28.03.2019 - Eichstätt

Aufwind bei den Unternehmensgründungen im Landkreis ‎

Entgegen dem bayerischen Trend wollen im Landkreis Eichstätt wieder mehr Menschen ihr eigener Chef werden. Für 2018 kann bei den Existenzgründerzahlen eine positive Bilanz gezogen werden, teilt die ‎IHK für München und Oberbayern mit.

Betriebsnachfolge bleibt Sorgenkind / Kessel: „Unternehmerbild stärken“‎

Insgesamt meldeten 863 Personen ein Gewerbe an. Das ist ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Landkreis kann damit oberbayernweit auf das höchste Wachstum verweisen. Bei den Firmenneugründungen mit 793 Fällen verzeichnete die IHK eine Zunahme um 17,8 Prozent. Die Betriebsübergaben an einen Nachfolger sanken gleichzeitig um 1,4 Prozent auf 70 Fälle.

Alexander Kessel, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Eichstätt, betont die Auswirkungen der aktuell guten Geschäftslage auf das Gründergeschehen: „Der Arbeitsmarkt in der Region bietet nahezu Vollbeschäftigung. Damit sinkt erfahrungsgemäß das Interesse an einer unternehmerischen Selbstständigkeit. Das haben uns auch die Zahlen der letzten Jahre gezeigt. Umso mehr freut es mich, wenn wieder mehr Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit wagen.“ Kessel fordert gleichzeitig, dass Gründer und Betriebsnachfolger auch weiterhin bestmögliche Unterstützung in der Gründungsphase erhalten. „Gut vorbereitet steigern die Existenzgründer ihre Erfolgsaussichten erheblich“, so der Vorsitzende.

Am beliebtesten waren im Landkreis Gründungen im Handel (195 Neugründungen), im Dienstleistungssektor (139) und im Baugewerbe (84). Mit 19 Übernahmen kam über ein Viertel der Nachfolgeregelungen im Baugewerbe zustande.

Um den Standort zu stärken spricht sich Kessel außerdem für Maßnahmen zur Förderung des Gründungsklimas aus: „Was Gründer dringend brauchen, ist ein Weniger an Bürokratie und vor allem einfachere Steuerregeln. Weiterhin müssen bereits in den Schulen die Chancen und der Wert des Unternehmertums für die Gesellschaft diskutiert werden.“ Der Vorsitzende betont die bedeutende Rolle der Existenzgründer in der Wirtschaft: „Start-Ups und neue Unternehmen stehen für Innovationen und Dynamik. Sie legen das Fundament für zukünftige wirtschaftliche Erfolge. Aber auch alteingesessene Betriebe sind im Bestand gefährdet, wenn sich keine Nachfolger finden, die das unternehmerische Risiko übernehmen wollen.“

Die IHK-Gründerbilanz beruht auf Daten des Bayerischen Landesamts für Statistik.