31.08.2018 - Altötting-Mühldorf

Fast 400 Jugendliche beginnen Ausbildung in IHK-Berufen

Mit Beginn im September treten 393 Jugendliche und junge Erwachsene im Landkreis Mühldorf eine Ausbildung in Berufen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen an. Das teilt die IHK für München und Oberbayern mit. Nach der vorläufigen Statistik zum Beginn des Ausbildungsjahres ist dies ein Plus von über 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Das ist eine sehr gute Nachricht, unsere Unternehmen können mit starkem Rückenwind in das neue Ausbildungsjahr starten. Den Jugendlichen und ihren Ausbildern wünschen wir viel Erfolg auf dem bevorstehenden Weg“, sagt Ingrid Obermeier-Osl, IHK-Vizepräsidentin und Vorsitzende des Regionalausschusses Altötting-Mühldorf.

Obermeier-Osl: „Unternehmen starten mit Rückenwind in das Ausbildungsjahr“‎

Viele Betriebe haben aber auch heuer große Mühe, bis zum 1. September alle Lehrstellen zu besetzen. Für 220 freie Plätze gibt es aktuell nur 102 unversorgte Bewerber, wie aus der Statistik der Arbeitsagentur hervorgeht, die auch Ausbildungsstelle und Bewerber im Handwerk und in den freien Berufen berücksichtigt. Die Zahl der gemeldeten Lehrstellen ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken (-1,4 Prozent), die Anzahl der Bewerber hat hingegen um 5,4 Prozent zugelegt.

Obermeier-Osl ermutigt deswegen bislang erfolglose Bewerber, auch weiter eine Chance zu suchen. „In praktisch allen Branchen nehmen Betriebe auch noch kurzfristig Bewerbungen an. Bis in den Oktober hinein kann man noch in die Ausbildung einsteigen“, so die Unternehmerin aus Schwindegg. Die Top 5 der IHK-Ausbildungsberufe im Landkreis Mühldorf sind Industriekaufleute, Industriemechaniker, Kaufleute im Groß- und Außenhandel (FR Großhandel), Kaufleute für Büromanagement und Verkäufer.

Auch acht Personen aus fluchtwahrscheinlichen Herkunftsländern gehören zu den neuen Auszubildenden in Industrie, Handel und Dienstleistungen. Insgesamt sind damit im Landkreis 34 Geflüchtete in Ausbildung

Obermeier-Osl setzt sich für eine bessere Berufsorientierung an den Schulen ein. „Schüler und deren Eltern können zu Recht stolz sein, wenn sie sich für eine Lehre entscheiden. Denn eines steht fest: Besser als mit einer Ausbildung kann man nicht in das Berufsleben starten“, erklärt die Unternehmerin. In einer Umfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK) sagen 75 Prozent derjenigen Betriebe, die Probleme in der Ausbildung haben, dass die unklaren Berufsvorstellungen der Schulabgänger ein Hindernis seien. Die Unternehmen bieten deswegen mehr Praktikumsplätze an und verbessern ihr Personalmarketing.

Insgesamt gibt es im Landkreis 233 IHK-zugehörige Ausbildungsbetriebe. Sie stehen ‎für knapp 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Zahlreiche freie Lehrstellen mit sofortigem Ausbildungsbeginn sind unter IHK-Lehrstellenbörse zu finden.