04.09.2017 - Pfaffenhofen

Beginn des Ausbildungsjahres: IHK meldet Bewerbermangel

ausbildung_beratung

Viele Betriebe im Landkreis Pfaffenhofen haben auch heuer große Mühe, zum Beginn des Ausbildungsjahrs am 1. September alle Ausbildungsplätze zu besetzen. Der IHK-Regionalausschuss Pfaffenhofen erwartet, dass viele Lehrstellen in den Unternehmen frei bleiben. Mehr als ein Drittel der seit Jahresbeginn im Landkreis gemeldeten 673 Ausbildungsangebote war zuletzt noch unbesetzt. Für die 249 unbesetzten Plätze gab es allerdings nur noch 130 unversorgte Bewerber, wie aus der Statistik der Arbeitsagentur hervorgeht.

‎366 Jugendliche starten im Landkreis in die Ausbildung / Viele Lehrstellen unbesetzt

Insgesamt treten laut IHK-Zwischenbilanz im Landkreis diese Woche 366 Jugendliche eine Lehre bei Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen an, das ist ein Rückgang von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Top 5 der angebotenen IHK-Ausbildungsberufe im Landkreis sind Verkäufer, Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, Bürokaufleute, Kaufleute im Einzelhandel und Kfz-Mechatroniker.

‎„Angesichts der starken Konjunktur setzen die Betriebe mehr denn je auf den eigenen Fachkräftenachwuchs, die passenden Bewerber sind aber Mangelware“, ‎sagt Eduard Kastner, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Pfaffenhofen. Kastner betont, dass der Engpass wie schon in den Vorjahren quer durch alle Branchen geht: „Es werden zwar nach wie vor besonders angehende Verkäufer und Köche gesucht, aber auch Elektroniker, Kaufleute im Einzelhandel oder Kfz-Mechatroniker fehlen.“ Der IHK-Regionalausschussvorsitzende führt den Bewerbermangel auf stagnierende Schulabgängerzahlen sowie den Trend zur Akademisierung zurück. Die Zahl der Absolventen der Mittelschulen (früher Hauptschulen) ist in Oberbayern seit 2005 um 28 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Abiturienten um 57 Prozent.

Um das Image der Ausbildung zu verbessern, fordert Kastner eine bessere Berufs­orientierung an den Schulen: „Die duale Ausbildung ist eins der größten Erfolgs­geheimnisse in Europa. Es gibt keinen besseren Start ins Berufsleben. Schüler und Eltern können zu Recht stolz sein, wenn sie sich für eine Ausbildung und damit für eine solide Zukunftsperspektive entscheiden.“ In einer IHK-Umfrage sagen 76 Prozent derjenigen Betriebe, die Probleme in der Ausbildung haben, dass die unklaren Berufsvorstellungen der Schulabgänger ein Hindernis seien. Die Unternehmen bieten deswegen mehr Praktikumsplätze an und verbessern ihr Personalmarketing.

Insgesamt gibt es im Landkreis Pfaffenhofen aktuell 199 IHK-zugehörige Ausbildungsbetriebe. Diese stehen ‎für rund 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Die Zahlen der Arbeitsagentur beziehen sich auf alle Ausbildungsbereiche, neben Industrie, Handel und Dienstleistung gehören dazu auch das Handwerk und die freien Berufe.

Zahlreiche freie Lehrstellen in Oberbayern mit sofortigem Ausbildungsbeginn sind unter www.ihk-lehrstellenboerse.de zu finden.