IHK Ratgeber

Förderprogramm "Ausbildungsplätze sichern" in Corona-Zeiten

People on starting line. Group of young people are standing on starting line and are looking forward while isolated on white.

Ausbildung ist Zukunft: Zum Konjunkturpaket der Bundesregierung gehört das Förderprogramm "Ausbildungsplätze sichern". Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU), die ihr Ausbildungsplatzangebot im Jahre 2020 gegenüber den drei Vorjahren nicht verringern, erhalten für jeden neu abgeschlossenen Ausbildungsvertrag eine einmalige Prämie in Höhe von 2.000 Euro. Sie wird nach Ende der Probezeit ausgezahlt. Unternehmen, die ihr Ausbildungsangebot erhöhen, erhalten für die zusätzlichen Ausbildungsverträge 3.000 Euro. Auch Übernahme und die Vermeidung von Kurzarbeit bei Azubis wird unterstützt.

Inhalt

An wen richtet sich die Förderung?

Das Programm "Ausbildung sichern" richtet sich an:

  • Kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Dies sind Betriebemit bis zu 249 Beschäftigten.
    Als Beschäftigtenzahl wird die Zahl der Mitarbeiter in Vollzeitäquivalenten zum Stichtag 29. Februar 2020 zugrunde gelegt.
  • Bei verbundenen Unternehmen werden die Beschäftigten der einzelnen Unternehmen zusammen berücksichtigt.
  • KMU, die eine Berufsausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen oder in den bundes- und landesrechtlich geregelten praxisintegrierten Ausbildungen im Gesundheits-und Sozialwesen durchführen.

Ausschlusskriterien:

  • Praktika sind ausgeschlossen.
  • Es wird nur eine Prämie pro Ausbildung gezahlt.
  • Neben den benannten Förderungen ist die Inanspruchnahme anderer Programme des Bundes oder der Länder mit gleicher Zielrichtung oder gleichem Inhalt nicht möglich. Das Unternehmen entscheidet, welche Förderung es in Anspruch nehmen will.
  • Eine kumulative Förderung im Rahmen der "Förderung von Auftrags- und Verbundausbildung" und der "Übernahmeprämie" ist ausgeschlossen.

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Fördermöglichkeiten

Ziel der Förderung:

Ausbildungsbetriebe und ausbildende Einrichtungen zu motivieren, ihr Ausbildungsniveau im Vergleich zu den Vorjahren aufrecht zu erhalten oder sogar zu erhöhen, um mittelfristig den Fachkräftebedarf in Deutschland decken zu können.

Antragsberechtigt:

Antragsberechtigt sind kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind.

Davon ist auszugehen, wenn das Unternehmen

  • in der ersten Hälfte des Jahres 2020 wenigstens einen Monat Kurzarbeit durchgeführt hat
  • oder der Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 um durchschnittlich mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mai 2019 eingebrochen ist.

Bei Unternehmen, die nach April 2019 gegründet worden sind, sind statt der Monate April und Mai 2019 die Monate November und Dezember 2019 zum Vergleich heranzuziehen.

Voraussetzungen:

Eine Förderung setzt voraus, dass das Unternehmen sein Ausbildungsniveau im Jahr 2020 im Vergleich zu den drei Vorjahren nicht verringert. Verglichen werden die Ausbildungsverträge, die für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossen worden sind, mit dem Durchschnitt der über die letzten drei Jahre (2017-2019) abgeschlossenen Ausbildungsverträge.

Umfang und zeitlicher Rahmen der Förderung:

Gefördert wird bei Vorliegen der Voraussetzungen durch einen einmaligen Zuschuss

  • in Höhe von 2.000 Euro für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag. Relevant ist ein Ausbildungsbeginn im Ausbildungsjahr 2020/2021!
  • bzw. durch einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 3.000 Euro für jeden über das frühere Ausbildungsniveau zusätzlich für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag.

Die Auszahlung erfolgt nach dem Ende der erfolgreich abgeschlossenen Probezeit.

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Ziel der Förderung:

Kurzarbeit bei Auszubildenden soll vermieden werden, um den erfolgreichen Abschluss der begonnenen Ausbildung sicherzustellen.

Antragsberechtigt:

KMU, die ihre laufenden Ausbildungsaktivitäten trotz der Belastungen durch die COVID-19-Krise fortsetzen und Auszubildende sowie deren Ausbilder trotz erheblichem Arbeitsausfall nicht in Kurzarbeit bringen.

Voraussetzungen:

Erforderlich ist ein Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent im gesamten Betrieb; anderenfalls wird davon ausgegangen, dass die Ausbildungsaktivitäten auch ohne Förderung wie üblich fortgesetzt werden können.

Umfang und zeitlicher Rahmen der Förderung:

Die Förderung erfolgt in Höhe von 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung für jeden Monat, in dem im Betrieb ein Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent zu verzeichnen ist.

Eine Förderung erfolgt frühestens ab Inkrafttreten der Förderrichtlinie.

Sie ist befristet auf Zeiten bis zum 31. Dezember 2020.

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Ziel der Förderung:

Die stärkere Nutzung von Verbund- oder Auftragsausbildung im Ausbildungsjahr 2020/21 soll stimuliert werden für Auszubildende in KMU, die ihre Ausbildung temporär nicht im eigenen Betrieb weiterführen können, weil der Betrieb vollständig oder zu wesentlichen Teilen pandemiebedingt von Schließungen oder erheblichen Auflagen, die eine Fortsetzung des Geschäftsbetriebs maßgeblich behindern, betroffen ist. Die Verbund- oder Auftragsausbildung kann in anderen KMU, in Überbetrieblichen Berufsbildungsstätten (ÜBS) oder durch andere etablierte Ausbildungsdienstleister durchgeführt werden, wobei die betriebliche Ausbildung Vorrang hat.

Eine Einstellung oder maßgebliche Behinderung des Geschäftsbetriebs vollständig oder zu wesentlichen Teilen in Folge der Corona-Pandemie wird angenommen, wenn der Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 um durchschnittlich mindestens 60 Prozent gegenüber den entsprechenden Vorjahresmonaten zurückgegangen ist.

Antragsberechtigt:

  • KMU aus allen Wirtschaftsbereichen, die o. g. Auszubildende im Rahmen der Auftrags- oder Verbundausbildung für mindestens sechs Monate im eigenen Betrieb ausbilden und über die hierfür notwendige Ausbildungseignung verfügen und
  • ÜBS sowie andere etablierte Ausbildungsdienstleister, die o. g. Auszubildende im Rahmen der Auftrags- oder Verbundausbildung für mindestens sechs Monate ausbilden.

Voraussetzungen:

Gemäß der Vorgabe der Ziffer 30 des Beschlusses des Koalitionsausschusses vom 3. Juni 2020 sollen die Details der Durchführung einer solchen Verbund- oder Auftragsausbildung im Rahmen der Allianz für Aus- und Weiterbildung erörtert werden.

Umfang und zeitlicher Rahmen der Förderung:

  • Eine Förderung erfolgt frühestens ab Inkrafttreten der Förderrichtlinie.
  • Sie ist befristet bis zum 30. Juni 2021.

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Ziel der Förderung:

Die Weiterführung von Ausbildungsverhältnissen bei pandemiebedingter Insolvenz eines ausbildenden KMU soll gesichert werden.

Antragsberechtigt:

  • KMU aus allen Wirtschaftsbereichen, die Auszubildende aus pandemiebedingt insolventen KMU bis zum 31. Dezember 2020 für die Dauer der restlichen Ausbildung übernehmen.

Voraussetzungen:

Eine pandemiebedingte Insolvenz wird bei KMU angenommen, über die bis zum 31. Dezember 2020 das Insolvenzverfahrens eröffnet worden ist und die sich vor dem 31. Dezember 2019 gemäß EU-Definition nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befunden haben.

Umfang und zeitlicher Rahmen der Förderung:

Die Förderung erfolgt bei Vorliegen der Voraussetzungen durch eine einmalige Übernahmeprämie in Höhe von 3.000 Euro pro aufgenommenem Auszubildenden an das aufnehmende KMU.

  • Eine Förderung erfolgt frühestens ab Inkrafttreten der Förderrichtlinie.
  • Sie ist befristet auf Zeiten bis zum 30. Juni 2021.

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Hinweise zur Umsetzung des Programms

Die Umsetzung des Programms soll hinsichtlich der der Ausbildungsprämien, der Förderung bei Vermeidung von Kurzarbeit sowie der Übernahmeprämie durch Verwaltungsvereinbarung der Bundesagentur für Arbeit übertragen werden. Anträge auf diese Förderungen sind demnach bei der für das jeweilige Unternehmen örtlich zuständigen Agentur für Arbeit zu stellen.

Weitere Details zur Durchführung befinden sich gerade noch in Ausarbeitung und werden an dieser Stelle laufend aktualisiert.

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