29.05.2018 - Ingolstadt

Unternehmensgründungen legen zu / Betriebsnachfolge bleibt Sorgenkind

Entgegen dem oberbayerischen Trend wollen in der Stadt Ingolstadt wieder mehr Menschen ihr eigener Chef werden. Der IHK für München und Oberbayern zufolge sind gegenüber dem Vorjahr die Existenzgründerzahlen in Ingolstadt gestiegen. Insge­samt meldeten 993 Personen ein Gewerbe an, 5,5 Prozent mehr als im Vorjahr. In 871 Fällen handelte es sich dabei um Firmenneugründungen, was einer Zunahme von 8,7 Prozent entspricht. Die Betriebsübergaben an einen Nachfolger nahmen hingegen um 12,9 Prozent auf 122 Fälle ab. Im oberbayernweiten Vergleich kann die Region 10 mit einem Plus von 2,4 Prozent bei den Gewerbeanmeldungen die höchste Gründungs­dynamik nachweisen.

Region 10 mit vergleichsweise hoher Gründungsdynamik

Fritz Peters, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Ingolstadt, betont die Auswir­kungen der aktuell guten Geschäftslage auf das Gründergeschehen: „Der Arbeitsmarkt in unserer Region punktet mit Vollbeschäftigung. Damit sinkt erfahrungsgemäß das Interesse an einer Selbstständigkeit und den damit verbundenen Risiken. Umso mehr freut es mich, wenn wieder mehr Menschen diesen Schritt wagen.“ Peters fordert gleich­zeitig, dass Gründer und Betriebsnachfolger auch weiterhin Unterstützung erhalten. Insgesamt beobachtet die IHK einen Trend hin zur besseren Vorbereitung von Grün­dungen. So nutzen Gründungsinteressierte verstärkt Angebote wie Beratungen und Sprechtage der Kammer. „Gut vorbereitet steigt der Erfolg. Dank der wirtschaftlichen Rahmendaten sind die Aussichten ohnehin so gut wie lange nicht“, so Peters.

Am beliebtesten waren Gründungen im Handel (235 Neugründungen), bei den Dienstleis­tungen (207) und im Baugewerbe (88). Mit 63 Fällen kamen die meisten Übernahmen im Gastgewerbe zustande.

Peters unterstreicht die Rolle der Existenzgründer für die Wirtschaft: „Start-Ups und neue Unternehmen sorgen für Innovation und Dynamik. Sie sind damit das Fundament für zukünftige wirtschaftliche Erfolge. Auch alteingesessene Betriebe sind bedroht, wenn sich keine Nachfolger finden, die das unternehmerische Risiko von der vorhergehenden Generation übernehmen wollen.“ Die IHK-Gründerbilanz beruht auf Daten des Bayerischen Landesamts für Statistik.