Pressemeldung vom 19.11.2020 - Eichstätt

Austausch zur Corona-Lage mit Schorer-Dremel und Anetsberger

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© IHK

19.11.2020 - Welche Erfahrungen haben die Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Landkreis in der Corona-Krise gemacht, wie blicken sie ins nächste Jahr und auf welchen Gebieten sehen sie die Politik in der Pflicht – diese drei Themen adressierte der IHK-Regionalausschuss Eichstätt auf seiner jüngsten Sitzung. Im Mittelpunkt des virtuellen Treffens unter Leitung von Ausschussvorsitzendem Alexander Kessel stand der Austausch mit Landtagsmitglied Tanja Schorer-Dremel (CSU) und Landrat Alexander Anetsberger (CSU). Die Mitglieder des IHK-Aus­schusses wählten sich via Internet ein.

Einheitliches Vorgehen der Gesundheitsämter und Schnelltests gefordert

Sowohl das Corona-Stimmungsbild, das die Unternehmerinnen und Unternehmer zeichneten, aber auch ihr Blick in die Zukunft, fiel je nach Branchenzugehörigkeit und auch individuell sehr unterschiedlich aus. So sind die Baubranche, der Banken­sektor oder Teile des Einzelhandels bis jetzt vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. Gerade die Baubranche lebe von bereits angeschobenen Investitionen, so Alexander Kessel. Aber wie es mittelfristig im Industrie- und Gewerbebau weitergehe, bereite ihm Sorge, ganz abgesehen von den Einbrüchen im Hotel- und Gastronomiesektor. Viele Betriebe, vor allem die von der Automobilindustrie oder dem Maschinenbau abhängigen, arbeiten ebenfalls nach wie vor im Krisenmodus. Allen Unternehmern gemeinsam war die Sorge vor zunehmender Nachlässigkeit der Menschen im Umgang mit der Pandemie. Ein hohes Infektionsgeschehen münde automatisch in den kurzfristigen Ausfall von Arbeitskräften. Die Unternehmerschaft kritisierte in diesem Zusammenhang den unterschiedlichen Umgang der Gesund­heitsämter der Landkreise mit den Quarantänevorgaben. Einhellig appellierte sie an beide Politiker, sich stärker für ein einheitliches Vorgehen einzusetzen, wenn möglich sogar bundesweit. „Die Personalplanung ist unter diesen Bedingungen überaus schwierig. Was wir außerdem dringend brauchen, sind Schnelltests“, so ein Unternehmer. „Völlige Unklarheit über das Weihnachts- und Neujahrsgeschäft herrscht in der Gastronomie und Hotellerie. Die Betriebe brauchen dringend Planungssicherheit. Vom Essen to go werden wir nicht überleben“, kritisierte ein Hotelier

Landrat Anetsberger berichtete über die angespannte Situation im Gesundheitsamt, dessen personelle Kapazitäten aber erheblich ausgebaut werden konnten. Die Kontakte nachzuverfolgen, fordere die Mitarbeiter bis an die Grenzen der Belastbar­keit. Außerdem schwinde die Bereitschaft der kontaktierten Menschen zur Kooperation, so Anetsberger. „Aktuell beherrschen wir die Situation, alles funktioniert, wenn auch nicht perfekt. Der Dialog ist deshalb äußerst wichtig, denn wir sind alle Getriebene – von ganz oben im Bund bis hinunter in die Kreisverwal­tungen“, erläuterte der Landrat.

Landtagsabgeordnete Schorer-Dremel unterstrich – mit Verweis auf den neuen Rekordhaushalt – die Bereitschaft des Freistaats zu Investitionen. Schwerpunkte im Haushalt setzt die Staatsregierung unter anderem im Bereich der Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung. Der Wirtschaftsetat wächst 2021 um fast 18 Prozent, der Wissenschaftsetat um fast zehn Prozent. Laut der Politikerin bleibe Corona jedoch auf lange Sicht eine Herausforderung. Beide Politiker betonten, wie wichtig ihnen in dieser herausfordernden Zeit der Dialog sei. Es gehe darum zusammen­zustehen. Nur so könne die Pandemie gemeistert werden.