31.08.2018 - Neuburg-Schrobenhausen

Über 250 Jugendliche starten Ausbildung in IHK-Berufen

Gruppe von glücklichen Studenten mit Lehrer und Tablet Computer in der Universität
© © Robert Kneschke

Mit Beginn September treten 258 Jugendliche und junge Erwachsene im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen eine Ausbildung in Berufen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen an. Das teilt die IHK für München und Oberbayern mit. Nach der vorläufigen Statistik zum Beginn des Ausbildungsjahres ist dies ein Minus von fast 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Das ist schade, denn angesichts des leergefegten Arbeitsmarktes setzen die Unternehmen zu Recht auf den selbst ausgebildeten Nachwuchs. Den Jugendlichen und ihren Ausbildungsbetrieben wünschen wir auf jeden Fall viel Erfolg auf dem bevorstehenden Weg“, sagt Hartmut Beutler, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Neuburg-Schrobenhausen.

Beutler: „Betriebe nehmen kurzfristige Bewerbungen noch an“‎

Viele Betriebe haben auch heuer große Mühe, bis zum 1. September alle Lehrstellen zu besetzen. Für 169 freie Plätze gibt es aktuell nur 46 unversorgte Bewerber, wie aus der Statistik der Arbeitsagentur hervorgeht, die auch Ausbildungsstellen und Bewerber im Handwerk und in den freien Berufen berücksichtigt. Sowohl die Zahl der gemeldeten Lehrstellen als auch die Anzahl der gemeldeten Bewerber ist im Vergleich zum Vorjahr um 3,3 Prozent bzw. um 3,7 Prozent gestiegen. Beutler ermutigt deswegen bislang erfolglose Bewerber, auch weiter ihre Chance zu suchen. „In praktisch allen Branchen nehmen Betriebe auch noch kurzfristig Bewerbungen an. Bis in den Oktober hinein kann man noch in die Ausbildung einsteigen“, so der Unternehmer aus Schrobenhausen.

Die Top 5 der IHK-Ausbildungsberufe im Landkreis sind Industriemechaniker, Industriekaufleute, Kaufleute für Büromanagement, Bankkaufleute, und Einzelhandelskaufleute. Der IHK-Vorsitzende verweist auch auf den neuen Beruf der E-Commerce-Kaufleute. Es ist der erste vollständig digital ausgerichtete IHK-Ausbildungsberuf. Im Landkreis gibt es dazu bereits drei Azubis.

Auch sechs Auszubildende aus fluchtwahrscheinlichen Herkunftsländern gehören zu den neuen Auszubildenden in Industrie, Handel und Dienstleistungen. Insgesamt sind damit im Landkreis 16 Flüchtlinge in einer IHK-Ausbildung.

Beutler setzt sich für eine bessere Berufsorientierung an den Schulen ein: „Schüler und deren Eltern können zu Recht stolz sein, wenn sie sich für eine Lehre entscheiden. Denn eines steht fest: Besser als mit einer Ausbildung kann man nicht in das Berufsleben starten“. In einer Umfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK) sagen 75 Prozent derjenigen Betriebe, die Probleme in der Ausbildung haben, dass die unklaren Berufsvorstellungen der Schulabgänger ein Hindernis seien. Die Unternehmen bieten deswegen mehr Praktikumsplätze an und verbessern ihr Personalmarketing.

Insgesamt gibt es im Landkreis 179 IHK-zugehörige Ausbildungsbetriebe. Sie stehen ‎für knapp 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Zahlreiche freie Lehrstellen mit sofortigem Ausbildungsbeginn sind unter IHK-Lehrstellenbörse zu finden.