31.08.2018 - Eichstätt

Über 300 Jugendliche starten Ausbildung in IHK-Berufen

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Anfang September treten 312 Jugendliche und junge Erwachsene im Landkreis Eichstätt eine Ausbildung in Berufen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen an. Das teilt die IHK für München und Oberbayern mit. Nach der vorläufigen Statistik zum Beginn des Ausbildungsjahres ist dies ein Minus von über zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Das ist bedenklich, denn angesichts des leergefegten Arbeitsmarktes setzen die Unternehmen zu Recht auf den selbst ausgebildeten Nachwuchs. Den Jugendlichen und ihren Ausbildungsbetrieben wünschen wir auf jeden Fall viel Erfolg auf dem bevorstehenden Weg“, sagt Alexander Kessel, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Eichstätt.

Weiterhin sind noch Lehrstellen frei

Viele Betriebe haben auch heuer große Mühe, bis zum 1. September alle Lehrstellen zu besetzen. Für 308 freie Plätze gibt es aktuell nur 56 unversorgte Bewerber, wie aus der Statistik der Arbeitsagentur hervorgeht, die auch Ausbildungsstellen und Bewerber im Handwerk und in den freien Berufen berücksichtigt. Kessel ermutigt deswegen bislang erfolglose Bewerber, auch weiter eine Chance zu suchen. „In praktisch allen Branchen nehmen Betriebe auch kurzfristig noch Bewerbungen an. Bis in den Oktober hinein kann man noch in die Ausbildung einsteigen“, so der Unternehmer aus Lenting.

Die Top 5 der IHK-Ausbildungsberufe im Landkreis sind Kaufleute im Groß- und Außenhandel (Fachrichtung Großhandel), Kaufleute für Büromanagement, Industriekaufleute, Fachinformatiker und Einzelhandelskaufleute. Der IHK-Vorsitzende verweist auch auf das neue Berufsbild der E-Commerce-Kaufleute. Dabei handelt es sich um den ersten vollständig digital ausgerichteten IHK-Ausbildungsberuf. Im Landkreis Eichstätt gibt es dazu bisher einen Azubi.

Auch fünf Personen aus fluchtwahrscheinlichen Herkunftsländern gehören zu den neuen Auszubildenden in Industrie, Handel und Dienstleistungen. Insgesamt sind damit im Landkreis 22 Geflüchtete in Ausbildung.

Kessel setzt sich für eine bessere Berufsorientierung an den Schulen ein: „Schüler und deren Eltern können zu Recht stolz sein, wenn sie sich für eine Lehre entscheiden. Denn eines steht fest: Besser als mit einer Ausbildung kann man nicht in das Berufsleben starten." In einer Umfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK) sagen 75 Prozent derjenigen Betriebe, die Probleme in der Ausbildung haben, dass die unklaren Berufsvorstellungen der Schulabgänger ein Hindernis seien. Die Unternehmen bieten deswegen mehr Praktikumsplätze an und verbessern ihr Personalmarketing.

Insgesamt gibt es im Landkreis 224 IHK-zugehörige Ausbildungsbetriebe. Sie stehen ‎für knapp 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Zahlreiche freie Lehrstellen mit sofortigem Ausbildungsbeginn sind unter IHK-Lehrstellenbörse zu finden.