02.02.2018 - Eichstätt

Neun Prozent weniger Lehrverträge bei IHK-Ausbildungsunternehmen ‎

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Für 2017 verzeichnet die IHK für München und Oberbayern im Landkreis 361 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge, davon 205 in kaufmännischen und 156 in gewerblichen Ausbildungsberufen. Während oberbayernweit die Zahl der Ausbildungsverträge bei IHK-Mitgliedsunternehmen im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozent auf fast 16.900 anwuchs, musste der Landkreis ein deutliches Minus von
9,1 Prozent verzeichnen. Gemäß den Zahlen der Arbeitsagentur blieben 91 Lehrstellen mangels Bewerber unbesetzt (Stichtag 30. September 2017).

Hollweck: „Nachwuchssorgen sind ständiger Begleiter vieler Betriebe“‎

„Um ihren Fachkräftenachwuchs zu sichern, müssen die Betriebe inzwischen das
ganze Jahr über nach Azubis suchen. Aufklärung über die Vorteile und Chancen einer Berufsausbildung ist deshalb wichtiger denn je. Dafür müssen wir alle erreichen – Schüler, Eltern, Lehrer und Bildungspolitiker. Dass die duale Ausbildung ein ausgezeich­netes Sprungbrett in eine berufliche Karriere ist, ist mehrfach nachgewiesen. Nicht zu vergessen, dass mit ihr das Fundament unserer wirtschaftlichen Stärke gelegt wird“, erläutert Emmeran Hollweck, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Eichstätt. Um genau darüber aufzuklären, haben die IHK und Partner wie das Bayerische Wirtschafts­ministerium in den vergangenen Jahren Kampagnen wie ‚Elternstolz‘ oder die ‚Woche der Ausbildung‘ ins Leben gerufen. Letztere startet dieses Jahr am 26. Februar.

Unter den 361 Neu-Azubis im Landkreis sind heuer auch 15 Jugendliche aus fluchtwahr­scheinlichen Ländern. Das sind mehr als vier Prozent aller neuen Auszubildenden. „Ohne Flüchtlinge und Einwanderer würde die Ausbildungsbilanz noch besorgniserre­gender ausfallen. Sie entwickeln sich daher zu einer wichtigen Stütze für unseren Fachkräftenachwuchs“, sagt Hollweck. Bei den Top-IHK-Lehrberufen führen im Landkreis die Kaufleute für Büromanagement vor den Kaufleuten für Groß- und Außenhandel und den technischen Produktdesigner. Bei Mädchen liegt die Kauffrau für Büromanagement an der Spitze, bei Buben der technische Produktdesigner.

Insgesamt konnten die Unternehmen Neuverträge in 56 verschiedenen Berufen abschließen. Die Anzahl der IHK Ausbildungsbetriebe nahm 2017 leicht zu. Sie erreichte mit 237 Firmen den höchsten Stand seit 2011.