20.05.2019 - Ingolstadt

Den Wirtschaftsstandort gemeinsam auf Kurs halten

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© IHK

Mehr gesellschaftliche Anerkennung und ein klares Bekenntnis der Politik zur beruflichen Bildung – mit diesen Forderungen startete der IHK-Regional­ausschuss Ingolstadt in die Diskussion mit dem neuem Landtagsabgeordneten Alfred Grob (CSU) auf seiner jüngsten Sitzung. Grob bestätigte: „Das Gleichgewicht zwischen akademischer und beruflicher Bildung muss wieder hergestellt werden.“ Mit mehr Fachkräften, so Grob, bestehe auch eine höhere Chance, dass Mittel­ständler, die aus Altersgründen ihr Unternehmen übergeben wollen, leichter einen Nachfolger finden.

IHK-Regionalausschuss im regen Austausch mit Landtagsabgeordnetem Alfred Grob ‎

© IHK Fritz Peters und Elke Christian mit MdL Alfred Grob

Mit Blick auf das geplante Fachkräftezuwanderungsgesetz mahnte IHK-Ausschuss­vorsitzender Fritz Peters: „Unser Fachkräfteproblem werden wir über die Einwan­derung nicht lösen. Die Mitarbeiter, die unsere Betriebe dringend brauchen, sind vor allem beruflich Qualifizierte mit einer Berufsausbildung. Darin sind wir Deutschen weltweit Vorreiter. Wir brauchen also vor allem junge Menschen, die sich ausbilden lassen, und Eltern, die das gut finden!“

Für Diskussionsstoff sorgte auch das Stichwort Digitalisierung. Wer werden die Gewinner sein, wer die Verlierer? Werden Arbeitsplätze wegfallen, werden neue entstehen und in welchen Bereichen? Gastgeber Franz Schabmüller junior sagte: „Digitalisierung gibt Deutschlands produzierendem Gewerbe eine Perspektive und damit eine Überlebenschance.“ Einig waren sich die Unternehmer, dass die Digitalisierung von den Menschen lebenslanges Lernen einfordere. Dafür brauche es die Bereitschaft der Arbeitnehmer und damit häufig auch ein Umdenken, gerade bei Älteren.

Auf den Tisch brachte der Ausschuss auch die Themen Energieversorgung nach 2022, Auswirkungen der E-Mobilität auf die Energieversorgung und wie dafür die Rahmenbedingungen gestaltet werden müssen. Für emotionale Redebeiträge sorgte die überbordende Bürokratie. Zahlreiche Ausschussmitglieder nutzten Grobs Anwesenheit, um ihn gezielt auf Regelungen hinzuweisen, die ihnen ihre Arbeit erschweren, Stichwort A1-Bescheinigung für die Entsendung von Mitarbeitern nach Österreich. Eine Unternehmerin mahnte an, dass sich die Politik dringend des Problems mit der Tätigkeit von Abmahnvereinen annehmen müsse.