16.03.2017 - Eichstätt

Berufsausbildung braucht stärkeres Lobbying ‎

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© IHK - Der IHK-Regionalausschuss zu Gast bei der Firma Erhard Brandl in Eitensheim

Das Image der Berufsausbildung stärken und damit dem Fachkräftemangel die Stirn bieten – das sind ausgewiesene Arbeitsschwer­punkte des IHK-Regionalausschusses Eichstätt. „Wie können wir den Fachkräftenachwuchs sichern und vor allem ausbauen“, mit dieser Frage eröffnete Emmeran Hollweck, Vorsitzender der Regionalvertretung, die Arbeitssitzung. Intensiv berieten die Unternehmer darüber, wie sie Schüler und Eltern besser erreichen können, wenn es um die Berufsorientierung der Jugendlichen geht.

Hollweck: „Fachkräftenachwuchs sichert Leistungsfähigkeit der Wirtschaft“‎

„Wir müssen die Eltern wieder mehr ins Visier nehmen, ihr Einfluss in der Berufsorientierung ist nicht zu unterschätzen“, so Hollweck. „Wir brauchen Initiativen, die die Schüler auf Augenhöhe erreichen. Den Eltern müssen wir deutlicher zeigen, dass eine berufliche Ausbildung attraktiv ist und den Grundstein für eine erfolgreiche berufliche Karriere legt“, fasste Hollweck die Diskussion zusammen.

Eine Möglichkeit für gelungene Berufsorientierung präsentierte Ulrike Brok von der BIHK Service GmbH. Mit der Initiative „IHK-AusbildungsScouts“ will der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) bis 2018 rund 100.000 Schüler im Freistaat über die Vielfalt der Lehrberufe und die guten Karrierechancen nach einer Ausbildung informieren. Im Landkreis Eichstätt sind aktuell 15 Scouts aus zehn Unternehmen aktiv. „Gerade für kleinere Mittelständler können die Scouts, die als Botschafter ihrer Ausbildungsbetriebe an den Schulen unterwegs ist, kräftig die Werbetrommel rühren“, so Brok.

Eine weitere Zielgruppe für die Berufsausbildung stellte Thomas Englhart von der Deutschen Angestellten-Akademie (DAA) vor. Er berät zum Beispiel an der Technischen Hochschule Ingolstadt junge Menschen, die sich mit dem Gedanken tragen, ihr Studium abzubrechen. In seinen Gesprächen prüft er, ob für diese Studenten eine Berufsausbildung eine Alternative sein kann. Auf Wunsch stellt er den Kontakt zu Unternehmen her. „Wir haben inzwischen unter den Studierenden eine Abbrecherquote von über 25 Prozent. Meine Beratungs­angebote werden von vielen dankbar angenommen. Die Berufsausbildung ist häufig eine wirkliche Option“, so das Resümee von Englhart.

Hansjörg Brunhuber, IHK-Integrationsberater für den Landkreis Eichstätt, informierte den Ausschuss anschließend zum Thema Integration von Geflüchteten in Ausbildung und Arbeit. Im Mittelpunkt standen dabei die Beratungsleistungen des IHK-Teams und Praxisbeispiele. Etwa 45 Schüler der Berufsintegrationsklassen verlassen im Sommer die Berufsschule Eichstätt und brauchen die Unterstützung der Wirtschaft bei der Integration in den Arbeits­markt.

Das Thema Integration stand ebenfalls im Mittelpunkt der abschließenden Ausführungen von Landrat Anton Knapp (CSU). Weiterhin zog er eine aktuelle Bilanz zu Bau- und Sanierungsmaßnahmen im Bildungsbereich und Gesundheitswesen und stellte sich den vielen Fragen zu bürokratischen Auflagen für Unternehmen.

Zu Gast bei Erhard Brandl Eitensheim

Die Arbeitssitzung des IHK-Regionalausschusses fand in Eitensheim bei der Firma Erhard Brandl statt. Das in vierter Generation geführte Familienunter­nehmen blickt auf eine über 115-jährige Geschichte zurück. 1901 als Ein-Mann-Schlosserei gegründet hat sich der Schwerpunkt des Unternehmens immer wieder gewandelt. Heute ist der Betrieb in den Geschäftsbereichen Metallbau, Einzelhandel und Landtechnik aktiv. Er beschäftigt insgesamt 75 Mitarbeiter. Die Konstruktionen der Metallbauer von Erhard Brandl sind in ganz Bayern zu bewundern, so zu Beispiel in München an der Herz-Jesu-Kirche, im Untergeschoss des Stachus‘ oder am Lenbachplatz.