28.11.2019 - Neuburg-Schrobenhausen

Heimische Wirtschaft braucht auch künftig Gewerbeflächen ‎

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© IHK

Wirtschaftspolitische Themen von nationaler Brisanz, und wie sie sich gleichzeitig auf die Unternehmen in der Region auswirken, standen im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des IHK-Regionalausschusses Neuburg-Schroben­hausen bei der Firma Metawell. Ob Energieversorgung, klimaneutrale Wirtschaft, die Entwicklung von Gewerbeflächen, der Strukturwandel in der Automobilindustrie oder auch die überbordende Bürokratie – der inhaltliche Bogen war weit gespannt.

Antrittsbesuch von IHK-Chef Gößl / Gedankenaustausch bei Metawell in Neuburg ‎

IHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl nutzte seinen Antrittsbesuch, um sich im Vorfeld der Kommunalwahlen 2020 über regionale Aufgabenstellungen und Heraus­forderungen zu informieren. Zur Sprache kam dabei auch, wie die Kommunalpolitik auf die Entwicklung der Innenstädte Neuburgs und Schrobenhausens Einfluss nehmen sollte. Im Brennpunkt der Debatte stand besonders der Einzelhandel.

Zur wirtschaftspolitischen Agenda der IHK sagte Gößl: „Unsere Wirtschaft bekennt sich zum Klimaschutz. Laut einer aktuellen IHK-Umfrage haben bereits vier von fünf Unternehmen Maßnahmen für mehr Energieeffizienz und Klimaschutz umgesetzt. Neun von zehn der bayerischen Unternehmen wollen ihren CO2-Ausstoß reduzieren.“ Mit Blick auf den Ausstieg aus Kohlestrom und Atomkraft betonte der IHK-Chef: „Die Energiewende funktioniert nur, wenn die Wirtschaft mit an Bord ist. Ohne die Investitionen der Betriebe und vor allem ohne die Innovationen aus der Wirtschaft wird sie nicht erfolgreich sein. Die Wirtschaft ist deshalb Teil der Lösung.“ Er betonte außerdem: „Gleichzeitig brauchen unsere Betriebe die Gewissheit, dass ihre Energieversorgung gesichert und vor allem bezahlbar bleibt. Bayerns Wirtschaft benötigt dringend wettbewerbsfähige Strompreise. Der Bau der beiden Stromtrassen von Nord nach Süd steht deshalb außer Frage.“

Ein weiteres Brennpunktthema, das Gößl ansprach, war der Umgang mit Flächen. Starre Flächenkontingente lehne die IHK ab, so der IHK-Hauptgeschäftsführer. „Das bedeutet einen Eingriff in die kommunale Planungshoheit und beschwört Konflikte zwischen den Nutzungsarten auf.“ Stattdessen plädierte Gößl für mehr Effizienz bei der Nutzung beispielsweise bereits bebauter Flächen sowie engere Kooperationen zwischen den Gemeinden – Stichwort: interkommunale Gewerbegebiete.

Im weiteren Verlauf des Abends diskutierten die Unternehmer Forderungen, mit denen sie sich vor den bayerischen Kommunalwahlen im März 2020 an die Kommunalpolitik wenden wollen. Diesen Forderungskatalog wird der IHK-Regio­nalausschuss im Februar des kommenden Jahres öffentlich bekanntgeben.

Zu Sitzungsbeginn stellte Michael Schiekel, Geschäftsführer der Metawell GmbH, nach einer Betriebsbesichtigung das 1983 gegründete Unternehmen vor. Über 140 Mitarbeiter fertigen dort sogenannte Sandwichplatten aus Aluminium, die beispielsweise als Fassaden- oder Deckenverkleidungen in Gebäuden zum Einsatz kommen.

© IHK / Zu Gast bei Metawell-Geschäftsführer Michael Schiekel (2.v.l.): Hartmut Beutler, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Neuburg-Schrobenhausen, IHK-Geschäftsstellenleiterin Elke Christian und Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern (v.r.n.l.), Sitzung am 25.11.2019, Neuburg/Donau