30.05.2018 - Altötting-Mühldorf

Landkreis Altötting: Mehr Betriebsübernahmen, weniger Neugründungen

Nach dem Plus 2016 wollten im vergangenen Jahr wieder weniger Menschen im Landkreis Altötting ihr eigener Chef werden. Wie die ‎IHK für München und Oberbayern mitteilt, meldeten im vergangenen Jahr insgesamt 719 Personen ein Gewerbe an, ein Minus von fast acht Prozent gegenüber 2016. Grund dafür sind die Firmenneugründungen, die um 10,3 Prozent auf 627 Fälle gesunken sind.

IHK präsentiert Gründungsbilanz für den Landkreis

Die Betriebsübernahmen haben hingegen merklich um 12,2 Prozent auf 92 Fälle zugelegt. Die meisten Neugründungen gibt es im Handel (150) und bei Dienstleistungen (127), bei den Betriebsübernahmen liegt das Gastgewerbe (33) und der Handel (16) vorne.

Ausschlaggebend für die weiterhin niedrige Gründungsdynamik ist laut IHK die Konjunktur: „Der Arbeitsmarkt in Südostoberbayern bietet Vollbeschäftigung. Erfahrungsgemäß sinkt damit das Interesse an einer unternehmerischen Selbstständigkeit und den damit verbundenen Risiken“, sagt Ingrid Obermeier-Osl, IHK-Vizepräsidentin und Vorsitzende des Regionalausschusses Altötting-Mühldorf. Gerade das Plus bei den Betriebsübernahmen sei aber ein gutes Signal. „Alteingesessene Betriebe sind ebenfalls bedroht, wenn sich keine Nachfolger finden, die das unternehmerische Risiko von der vorhergehenden Generation übernehmen wollen. Anlässlich des bundesweiten Aktionstages zur Unternehmensnachfolge am 21. Juni organisiert deshalb auch die IHK-Geschäftsstelle Mühldorf in Erharting eine Informationsveranstaltung. Ein Pflichttermin für alle Unternehmerinnen und Unternehmer, die selbst eine Übergabe planen wollen“, informiert die Unternehmerin aus Schwindegg.

„Dank der wirtschaftlichen Rahmendaten sind die Erfolgsaussichten für Jungunternehmer so gut wie selten zuvor“, ist Obermeier-Osl überzeugt. Auch der Trend zur Gründung im Nebenerwerb zeige, dass die Gründer überlegter handeln. „So testen sie parallel zu einem bestehenden Arbeitsverhältnis, ob das angepeilte Geschäftsmodell überhaupt tragfähig ist“, erklärt die IHK-Vizepräsidentin. Die IHK-Gründerbilanz beruht auf Daten des Bayerischen Landesamts für Statistik.