03.07.2017 - Eichstätt

Bezahlbarer Wohnraum für alle Einkommen dringend benötigt ‎

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„Der Fachkräfteengpass macht der Wirtschaft in unserem dynami­schen Landkreis sehr zu schaffen. Ein verbessertes Wohnraumangebot könnte zur Entspannung beitragen. Gemeinsam mit allen gesellschaftlichen Akteuren müssen wir Lösungsansätze diskutieren. Nur so können wir Schritt für Schritt weiterkommen“, unterstrich Emmeran Hollweck, Vorsitzender des IHK-Regional­ausschusses Eichstätt, die Dringlichkeit des Themas, dem sich der Ausschuss in seiner jüngsten Arbeitssitzung widmete.

Hollweck: „Wohnraummangel verschärft Fachkräftelücke erheblich“‎

Trotz Bauprojekten wie der Spital-Stadt, die Gastgeberin Anna-Maria Meier, Gesellschafterin der Firma Martin Meier, in einem Rundgang vorstellte, ist Entspannung auf dem Wohnungsmarkt weder in der Stadt noch im Landkreis Eichstätt in Sicht. Mögliche Lösungsansätze, um bezahlbarem Wohnraum zu schaffen, stellte Susanne Kneißl-Heinevetter, Referentin für Immobilienwirtschaft bei der IHK für München und Oberbayern, aus einem aktuellen Arbeitspapier der IHK vor. Besonders stellte Kneißl-Heinevetter das bisherige Versäumnis der Landespolitik heraus, neben den Konzepten für den ländlichen Raum kein Planungskonzept für Ballungsräume wie den Wirtschaftsraum München erarbeitet zu haben.

Ob Optimierung der politischen Rahmenbedingungen, Mobilisierung von Baugrundstücken zum Beispiel auf Basis einer Flächenpotenzialanalyse, das Senken der Baukosten, die Beschleunigung von Bauprojekten dank schnellerer Genehmigungsverfahren – einige Optionen standen im Raum, die die Aus­schussmitglieder unter anderem mit Landrat Anton Knapp (CSU), Eichstätts Oberbürgermeister Andreas Steppberger (FW) und Tanja Schorer-Dremel (MdL, CSU) intensiv und kontrovers diskutierten. Landrat Knapp betonte das Problem der Bereitstellung von Ausgleichsflächen, die jedes Bauvorhaben nach sich zieht. Deren Preise seien für Kommunen mittlerweile unbezahlbar. Schorer-Dremel verwies auf die Bebauungspläne, die unter die Lupe genommen werden sollten. Ein durchdachtes Flächenmanagement sei notwendig. Eine Verdichtung im Baubestand könnte eine von möglichen Lösungen sein, so die Landtags­abgeordnete. Gastgeber Markus Meier verwies auf eine verträgliche Nachver­dichtung, insbesondere entlang der Verkehrsachsen, die kurzfristig Entspannung bringen könnte.

Einigkeit herrschte, dass das Thema die Region über Jahre begleiten wird. „Wir werden uns jedoch auf keinen Fall mit der Situation abfinden, sondern weiter dafür einsetzen, dass Politik, Verwaltung und Wirtschaft gemeinsam Wege und Mittel suchen und finden, das Wohnraumproblem zu entschärfen. Darin sehen wir unsere Aufgabe als Stimme der Wirtschaft“, so das Fazit des Vorsitzenden Hollweck.

Über Martin Meier – Die Baufamilie

Die Arbeitssitzung des Regionalausschusses fand bei der Firma Martin Meier statt. Das 1899 gegründete, mittlerweile in fünfter Generation geführte Familienunternehmen ist als Bau- und Fuhrunternehmen, Baustoffgroßhändler, Hersteller von Transportbeton, Immobilien- und Projektentwickler sowie Haus- und Mietverwalter aktiv. 76 Mitarbeiter, davon 11 Azubis, sind bei der Baufamilie tätig.