04.09.2017 - Eichstätt

Beginn des Ausbildungsjahres: IHK meldet Bewerbermangel

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Viele Betriebe im Landkreis Eichstätt haben auch heuer große Mühe, zum Beginn des Ausbildungsjahrs am 1. September alle Ausbildungsplätze zu besetzen. Der IHK-Regionalausschuss Eichstätt erwartet, dass viele Lehrstellen in den Unternehmen frei bleiben. Mehr als ein Drittel der seit Jahresbeginn im Landkreis gemeldeten 998 Ausbildungsangebote war zuletzt noch unbesetzt. Für die 357 unbesetzten Plätze gab es allerdings nur noch 96 unversorgte Bewerber, wie aus der Statistik der Arbeitsagentur hervorgeht.

‎349 Jugendliche starten im Landkreis in die Ausbildung / Viele Lehrstellen unbesetzt

nsgesamt treten laut IHK-Zwischenbilanz im Landkreis diese Woche 349 Jugendliche eine Lehre bei Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen an, das ist ein Rückgang von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Top 5 der angebotenen IHK-Ausbildungsberufe im Landkreis sind Kaufleute im Einzelhandel, Bäckerei- und Fleischerei-Fachverkäufer, Verkäufer sowie Bürokaufleute.

‎„Angesichts der starken Konjunktur setzen die Betriebe mehr denn je auf den eigenen Fachkräftenachwuchs, die passenden Bewerber sind aber Mangelware“, ‎sagt Emmeran Hollweck, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Eichstätt. Hollweck betont, dass der Engpass wie schon in den Vorjahren quer durch alle Branchen geht: „Es werden zwar nach wie vor besonders angehende Fachverkäufer und Köche gesucht, aber auch Elektroniker oder Kaufleute im Einzelhandel fehlen.“ Der IHK-Regionalausschuss­vorsitzende führt den Bewerbermangel auf stagnierende Schulabgängerzahlen sowie den Trend zur Akademisierung zurück. Die Zahl der Absolventen der Mittelschulen (früher Hauptschulen) ist in Oberbayern seit 2005 um 28 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Abiturienten um 57 Prozent.

Um das Image der Ausbildung zu verbessern, fordert Hollweck eine bessere Berufs­orientierung an den Schulen: „Die duale Ausbildung ist eins der größten Erfolgs­geheimnisse unserer Zeit. Es gibt keinen besseren Start ins Berufsleben. Schüler und Eltern können zu Recht stolz sein, wenn sie sich für eine Ausbildung und damit für eine solide Zukunftsperspektive entscheiden.“ In einer IHK-Umfrage sagen 76 Prozent derjenigen Betriebe, die Probleme in der Ausbildung haben, dass die unklaren Berufsvorstellungen der Schulabgänger ein Hindernis seien. Die Unternehmen bieten deswegen mehr Praktikumsplätze an und verbessern ihr Personalmarketing.

Insgesamt gibt es im Landkreis Eichstätt aktuell 230 IHK-zugehörige Ausbildungsbetriebe. Diese stehen ‎für rund 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Die Zahlen der Arbeitsagentur beziehen sich auf alle Ausbildungsbereiche, neben Industrie, Handel und Dienstleistung gehören dazu auch das Handwerk und die freien Berufe.

Zahlreiche freie Lehrstellen in Oberbayern mit sofortigem Ausbildungsbeginn sind unter www.ihk-lehrstellenboerse.de zu finden.