17.10.2018 - Eichstätt - Ingolstadt - Neuburg-Schrobenhausen - Pfaffenhofen

Raus aus der Staufalle – IHK Forum lanciert Mobilitätsprojekt ‎

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Attraktive Arbeitgeber verbunden mit Zuzug und wachsenden Verkehrsströmen prägen die Region 10. Bereits heute sind in Ingolstadt und den benachbarten Landkreisen mehr als 500.000 Menschen zu Hause. Über 210.000 sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im Wettbewerb der Unternehmen um Fachkräfte entwickelt sich die Zeit, die Mitarbeiter für ihren Arbeitsweg aufwenden, zunehmend zu einem entscheidenden Kriterium für oder gegen ein Jobangebot. Wie die Mobilität der Menschen in der Region verbessert und vor allem für die Zukunft gesichert werden kann, das diskutierten Vertreter der Wirtschaft aus den vier IHK-Regionalausschüssen der Region Ingolstadt auf dem IHK Forum in Schrobenhausen.

Beutler: „Für einen starken ÖPNV brauchen wir eine Allianz der Willigen“ ‎

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„Über 320.000 Autos sind in unserer Region registriert. Zigtausende davon werden tagtäglich für die Fahrt zur Arbeit genutzt. Immer öfter bleibt dabei die Mobilität auf der Strecke. Damit die Staufalle nicht zuschnappt, müssen wir jetzt für den Erhalt unserer Mobilität aktiv werden. Unser besonderes Augenmerk muss dabei dem öffentlichen Nahverkehr gelten“, betonte Hartmut Beutler, Vorsitzender des gastgebenden IHK-Regionalausschusses Neuburg-Schroben­hausen, in seiner Ansprache.

Einen Lösungsansatz dafür stellten Gereon Ingenhütt und André Steinleger von der Audi AG vor. Seit 2015 leitet der größte Arbeitgeber der Region erfolgreich Maßnahmen aus einem eigenen Verkehrsentwicklungsplan ab, der sich mit den Pendelbewegungen der Mitarbeiter befasst. „Uns geht es darum, unsere Mitarbeiter für Alternativen zum eigenen Auto zu gewinnen. Dafür brauchen wir beispielsweise neue und vor allem attraktive Angebote des ÖPNV, die sie zum Umsteigen bewegen. Ein Leuchtturmprojekt dafür ist ganz sicherlich der neue Audi-Bahnhalt“, erläuterten Ingenhütt und Steinleger.

Um im öffentlichen Nahverkehr attraktive Lösungen auf den Weg zu bringen, müssen diese den Bedürfnissen und Erwartungen der Menschen gerecht werden. Welche das sind, kann beispielsweise mit Hilfe von Mitarbeiterbefra­gungen ermittelt werden, wie sie auch Audi regelmäßig durchführt. Auf Grundlage der anonym erfassten Daten zu Wohnort, Arbeitsweg und gewähltem Verkehrsmittel entsteht eine Datenbasis, deren Analyse Einfluss auf die künftige Trassenführung einer Linie oder die Errichtung von Haltestellen nehmen kann. „Je größer der Daten-Pool, desto aufschlussreicher und hochwertiger fallen die Ergebnisse aus, auf deren Grundlage wir das Gespräch mit den Mobilitätsanbie­tern der Region suchen können, um dann gemeinsam attraktive ÖPNV-Angebote zu entwickeln“, bestätigte Elke Christian, Leiterin der IHK-Geschäftsstelle.

Christian signalisierte die Bereitschaft der IHK, eine Allianz der Willigen ins Leben zu rufen, in der die Wirtschaft gemeinsam mit der Kommunalpolitik und den Verkehrsanbietern zusammenarbeitet, um den öffentlichen Nahverkehr für die Zukunft zu stärken. „Allein wenn bereits wenige Prozent der Verkehrs­teilnehmer auf Bus und Schiene umsteigen, reduziert sich das tägliche Verkehrsaufkommen um Tausende Autos“, so ihr Appell. Die Mehrheit der Unternehmer reagierte mit großer Zustimmung auf Christians Vorschlag, eine Mobilitäts-Initiative zu starten. In Vorgesprächen hatten sich bereits Vertreter der Kommunalpolitik, der Verkehrsträger und der Berufsschulen einer solchen Initiative gegenüber aufgeschlossen gezeigt. „Je mehr Partner wir gewinnen, die über anonymisierte Mitarbeiterbefragungen Daten in einen gemeinsamen Pool einspeisen, umso hochwertiger werden die entsprechenden Analysen ausfallen, die den Grundstein für neue ÖPNV-Angebote in der Region legen. Ich bin davon überzeugt, dass von solch einem Projekt die gesamte Region profitieren könnte und alle Bürgerinnen und Bürger an Lebensqualität dazu gewinnen würden“, unterstrich Christian in ihrem Schlusswort.