16.04.2018 - Pfaffenhofen

Unternehmer diskutieren Flächennutzung im Landkreis ‎

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Gemeinsam mit Josef Finkenzeller (Freie Wähler), stellvertretender Landrat von Pfaffenhofen, und Jens Machold (CSU), Erster Bürgermeister des Marktes Wolnzach, diskutierten die Mitglieder des IHK-Regionalausschusses Pfaffenhofen in ihrer jüngsten Sitzung, vor welchen Herausforderungen der Landkreis hinsichtlich einer sorgsamen und effizienten Flächennutzung in den kommenden Jahren steht.

Kastner: „Bruckbach zeigt, wie interkommunale Zusammenarbeit aussehen muss“‎

„Alle Zeichen stehen auf anhaltende Prosperität und viel wirtschaftliches Weiterentwicklungspotenzial für unseren Standort“, mit diesen Worten eröffnete Eduard Kastner, Vorsitzender des Regionalausschusses, die Sitzung. Er wandte sich ausdrücklich gegen eine von der Politik willkürlich gezogene Obergrenze in der Flächennutzung, wie sie derzeit diskutiert wird. Diese führe nur zu einer künstlichen Verknappung der Flächen und setze verschiedene Nutzungsarten wie Wohnen, Verkehrsinfrastruktur, Freizeit/Erholung oder Gewerbe unnötig in Konkurrenz zueinander, so der Vorsitzende. Abhilfe könnten interkommunale Projekte in der Flächennutzung schaffen. Kastner verwies auf den Markt Wolnzach und die Gemeinde Rohrbach, die mit dem Gewerbegebiet Bruckbach beispielhaft vor Augen geführt haben, wie das funktionieren kann.

Bürgermeister Machold rekapitulierte die schwierige Entstehungsgeschichte des Gewerbegebiets Bruckbach, das heute als oberbayerisches Vorzeigeprojekt der interkommunalen Zusammenarbeit gilt. Machold betonte, dass die kommunale Planungshoheit um keinen Preis beschnitten werden dürfe. So lautete auch die Forderung von Finkenzeller. Er verwies auf die 8.000 Wohnungen, die bis 2030 im Landkreis gebaut werden müssen, um den ständig wachsenden Bedarf zu decken. Wenn diese Aufgabe gestemmt werden soll, dann müsse man in die Fläche gehen, so der Kommunalpolitiker. Steuerliche Anreize vom Gesetzgeber für die Baulandmobilisierung seien dafür dringender denn je notwendig. Sowohl Finkenzeller als auch Machold verwiesen darauf, wie wichtig die Versachlichung der aktuellen Debatte um den sogenannten Flächenverbrauch sei. „Ängste und Emotionen schüren hilft uns nicht weiter“, betonte Machold. Kommunen, Einwohner und die ansässigen Betriebe müssen gemeinsam die Herausforde­rungen annehmen. Nur so sei der erforderliche, wenn auch äußerst schwierige Spagat zu meistern, so der Bürgermeister.

Zu Gast bei THIMM Verpackung

Gastgeber der Arbeitssitzung des IHK-Regionalausschusses am 11. April war die Firma Thimm am Standort Wolnzach. Das in dritter Generation geführte Familienunternehmen beschäftigt im Werk Holledau, das 2016 bezogen wurde, über 150 Mitarbeiter. 63 Millionen Euro hat das Unternehmen in sein neues Wellpappenwerk investiert. Die Mitglieder des Ausschusses gewannen beim Rundgang durch den Standort interessante Einblicke in die Produktions- und logistischen Abläufe.