Pressemeldung vom 24.02.2020 - Pfaffenhofen

Regionale Wirtschaft verabschiedet Positionen zur Kommunalwahl ‎

© IHK

Wenige Wochen vor den Kommunalwahlen tritt der IHK-Regional­ausschuss Pfaffenhofen mit einem Forderungskatalog der Wirtschaft an die künftigen Kommunalpolitiker heran. „In den Gemeinden und im Landkreis wird Wirtschaftspolitik vor Ort gemacht. Mit ihren Entscheidungen beeinflussen unsere Kommunalpolitiker ganz wesentlich die künftigen Standortbedingungen für unsere Unternehmen“, betont Eduard Kastner, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses. „Mit unseren Positionen wollen wir der Politik die wichtigsten Handlungsfelder für die kommenden Jahre aufzeigen. Schließlich soll unser Landkreis auch in Zukunft in Sachen Wirtschaft ganz vorne mit dabei sein“, so der Unternehmer aus Wolnzach.

Kastner: „Vorausschauende Wirtschaftspolitik zahlt auf unser aller Zukunft ein.“‎

Zu einem der Handlungsschwerpunkte zählen Infrastrukturmaßnahmen. Damit Einwohner, Pendler und Wirtschaft mobil bleiben, verweist der IHK-Regionalausschuss auf den bedarfsgerechten Ausbau des Straßennetzes. „Wir brauchen den zügigen vierspurigen Ausbau der B16 zwischen Manching und Neuburg. Und die im Holledau-Dreieck ansässigen Betriebe brauchen dringend eine Autobahnauffahrt Bruckbach an der A9. Das sind zwei Großprojekte, für die wir uns einsetzen“, erklärt Kastner. Ebenso wichtig sei es, den öffentlichen Nahverkehr zu verbessern und attraktiver zu machen. „Nur mit dichteren Takten, guten Querverbindungen, ÖPNV-Anbindung in alle Gewerbegebiete und einer intelligenten Vernetzung von Bus und Bahn mit dem Individualverkehr in der gesamten Region 10 können wir die Menschen und vor allem die Pendler zum Umsteigen bewegen“, betont der Vorsitzende.

Ein weiterer Punkt im Forderungskatalog ist der Ausbau der digitalen Infrastruktur. „Ohne leistungsfähiges Breitband und Mobilfunknetz liegt die digitale Zukunft für unsere Unternehmen in unerreichbarer Ferne. Der Ausbau und die Modernisierung des Breitbandnetzes müssen konsequent mit Glasfaser erfolgen. Mobilfunklöcher dürfen wir nicht länger tolerieren. Darunter leidet der gesamte Standort! Außerdem brauchen wir ein klares Votum für den 5G-Mobilfunkstandard, nur so bleiben wir langfristig wettbewerbsfähig“, erklärt Kastner.

Weiterhin müssen die heimischen Betriebe auf Entwicklungsmöglichkeiten bei den Gewerbeflächen vertrauen können. Ohne die Chance, sich perspektivisch vergrößern zu können, sinkt die Investitionsbereitschaft oder es droht die Abwanderung. „Zukunft funktioniert nur, wenn die Kommunen verbindliche Gewerbeflächenkonzepte entwickeln und konkrete Flächen für die Betriebe vorhalten“, sagt Vorsitzender Kastner. Der Ausschuss fordert dafür die Einführung eines strategischen regionalen Flächenmanagements. Potenzial sieht er auch in der Nutzung innerörtlicher brachliegender Flächen oder Umnutzung leerstehender Immobilien. Eine echte Chance biete vor allem die Nachverdichtung über höhere Geschossflächenzahlen, so Kastner weiter.

Um für die regionale Wirtschaft Fachkräfte zu gewinnen, setzt die Wirtschaft zuallererst auf die duale Berufsausbildung. Um diese zu stärken, spielt auch die Attraktivität und die Ausstattung der Berufsschule eine große Rolle. Auch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, der Ausbau von Betreuungsmöglichkeiten für Kinder bis 12 Jahre und pflegebedürftige Angehörige kann helfen, die Lücken bei den Fachkräften zumindest teilweise zu schließen. Ein professionelles Regionalmarketing helfe, Fachkräfte für den Landkreis zu gewinnen.

Um Bürokratieabbau zu erreichen, empfehlen die Unternehmer dem Landkreis, oberbayerischen Beispielen wie Ebersberg oder Traunstein zu folgen. Diese beiden Landkreise haben ihre Verwaltungsabläufe einer Prüfung für das ‚RAL Gütezeichen Mittelstandsorientierte Kommunalverwaltung‘ unterzogen und garantieren beispielsweise einen Bauantragsbescheid innerhalb von 40 Werktagen. „Weniger Bürokratie in der Verwaltung spart allen Zeit und Kosten”, erklärt Kastner. Weiterhin müssen auch die digitalen Services in der Verwaltung deutlich ausgebaut werden.

Insgesamt muss eine vorausschauende Wirtschaftspolitik den Landkreis in die Zukunft führen. Eine große Rolle kommt dabei einer starken Wirtschaftsförderung auf Landkreis und kommunaler Ebene zu sowie der besseren Verflechtung des Landkreises mit den anderen Gebietskörperschaften der ‎Region 10.‎ Zusätzlich fordert die Wirtschaft, den Dialog mit ihr auszubauen und den IHK-Regionalausschuss als Vertreter des Gesamtinteresses der Wirtschaft bei wirtschaftspolitischen Entscheidungen stärker mit einzubeziehen.

Der Forderungskatalog ist einsehbar unter Positionen zu den Kommunalwahlen 2020

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