02.05.2018 - Eichstätt

Alexander Kessel übernimmt Vorsitz im IHK-Regionalausschuss

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Alexander Kessel, Vorstand der Lentinger Kessel AG, ist neuer Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Eichstätt. Er wurde auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses bei der Firma Bertrandt in Gaimersheim einstimmig in das Amt gewählt. Kessel löst damit Emmeran Hollweck, Vorstandsmitglied der Sparkasse Ingolstadt Eichstätt, ab. Hollweck stand zwei Jahre an der Spitze der regionalen Wirtschaftsvertretung und tritt in Kürze seinen Ruhestand an.

Flächennutzung muss Teil der kommunalen Planungshoheit bleiben ‎

Ausschussmitglied Frank Fichtner, Geschäftsführer der Gaimersheimer IP Camp GmbH, übernimmt ab sofort ebenfalls eine neue Aufgabe im Ausschuss. Er und Thomas Brandl, Geschäftsführer der Erhard Brandl GmbH & Co.KG in Eitensheim, sind stellvertretende Vorsitzende.

„Ob Fachkräftemangel, fehlender Azubinachwuchs, Weiterentwicklung von Verkehrs- und digitaler Infrastruktur, künftige Flächennutzung – es gibt mehr als genug Themen, die der Wirtschaft unter den Nägeln brennen und die wir mitdiskutieren und mitgestalten wollen. Der Wohlstand in unserer Region steht und fällt mit der wirtschaftlichen Prosperität. Deshalb brauchen wir auch in Zukunft optimale Rahmenbedingungen, damit sich unsere Betriebe gut weiterentwickeln können“, so der neue Vorsitzende Kessel.

Eines der aus Sicht der Wirtschaft dringlichsten Themen ist die künftige Flächen­nutzung im Landkreis. Diese stand auch im Fokus der Sitzung in Gaimersheim. Bereits in der IHK-Standortumfrage 2017 gab über ein Drittel (38 Pro­zent) der befragten Unternehmen im Landkreis an, dass Standortmängel wie fehlende Gewerbeflächen und Fachkräfte oder langwierige Genehmigungs­verfahren bei den Behörden ihr Unternehmenswachstum bremsen. In der Diskussion sprach sich Gaimersheims Erste Bürgermeisterin Andrea Mickel (SPD) deutlich für die Bewahrung der kommunalen Planungshoheit aus. Das Wachstum fände vor Ort in den Kommunen statt, deshalb müssten auch dort die Entscheidungen getroffen werden, so Mickel. Vorsitzender Kessel warnte ausdrücklich vor einer Blockade der Entwicklung in der Region durch die Einführung einer Obergrenze bei der Flächennutzung.

Großen Raum in der Diskussion nahm das Thema der interkommunalen Gewerbegebiete ein, für die sich auch die IHK stark macht. Mickel und Wirtschaftsförderer Georg Stark bezogen dazu eine kritische Position. Standortexperte Andreas Fritzsche von der IHK für München und Oberbayern zeigte sich jedoch davon überzeugt, dass eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden Flächen und Kosten einsparen würde. Beste Lösung wäre ein gemeindeübergreifendes Flächenmanagement mit einer aktiven, bedarfsorientierten und strategischen Steuerung der Nutzung. Kommunen dürfen sich nicht länger als „Inseln“ betrachten, sondern müssen gemeinsam mit den Nachbargemeinden in Funktionsräumen denken. Das Kirchturmdenken müsse der Vergangenheit angehören, so Fritzsche.