28.03.2019 - Neuburg-Schrobenhausen

Keine Trendwende bei Gründungen im Landkreis

Die Existenzgründerzahlen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen sind 2018 erneut gesunken, teilt die ‎IHK für München und Oberbayern mit.

Erneut Rückgang bei den Gewerbeanmeldungen / Beutler: „Unternehmerbild stärken“‎

Insgesamt meldeten im vergangenen Jahr 699 Personen ein Gewerbe an. Das ist ein Minus von 9,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei den Firmenneugründungen mit 595 Fällen verzeichnete die IHK einen Rückgang um 1,5 Prozent. Auf Talfahrt befinden sich die Betriebsübergaben an einen Nachfolger. Diese schrumpften um 28,3 Prozent auf 104 Fälle.

Die IHK führt das Gründungstief in erster Linie auf die weiterhin gute Konjunktur zurück: „Der Arbeitsmarkt in der Region bietet nahezu Vollbeschäftigung“, sagt Hartmut Beutler, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Neuburg-Schrobenhausen. Damit sinke das Interesse an einer unternehmerischen Selbstständigkeit, die auch mit Risiken verbunden sei. Gleichzeitig beobachtet die IHK aber einen Trend zur besseren Vorbereitung einer Gründung, indem Gründungsinteressierte verstärkt Angebote wie die Beratungsservices der Kammer nutzen. „Gut vorbereitet steigern die Existenzgründer ihre Erfolgsaussichten erheblich“, erläutert Beutler.

Am beliebtesten sind im Landkreis Gründungen im Handel (144 Neugrün­dungen), im Baugewerbe (126) und in den Dienstleistungen (100). Mit 37 Übernahmen kam über ein Drittel der Nachfolgeregelungen im Gastgewerbe zustande. Ebenfalls nachgefragt waren Übernahmen im Baugewerbe (22).

Beutler fordert angesichts der mageren Gründerbilanz ein besseres Gründungsklima mit weniger Bürokratie und einfacheren Steuerregeln. „Außerdem müssen bereits in der Schule die Chancen und der Wert des Unternehmertums für die Gesellschaft diskutiert werden“, so Beutler. Der Vorsitzende betont die herausragende Rolle der Existenzgründer in der Wirtschaft: „Start-Ups und neue Unternehmen stehen für Innovationen und Dynamik. Sie legen das Fundament für zukünftige wirtschaftliche Erfolge. Auch alteingesessene Betriebe sind im Bestand gefährdet, wenn sich keine Nachfolger finden, die das unternehmerische Risiko übernehmen wollen.“

Die IHK-Gründerbilanz beruht auf Daten des Bayerischen Landesamts für Statistik.