und Vorsitzende des Regionalausschusses Altötting-Mühldorf, appelliert an die Kommunen, sorgsam mit dieser Einnahmequelle umzugehen. „Die Steuer- und Abgabenlast ist für die Betriebe bereits sehr hoch. Hinzu kommt eine chronisch wachsende Bürokratie. Der sorgsame Umgang mit der Gewerbesteuer im Landkreis ist deshalb der richtige Weg“.

Mit 330 Prozent liegt der durchschnittliche Hebesatz im Landkreis derzeit unter dem Wert von ‎‎334 Prozent für Oberbayern. Bayernweit beträgt der Durchschnitt 339 Prozent, bundesweit sind es 364 Prozent. Laut Obermeier-Osl ‎hat die Höhe der Gewerbesteuer bei der Standortwahl eines Betriebes großen ‎Einfluss. Sie betont deshalb, dass die Hebesätze nicht Spielball kommunaler Eigeninteressen sein dürften. „Je enger das finanzielle Korsett für die Unternehmen geschnürt ist, desto weniger investieren die Betriebe. Darunter leidet auch die Innovationstätigkeit, was letztendlich zu Lasten des Standorts insgesamt geht“, so die IHK-Vizepräsidentin.

Spitzenreiter beim Gewerbesteuerhebesatz war 2017 die Gemeinde Perach mit 380 Prozent. Am niedrigsten war der Hebesatz mit 240 Prozent in Stammham. Die IHK-Broschüre „Gewerbesteuer in Oberbayern“ mit rechtlichen Grundlagen und allen oberbayerischen Hebesätzen ist unter www.ihk-muenchen.de/gewerbesteuer verfügbar.