09.03.2017 - Ingolstadt

Über 1000 neue Lehrverträge bei IHK-Ausbildungsbetrieben ‎

Gruppe von glücklichen Studenten mit Lehrer und Tablet Computer in der Universität
© © Robert Kneschke

Die Zahl der Azubis in den Betrieben der Stadt Ingolstadt hat sich 2016 erhöht: Mit 1.099 neu abgeschlossenen Lehrverträgen in Industrie, Handel und Dienstleistungen ergibt sich ein Plus von 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, so die jüngsten Zahlen der IHK für München und Oberbayern. 563 Verträge schlossen die Unternehmen in gewerblichen und 536 in kaufmännischen Ausbildungsberufen ab. Im oberbayernweiten Vergleich bewegt sich Ingolstadt mit diesem Ergebnis gegen den Trend. Insgesamt ging die Zahl der Neuverträge im Regierungsbezirk um 0,6 Prozent zurück.

Peters: „Wirtschaft braucht gesicherten Fachkräftenachwuchs“ / IHK jobfit! am 6. Mai

„Trotzdem ist es gerade für kleinere und mittlere Betriebe sehr schwierig, ihren Fachkräftenachwuchs zu sichern. Die Suche nach geeigneten Bewerbern läuft praktisch das ganze Jahr über, und kreative Ideen, um die Jugendlichen für eine duale Ausbildung zu begeistern, sind wichtiger denn je. Auf der diesjährigen Ausbildungsmesse IHK jobfit! am 6. Mai in der Saturn Arena haben sie beste Möglichkeiten, in die Welt von rund 200 Ausbildungsberufen hineinzuschnuppern. Die über 100 vertretenen Unternehmen freuen sich auf viele interessierte Besucher“, sagt Fritz Peters, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Ingolstadt.

Insgesamt wurden der Arbeitsagentur im vergangenen Jahr für Ingolstadt mehr als 1.500 freie Ausbildungsplätze gemeldet. 128 blieben zum Stichtag 30. September 2016 unbesetzt. Gleichzeitig verzeichnete die Agentur für Arbeit nur noch 18 unversorgte Bewerber. „Viele mittelständische Unternehmen müssen intensiv um jeden Schulabgänger werben. Sie investieren so viel wie noch nie in die Ausbildung. Aufgrund der guten Konjunktur und des Fachkräftemangels bieten sie reichlich Lehrstellen an, bekommen aber immer weniger Bewerbungen“, so Peters weiter. Als Hauptgründe nennt der Vorsitzende die schwindenden Schulabgängerzahlen von Mittel- und Realschulen sowie den Trend zu weiterführenden Schulen und zum Studium. Peters fordert deswegen mehr bildungspolitischen Realitätssinn: „Eine Ausbildung ist für viele Schulabgänger eine bessere Wahl als ein abgebrochenes Studium.“

Entsprechend der letzten IHK-Zählung sind derzeit 397 Ingolstädter Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen aktive Ausbildungsbetriebe. Sie stehen für rund 60 Prozent der Ausbildungsverträge in der Stadt. Gegenüber dem Vorjahr hat die Anzahl der Ausbildungsbetriebe um drei zugenommen. Allerdings haben sich seit dem Höchststand von 2009 wegen des Bewerbermangels per Saldo 47 Unternehmen aus der Ausbildung verabschiedet.