06.07.2017 - Ingolstadt

Bezahlbarer Wohnraum für alle Einkommen dringend benötigt

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Bezahlbarer Wohnraum für alle Einkommensgruppen – diesem Dauerbrenner widmete sich der IHK-Regionalausschuss Ingolstadt auf seiner jüngsten Sitzung. „Wollen wir unseren Standort sichern, brauchen wir Fachkräfte. Neue Fachkräfte gewinnen wir nur, wenn wir beim Thema Wohnbau Zeichen setzen und für alle Einkommensgruppen – einschließlich Auszubildender und Studenten – konkrete Projekte in Angriff nehmen“, betonte Fritz Peters, Vorsitzender des Regionalausschusses Ingolstadt, gleich zu Beginn der Sitzung.

Peters: „Kooperationsprojekte wie das GreenHouse sind wegweisend“‎

Welche Lösungsansätze es zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum gibt, stellte Martin Drognitz, Leiter des Referats Mittelstand, Handel, Tourismus und Dienstleistungen bei der IHK für München und Oberbayern, vor. Ob Optimierung der politischen Rahmen­bedingungen, Mobilisierung von Baugrundstücken zum Beispiel auf Basis einer Flächenpotenzialanalyse, das Senken der Baukosten, die Beschleunigung von Bauprojekten dank schnellerer Genehmigungsverfahren oder neue Vorgehens­weisen bei arbeitgebergefördertem Bauen – einige Optionen standen im Raum, mit denen Einfluss auf die schwierige Situation genommen werden kann. Drognitz verwies weiterhin auf ein Ballungsraum­konzept, das dringend für den Wirtschaftsraum München mit seinen umfassenden Pendlerströmen erstellt werden sollte.

Für die Ausschussmitglieder stand in der Diskussion vor allem die Modernisierung der Bauleitplanung im Vordergrund, womit auch das Thema Verdichtung beziehungsweise Bau in die Höhe angesprochen wurde.

Wie etwas Entspannung auf dem Wohnungsmarkt geschaffen werden kann, erläuterte Peter Karmann, Geschäftsleiter der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Ingolstadt GmbH. Er stellte das GreenHouse vor, ein Pilotprojekt zur Bereitstellung von Wohnungen speziell für Auszubildende und Praktikanten, das in Kooperation mit Gesellschafterin Audi und weiteren Großunternehmen realisiert wurde. Im GreenHouse stehen seit Sommer 2015 39 Appartments zur Verfügung.

Laut Karmann sind weitere Bauabschnitte mit etwa 300 Wohnungen für Azubis, Berufsanfänger und minderjährige Auszubildende mit Betreuer in Planung. Die Kooperation mit weiteren Unternehmen auch aus den Umlandgemeinden ist ausdrücklich gewünscht.

Einigkeit herrschte, dass das Thema angesichts der Attraktivität der Region die Menschen hier über Jahre begleiten wird. „Wir werden uns verstärkt dafür einsetzen, dass Politik, Verwaltung und Wirtschaft gemeinsam Wege und Mittel suchen, das Wohnraumproblem zu entschärfen. Projekte wie das GreenHouse finden deshalb unsere uneingeschränkte Unterstützung“, so das Fazit des Vorsitzenden Peters.

Gast der Sitzung des Regionalausschusses war Eberhard Sasse, Präsident der IHK für München und Oberbayern. Im Gespräch mit den Unternehmern informierte er sich über die Arbeit der IHK vor Ort und vor welchen Herausfor­derungen die Region steht. Laut Sasse gehört die Region Ingolstadt mit der gelungenen Symbiose aus DAX- und mittelständischen Familienunternehmen zu den wichtigsten Hotspots in Bayern, aus der der gesamte Freistaat Kraft schöpft.

Zu Gast beim wohlfühlhaus

Die Arbeitssitzung des IHK-Regionalausschusses fand im Ausstellungsraum der Handwerkskooperative wohlfühlhaus statt. Dort präsentieren derzeit sieben Handwerksbetriebe und Betriebe aus der Region Referenzprojekte, Möbel, Materialmuster und Raum-Ideen unter einem Dach.