02.06.2017 - Neuburg-Schrobenhausen

Betriebsgründungen im Landkreis erneut rückläufig

Laut der IHK für München und Oberbayern hat 2016 die Lust, ein Unternehmen zu gründen, im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen erneut nachgelassen. Insgesamt 688 Personen meldeten ein Gewerbe an, was einem Rückgang um 12,2 Prozent entspricht. Damit fällt der Rückgang im Landkreis deutlich stärker als in Bayern und Oberbayern aus. Hier gingen die ‎Existenzgründungen im Vergleich zu 2015 um 5,3 beziehungsweise 8,5 Prozent zurück.‎‎

Unternehmensnachfolge bleibt großes Problem

Äußerst deutlich fällt das Minus im Landkreis bei den Betriebsübernahmen aus. Diese sind um 31,3 Prozent auf 125 Übernahmen eingebrochen. Mit 563 Gewerbeanmeldungen nahm die Zahl der Neugründungen um 6,5 Prozent ab.

Hartmut Beutler, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Neuburg-Schrobenhausen, verweist auf die Auswirkungen der aktuell guten Geschäftslage auf das Gründergeschehen: „Der Arbeitsmarkt in unserer Region punktet mit Vollbeschäftigung. Damit sinkt erfahrungsgemäß das Interesse an der Selbstständigkeit und den damit verbundenen Risiken.“ Beutler fordert deshalb mehr Unterstützung für Gründer und Betriebsnachfolger. „Wir brauchen ein besseres Gründungsklima mit weniger Bürokratie und einfacheren Steuerregeln. Bereits in der Schule müssen wir die Chancen und Werte des Unternehmertums und dessen Bedeutung für den gesellschaftlichen Wohlstand deutlich machen“, so der Schrobenhausener Unternehmer.

Am beliebtesten sind im Landkreis Gründungen im Handel (27 Prozent) und im Baugewerbe (16,7 Prozent). Bei den Übernahmen liegt das Baugewerbe ganz vorne (31,2 Prozent), gefolgt vom Gastgewerbe (28 Prozent) und dem Handel (18,4 Prozent).

Existenzgründer sind für die Entwicklung der Wirtschaft von großer Bedeutung, so Beutler: „Start-Ups beflügeln Innovationen und Dynamik und sind damit unerlässlich für den wirtschaftlichen Erfolg von morgen. Doch auch alteingesessene Betriebe sind bedroht, wenn sich keine Nachfolger finden, die das unternehmerische Risiko der Vorgängergeneration übernehmen wollen.“

Die IHK-Auswertung basiert auf Daten des Bayerischen Landesamts für Statistik.