08.04.2019 - Neuburg-Schrobenhausen

Startschuss für Dialog mit neuem Landrat

© IHK

Wirtschaft im Dialog mit der Politik: unter diesem Motto stand die jüngste Sitzung des IHK-Regionalausschusses Neuburg-Schroben­hausen. Mit den ersten Erfahrungen aus seiner zweimonatigen Amtszeit ausgerüstet war Landrat Peter von der Grün (FW) der Einladung des Ausschusses gefolgt. Im Bürocenter Reich in Schrobenhausen stellte er den Unternehmern aktuelle Schwerpunktaufgaben des Landratsamts vor. Sein besonderes Augenmerk gelte, so von der Grün, der Gesundheitsversorgung, der Bildung und dem Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs.

Halbig: „Ein starker Standort braucht engen Austausch von Politik mit Wirtschaft

Der Landrat betonte, eine sichere gesundheitliche Versorgung im Landkreis könne nur garantiert werden, wenn das Haushaltdefizit im Kreiskrankenhaus abgebaut werde. Daher stehe diese Aufgabe für ihn auf der Agenda ganz oben.

Der Landrat informierte auch über das vielfältige Engagement des Landkreises für die schulische und berufliche Bildung seiner Einwohner, das sich in umfang­reichen Investitionen widerspiegle. So seien im aktuellen Haushalt elf Millionen Euro an Ausgaben für die Schulen eingeplant. Dass angesichts des Fachkräfte­mangels die duale Berufsausbildung Herzensangelegenheit der IHK sei, betonte Werner Halbig, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses. Er appellierte an von der Grün, sich auch künftig für den Berufsschulstandort Neuburg besonders stark zu machen. „Azubis spielen für unsere Betriebe in der Fachkräftesicherung eine entscheidende Rolle. Berufsausbildung muss für junge Menschen attraktiv sein, deshalb ist eine wohnortnahe Berufsschulausbildung äußerst wichtig.“

Von der Grün betonte außerdem die hohe Bedeutung, die er der Standort­stärkung und damit der Wirtschaftsförderung beimesse. „Mit Sorge beobachten wir die Entwicklungen im Automobilsektor. Noch profitieren wir von Vollbeschäfti­gung, müssen jedoch gemeinsam in der Region überlegen, wie wir den Standort gezielt stärken.“

Halbig appellierte an von der Grün, die Bedürfnisse der Unternehmen nicht aus den Augen zu verlieren: „Die Wirtschaft muss laufen, denn nur dann ist das Geld verfügbar, dass die Kommunen ausgeben können.“ Der stellvertretende Vorsit­zende nutzte außerdem die Gelegenheit, von der Grün die Schwerpunktthemen des Regionalausschusses in der aktuellen Wahlperiode vorzustellen und verwies beispielsweise auf die Positionierung zum mindestens dreispurigen Ausbau der B16 zwischen Ingolstadt und Günzburg.

Angesichts der regen Bautätigkeit im Landkreis brachte Ausschussmitglied Helmut Wittmann ein Thema zur Sprache, das den Rohstofflieferanten der Region massiv unter den Nägeln brennt. Zum Stichwort Rohstoffversorgung mit Kiesen, Sanden und anderen heimischen Rohstoffen verwies er darauf, dass ein Großteil der abbauenden Unternehmen nur noch für zwei Jahre über Abbauflächen verfügt. Er forderte von der Grün auf, sich in die laufenden Gespräche mit den Kommunalpolitikern aktiv einzubringen. „Es gibt keinen Kubikmeter Beton ohne Natursand. Kiese und Sande sind Voraussetzung für alles, was gebaut werden soll, egal ob es Straßen, Fahrradwege, Kindergärten oder Wohnungen sind. Das müssen die Menschen einfach verstehen“, so Wittmann.