Digitalisierung

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Onlinezugangsgesetz: Die IHK setzt Prio-Liste der Staatsregierung um.

Cert4Trust: Blockchain-Technologie macht Zeugnisse fälschungssicher

Ein breites Bündnis für einen großen Schritt in der Entwicklung der Blockchain-Technologie: Die IHK hat in einem Gemeinschaftsprojekt mit dem bayerischen Digitalministerium, der Handwerkskammer und der Landeshauptstadt München das Projekt Cert4Trust gestartet. Der Name „Trust“ ist Programm: Mit dieser Lösung können digitale Dokumente über eine Webanwendung auf Echtheit (unverfälscht, Aussteller korrekt) sowie Gültigkeit überprüft werden (check.cert4trust.de).

Lösung basiert auf der Blockchain Technologie, die durch Transparenz, hohem Vertrauensniveau und verteilter Datenhaltung eine perfekte Grundlagentechnologie für die Prozessdigitalisierung im föderalen System ist. Für die Umsetzung wurde eine eigene Blockchain-Infrastruktur aufgebaut. Es werden nur die Hashwerte der Dokumente gespeichert und für die Überprüfung verwendet. Daher funktioniert die Lösung ressourcenschonend, schnell, einfach und nicht zuletzt Datenschutz-konform.

Die erste Anwendung von Cert4Trust: Abschlusszeugnisse der IHK München in den Ausbildungsberufen ab dem Prüfungsjahrgang 2020. Im Sommer 2020 wurde ein voll-automatisierter Prozess eingeführt, der alle Schritte möglich macht: Erstellung der digitalen Zeugnisse, deren Archivierung, Ablage in der Blockchain sowie Bereitstellung der Zeugnisse im Azubi-Infocenter. Geplant ist ein Rollout der Lösung auf weitere IHKs sowie die Ausweitung auf weitere Zeugnisse sowie andere Dokumentenarten

Informationen zum Projekt

Neue §34c-Zuständigkeit: 70.000 Daten von Verwaltung übernommen

Der bayerische Gesetzgeber hat den IHKs mit Wirkung zum 1. Januar eine weitere hoheitliche Aufgabe übertragen: die Erlaubnis- und Aufsichtszuständigkeit über Immobilienmakler, Darlehensvermittler, Bauträger und Baubetreuer. Rechtliche Basis ist der berühmte §34c, ein Paragraph der Gewerbeordnung, der besagt, dass die Tätigkeit von Maklern, Bauträgern und Baubetreuern erlaubnispflichtig ist. Das heißt, nicht jeder darf diese Tätigkeit ausüben. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass bei den sensiblen Themen Finanzen und Immobilien ein besonderes Vertrauen und der Schutz der Bürger vor unseriösen Anbietern nötig sind. Wer auf diesem Feld sein Geschäft betreiben will, hat folglich eine Reihe von Auskunfts- und Nachweispflichten zu erfüllen.

Im Rahmen dieser neuen Aufgabe hat die IHK etwa 70.000 Daten der Erlaubnisinhaber von den Kreisverwaltungsbehörden übernommen. Da es sich dabei um höchst sensible Daten handelt, waren höchste Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit zu erfüllen.

IHK startet Online Service Plattform

Nicht nur E-Government fordern, sondern selbst mit der Digitalisierung von Service-Angeboten vorangehen – diesen Anspruch hat die IHK mit einem weiteren Schritt umgesetzt. Die IHK hat im Sommer 2020 die Plattform services.ihk.digital freigeschaltet. Die Idee: Alle digitalen Angebote und Leistungen der IHK an einem Punkt bündeln. Nerviges Suchen und Rumtelefonieren für die IHK-Kunden entfällt. Was gebraucht wird, lässt sich schnell und einfach finden. Die Palette reicht von der Beantragung von Gewerbeerlaubnissen über Änderung von Beitragsdaten bis zur Anmeldung zu Sach- und Fachkundeprüfungen. Das Angebot der Plattform wird bis Ende 2022 kontinuierlich erweitert, um die Anforderungen des Onlinezugangsgesetzes in den bayerischen IHKs zu erfüllen.

IHK Initiative „Pack ma’s digital“: 48 Webinare

Die IHK hat die 2017 gestartete Digitalisierungs-Initiative „Pack ma’s digital“ erfolgreich fortgesetzt. Ziel ist der Initiative ist, die oberbayerischen Unternehmen mit kompetenten Partnern in ihrer Digitalisierung zu unterstützen. Dafür konnten mittlerweile über 150 Digitaldienstleister als Unterstützer gewonnen werden.

Die Macher dieser Initiative haben Frühjahr 2020 schnell auf die Corona-Pandemie reagiert. Statt Präsenzveranstaltungen hat die IHK Webinare angeboten, in denen anfangs ein- bis zweimal wöchentlich aktuelle Digital-Themen aufgegriffen wurden, wie beispielsweise Tools oder IT-Sicherheit im Homeoffice, Aufbau eines Webshops und bessere Sichtbarkeit im Internet. Im Herbst hat die IHK ihre Unterstützung der Digitalisierung im Mittelstand ausgebaut – mit einer Digitalkonferenz und einer fünfteiligen Webinar-Reihe zu Künstlicher Intelligenz.

Insgesamt konnten im Rahmen dieser Initiative 48 Online-Veranstaltungen mit durchschnittlich 129 Teilnehmern durchgeführt werden – was einer um 160 Prozent gestiegenen Nachfrage gegenüber dem Vorjahr entspricht. Durch Webinarmitschnitte wurden auch deutlich mehr Videos (ein Plus von 87 Prozent gegenüber 2019) zu Digitalisierungsthemen für die individuelle Nutzung bereitgestellt.

Siehe auch www.packmasdigital.de

IHK engagiert sich für besseres Mobilfunk-Netz

Löcher im Mobilfunknetz – darüber klagen Oberbayerns Unternehmer seit Jahren. Die IHK hat dieses Problem erneut aufgegriffen und mit zahlreichen Experten das Positionspapier „Überall digital – Mobilfunk für Unternehmen“ erstellt. Die IHK-Vollversammlung hat das Papier im Juli verabschiedet. Es enthält konkrete Vorschläge zur Verbesserung des Breitband- und Mobilfunknetzes und setzt auf allen politischen Ebenen an. Gefordert werden neben einer bundesweit effizienteren Regulierung u.a. schnellere lokale Genehmigungsverfahren und die bessere Information der Bürger, um die Akzeptanz für Mobilfunkausbau zu erhöhen.

Das Positionspapier wird mit Erfolg in politischen Gesprächen eingesetzt und diente beispielsweise als Grundlage für IHK-Aktionen zum Mobilfunkausbau in München: Über Briefe an die Münchner Stadtspitze und die Stadtratsfraktionen, Teilnahme an öffentlichen Diskussionen und Gespräche wurde die Notwendigkeit eines schnellen Mobilfunkausbaus und die Zukunftschancen von 5G für Unternehmen verdeutlicht. Mittlerweile hat der Stadtrat bereits erste positive Entscheidungen für einen beschleunigten Ausbau getroffen.

Siehe auch https://www.ihk-muenchen.de/de/Wirtschaftsstandort/Infrastruktur/Digitale-Infrastruktur/

Digiscouts: 12 Projekte in München umgesetzt

Die IHK hat sich gemeinsam mit dem RKW als Projektträger im Großraum München für das Projekt Digiscouts engagiert. Die Idee ist einfach, aber wirksam: Die jugendliche Begeisterung für Digitalisierung für die Digitalisierung des Ausbildungsbetriebs nutzen. Jeweils mindestens zwei Azubis in einem Unternehmen finden im Rahmen eines Azubiprojekts heraus, wo im Betrieb Potenzial für Digitalisierung steckt. Die IHK hat mit elf Mitgliedsunternehmen trotz Pandemie innerhalb eines halben Jahres 12 Digiscout-Projekte umgesetzt. Realisiert wurden digitale Workflows für Produktions- oder Verwaltungsprozesse sowie die Möglichkeit, Essensbestellungen oder Raumbuchungen online zu erledigen. Die IHK war im Projekt Digiscouts nicht nur regionaler Partner, sondern mit ihren Auszubildenden auch ein teilnehmendes Unternehmen.

Zukunftsoffensive: Starkes Bündnis will Digitalisierung fördern

Die IHKs in München und Düsseldorf, die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di sowie die Google Zukunftswerkstatt haben sich zu einer umfassenden Bildungsinitiative zusammengeschlossen. Das gemeinsame Ziel ist es, durch die Vermittlung digitaler Kompetenzen Arbeitskräfte und Unternehmen langfristig zukunftsfähig zu halten. In der Online-Konferenz am 14. Oktober wurde das Angebot der Zukunftsoffensive vorgestellt. Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) hat das Vorhaben wissenschaftlich unterfüttert. Die Arbeitsmarkt-Forscher haben ihre Studie zum Stand und zukünftigen Bedarf digitaler Kompetenzen präsentiert. Für den Praxisbezug sorgte ein oberbayerischer Mittelständler. Der Unternehmer berichtete über seine Erfahrungen mit der Digitalisierung im Unternehmen und erklärte, wie die Basisbox der Zukunftsoffensive ihm dabei geholfen hat. Die Basisbox beinhaltet leicht verständliche Einführungen in relevante Digitalthemen und kleine Wissenschecks zur Selbstprüfung. 2020 haben bereits 28.000 Personen mindestens ein Modul der Basisbox fertig absolviert.

Digitalisierungsumfrage 2020: Unternehmen machen deutliche Fortschritte

Die IHK hat sich an der bundesweiten IHK-Digitalisierungsumfrage 2020 beteiligt. Davor hatten die IHKs die Unternehmen 2017 zu ihrem digitalen Reifegrad befragt. Im Vergleich lesen sich die Ergebnisse Ende 2020 erfreulich. 44 Prozent der befragten Unternehmen in Oberbayern sahen sich digital gut oder sehr gut aufgestellt. Das waren 20 Prozent mehr als 2017. Allerdings deckte die Umfrage auch bedenkliche Mängel auf. Wenn 44 Prozent der Unternehmen gut oder sehr gut digital unterwegs sind, heißt das im Umkehrschluss: 54 Prozent der Unternehmen müssen digital noch deutlich besser werden.

Weiteres Manko: Nur ein Bruchteil der Unternehmen verfügte auch Ende 2020 und nach Lockdown-Trauma über eine wirkliche Digital-Strategie. Das Gros der Firmen nutzte Digitalisierung vorwiegend zur Verbesserung bestehender analoger Prozesse. Nur in Ausnahmefällen wurde das volle Potenzial der Digitalisierung voll ausgeschöpft – mit der Entwicklung neuer Produkte und Geschäftsmodelle. Zudem klagten die Unternehmen unverändert über hohe Digitalisierungshürden: technische Komplexität, fehlende Digital-Kompetenz der Mitarbeiter sowie hoher Investitionsaufwand. Jedes dritte Unternehmen meldete außerdem Mängel in der Breitbandversorgung.

Die Unternehmen äußerten die klare Erwartung, die Politik müsse mehr tun für die Digitalisierung des Landes. Ihre Forderungen: Vermittlung des nötigen Basiswissens in allen Bildungsbereichen, Rahmenbedingungen, die innovative Geschäftsmodelle fördern, und Bürokratie-Erleichterungen über mehr E-Government für die Unternehmen.

Siehe auch: www.ihk-muenchen.de/de/Service/Betrieb-Nachfolge/Digitalisierung/IHK-Digitalisierungsumfrage-2020/

Digitalisierung der Verwaltung: IHK erfüllt OZG-Vorgabe der Staatsregierung

Bayerns Staatsregung und Wirtschaft haben in Sachen E-Government richtig Gas gegeben. Anlass war die anstehende Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG). Bis 31. Dezember 2022 sollen Bund, Länder und die Kommunen alle Verwaltungsleistungen in Deutschland über Verwaltungsportale auch digital anbieten und diese Portale zu einem Verbund verknüpfen. Die Bundesregierung hat rund 600 Verwaltungsleistungen aufgelistet, die bis zum Stichtag auch digital verfügbar sein sollen. Bayerns Staatsregierung hatte den Ehrgeiz, noch schneller zu Resultaten zu kommen. Die Staatsregierung hat in der sogenannten „Top-Prio-Liste Bayern“ Verwaltungsleistungen zusammengestellt, die schon bis zum 31. Dezember 2020 in digitaler Form angeboten werden sollen. „Top-Prio-Liste Bayern“ wurden auch 43 IHK-Leistungen aufgenommen. Die IHK hat die Vorgabe der Staatsregierung fristgerecht erfüllt – und die in der Liste genannten Verwaltungsleistungen für die Unternehmen digitalisiert.

IHK nutzt IT für mehr Effizienz aller Prozesse

Die IHK will im Interesse ihrer Mitgliedsunternehmen ihre Arbeit schneller, effizienter und transparenter machen. 2020 ist man mit smarten IT-Lösungen diesem Ziel erneut näher gekommen. Das Projekt ELVIS ermöglicht die effiziente Verwaltung von Sach- und Fachkundeprüfungen. Hinzu kam die erweiterte Nutzung der E-Mail-Marketing-Software „Universal Messenger“ der Firma PiNuts. Mit dieser Software hatte die IHK zuvor schon zielgruppengerechte Fach-Newsletter verschickt. Dieses Tool wurde in die IT-Landschaft der IHK integriert. Der Universal Messenger verfügt über eine Schnittstelle zum CMS-System der IHK (FreeSpirit), mit der das Intra- und Internet bestrieben wird. Zudem wurde das Vertragsmanagement optimiert. Die Verwaltung von Verträgen, Rechnungsablage und Rechnungslauf wurden in ein digitales, revisionssicheres Verfahren überführt. Die sogenannten EVA-Prozesse haben wichtige IHK-Tätigkeiten digitalisiert: Erstellung von Mitgliedsbescheinigungen und Beitragsformularen, Urkunden für Firmenjubiläen und Dienstjubiläen sowie Stellungnahmen für Firmenvoranfragen.


IT-Infrastrukturaufbau in der Open Telekom Cloud

Für die Webumgebung der IHK und der IHK Akademie stand 2020 die turnusmäßige Aktualisierung der Hard- und Software an. Um mehr Flexibilität und Hardwareunabhängigkeit zu erhalten, wurde 2019 der Wechsel zu einer Infrastructur as a Service Lösung (IaaS Cloud) geplant. Gleichzeitig kann damit auch die neu gesetzte IT-Strategie "Cloud First" umgesetzt werden. Es wurde eine langfristige, technologisch moderne und datenschutzkonforme Lösung gesucht. Über einen Proof of Concept mit der Telekom Deutschland wurde diese Lösung mit der Open Telekom Cloud (OTC) gefunden.

Start war der April 2020. Zuerst wurden die neue Basisinfrastruktur in der OTC erstellt und verschiedene Technologien erfolgreich getestet. Um die verschiedenen betreuten Mandanten kaufmännisch zu trennen und aus technischen Gründen werden 10 getrennte Infrastrukturbereiche (Tenants) genutzt.

Den Anfang in der OTC hat die Blockchainumgebung gemacht. Danach wurden die bisher in einem Rechenzentrum bei München gehosteten Web-Anwendungen in die OTC migriert. Der Bayrische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) nutzt ebenfalls die OTC. Der BIHK eigene Tenant wird dabei von der IHK München betrieben. Die Migration wurde Ende September 2020 abgeschlossen. Inzwischen sind ca. 125 Systeme in der OTC aktiv im Betrieb. Es wurde durch Nutzung neuester Technologien wie z.B. Terraform, Ansible, Docker und Jenkins ein hoher Automatisierungsgrad erreicht. Die geforderte Flexibilität und kaufmännische Steuerung der IT-Systeme wurde erreicht bzw. deutlich vereinfacht.