09.03.2017 - Eichstätt

Fünf Prozent mehr neue Lehrverträge bei IHK-Ausbildungsbetrieben ‎

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Die Zahl der Azubis im Landkreis Eichstätt hat sich 2016 deutlich erhöht. Mit 397 neu abgeschlossenen Lehrverträgen in Industrie, Handel und Dienstleistungen ergibt sich ein erfreuliches Plus von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr, so die jüngsten Zahlen der IHK für München und Oberbayern. 175 Verträge schlossen die Unternehmen in gewerblichen und 222 in kaufmännischen Ausbildungsberufen ab. Im oberbayernweiten Vergleich bewegt sich der Landkreis mit diesem Ergebnis gegen den Trend, denn insgesamt ging die Zahl der Neuverträge im Regierungsbezirk um 0,6 Prozent zurück.

Hollweck: „Wirtschaft braucht weiterhin jeden Azubi“ / IHK jobfit! am 6. Mai

„Nichtsdestotrotz wird es für die Betriebe im Landkreis immer schwieriger, ihren Fachkräftenachwuchs zu sichern. Die Suche nach geeigneten Bewerbern läuft praktisch das ganze Jahr über und kreative Ideen, um die Jugendlichen für eine duale Berufsausbildung zu begeistern, sind wichtiger denn je. Auf der diesjährigen Ausbildungsmesse IHK jobfit! am 6. Mai in der Ingolstädter Saturn Arena haben sie beste Möglichkeiten, in die Welt von rund 200 Ausbildungsberufen hineinzuschnuppern. Die über 100 vertretenen Unternehmen freuen sich auf viele interessierte Besucher“, sagt Emmeran Hollweck, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Eichstätt.

Insgesamt wurden der Arbeitsagentur im vergangenen Jahr für den Landkreis mehr als
990 freie Ausbildungsplätze gemeldet. 130 blieben zum Stichtag 30. September 2016 unbesetzt. ‎Gleichzeitig verzeichnete die Agentur für ‎Arbeit nur noch zehn unversorgte Bewerber. „Vor allem kleine und mittlere Unternehmen werben intensiv um jeden Schulabgänger und investieren so viel wie noch nie in die Ausbildung. Aufgrund der guten Konjunktur und des Fachkräftemangels bieten sie reichlich Lehrstellen an, bekommen aber immer weniger Bewerbungen“, so Hollweck weiter. Als Hauptgründe nennt der Vorsitzende die rückläufigen Schulabgängerzahlen von Mittel- und Real­schulen sowie den Trend zu weiterführenden Schulen und zum Studium. Hollweck fordert deswegen mehr bildungspolitischen Realitätssinn: „Eine Ausbildung ist für viele Schulabgänger eine bessere Wahl als ein abgebrochenes Studium.“

Entsprechend der letzten IHK-Zählung sind derzeit 229 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen im Landkreis aktive Ausbildungsbetriebe. Sie stehen für rund 60 Prozent der Ausbildungsverträge. Gegenüber dem Vorjahr hat die Anzahl der Ausbil­dungsbetriebe gegen den Trend um 18 zugenommen. Allerdings haben sich seit dem Höchststand von 2008 wegen des Bewerbermangels per Saldo 23 Unternehmen aus der Ausbildung verabschiedet.