Selbstverwaltung der Wirtschaft 2019

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Im Mittelpunkt der Selbstverwaltung der Wirtschaft standen 2019 bei der IHK München der Festakt zum 175-jährigen Jubiläum mit Bundestagspräsident Schäuble, die Vollbetriebnahme des sanierten IHK-Stammhauess sowie die Initiative für Selbstständige und Kleinunternehmen.

Rückzug in IHK-Stammhaus an der Max-Joseph-Straße

Die ersten IHK-Mitarbeiter hatten schon vor dem Jahreswechsel ihre neuen Büros im generalsanierten IHK-Stammhaus an der Max-Joseph-Straße bezogen. Von Januar an nahmen dann die Mitarbeiter der IHK-Fachbereiche in dem traditionsreichen Gebäude ihre Tätigkeit auf. Im April – fristgerecht vor dem Festakt zum 175-jährigen Jubiläum – lief das IHK-Stammhaus wieder im Vollbetrieb. Damit war die Generalsanierung offiziell abgeschlossen. Die Renovierungsarbeiten hatten 2012 den Umzug der IHK-Mitarbeiter in das Ausweichquartier an der Balanstraße nötig gemacht.

IHK-Talk „Zukunft der Arbeit“ in Tüssling ‎

Die fünfte Ausgabe des IHK-Jubiläumstalks „Ideen haben Kraft“ fand am 22. Januar mit 220 Teilnehmern im Schloss Tüssling bei Mühldorf statt. Thema war „Zukunft der Arbeit“. IHK-Präsident Eberhard Sasse fühlte sich vom Schloss-Ambiente inspiriert („Man spürt, wie es hier vibriert“). Sasse sagte, Digitalisierung könne schaffen, was der Sozialismus nie verwirklicht hat: ein Paradies der Werktätigen, das Arbeiten mit Laptop am Strand. Nur müsse die Politik das im Arbeitsrecht auch zulassen. „Wir bauen auf die Einsicht der Vernünftigen“, sagte Sasse. SAP-Netzwerkerin Deepa Gautam-Niggem klagte, die Angst vor Veränderung herrsche auch in Chef-Etagen. In der Industrie werde unverändert hierarchisch gedacht. Vorrang habe die Kontrolle der Mitarbeiter. IHK-Regionalvorsitzende Ingrid Obermeier-Osl warnte, wer als Unternehmer nicht umdenke, werde keine Fachkräfte mehr gewinnen. Günter Dillig, Chef von JobRoller in Straubing, kritisierte die Personalpolitik deutscher Unternehmen: „Wir sind völlig unbeweglich geblieben.“ Er selbst sei vorangegangen und für seine Mitarbeiter die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohn eingeführt. Ein neues Denken forderte auch Ryan Nadeau, Projektentwickler beim kalifornischen Unternehmen Galvanize. Künstliche Intelligenz und Big Data seien dabei, die Arbeitswelt radikal zu verändern. „Fangen Sie an, die richtigen Fragen zu stellen“, riet Nadeau. KI helfe, neue Einsichten zu gewinnen. Daraus könnten Lösungen entstehen, die Geld bringen und die Welt besser machen.

Projektstart Oberbayern 2030 +‎

Die IHK hat zu Jahresbeginn den Dialogprozess „Oberbayern 2030+“ gestartet. Ziel ist, herauszufinden, wie mögliche Zukunftsszenarien des Wirtschaftsstandortes Oberbayerns und künftige Handlungsfelder der IHK aussehen können. Das Projekt wurde für einen Zeitraum von zwei Jahren angesetzt. Stakeholder aus allen Bereichen der Gesellschaft werden eingebunden, um ein vollständiges Bild der Zukunft zu erhalten. Unterschiedliche Veranstaltungsformate, wie Zukunftslabore oder Experimentierräume, sollen den kreativen Prozess fördern und mögliche „Zukünfte“ des Wirtschaftsstandortes entwickeln. „Oberbayern 2030+“ basiert auf der 2015 erstellten „Zukunftskarte Oberbayern 2030“. Als strategische Handlungsfelder wurden damals „Mobilität“, „Arbeit/Bildung“ und „Digitalisierung“ definiert. Der Prozess „Oberbayern 2030+“ wird von einer Agentur für Strategieentwicklung durchgeführt und zudem wissenschaftlich begleitet. Als erster Schritt wurden Interviews mit zehn Experten aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen geführt. Aus diesen Gesprächen wurden Trends und Unsicherheitsfaktoren identifiziert. Eine Online-Umfrage gab einem breiteren Publikum die Chance, diese Trends zu bewerten und zu gewichten. Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft diskutierten im November die Umfrageergebnisse in zwei Kick-off-Workshops. Das Ganze führte zur Entwicklung der „Personas“: fiktiven Personen, die in unterschiedlichen Zukunftsszenarien leben. Die nächste Phase startet 2020. Regionale Workshops werden die Schlüsselbedürfnisse der Personas identifizieren und erste Ideen für Leuchtturmprojekte der IHK entwickeln. Information und Beteiligung unter ihk-muenchen.de/oberbayern2030plus

‎„Phase der Abkühlung“: BIHK-Konjunkturumfrage zu Jahresbeginn

Die Geschäftslage ist gut, aber die Erwartungen trüben sich ein – das war die Kernaussagte der Konjunkturumfrage der bayerischen IHKs (BIHK) zum Jahresbeginn 2019. BIHK-Präsident Eberhard Sasse und BIHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl stellten die Ergebnisse in der IHK München der bayerischen Presse vor. Gößl erklärte, die Geschäftserwartungen seien auf den niedrigsten Wert seit 2014 gesunken. Am schlimmsten sei der Stimmungseinbruch in der Industrie, aber auch in anderen Branchen wachse die Verunsicherung der Unternehmen. Ganz oben auf der Sorgenliste der Unternehmen stünde unverändert der Fachkräftemangel. Aber auch die unsicheren wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen sowie schwächelnde Inlands- und Auslandsnachfrage würden von den bayerischen Firmen als Risiken gesehen.

Webinarreihe E-Commerce

Die IHK hat eine elfteilige kostenlose Webinar-Themenreihe zum Einstieg in den E-Commerce angeboten. Mit Unterstützung ausgewiesener Fachexperten wurden alle relevanten Unteraspekte des Online-Handels beleuchtet und praxisnah erklärt. Themen waren u.a. Strategieentwicklung im Online-Handel, Grundlagen der Preis- und Kostenkalkulation, Shop-Systeme, Abmahnfallen, Zahlungsarten im E-Commerce, Online-Marktplätze, Marketing und Suchmaschinenoptimierung, aber auch Aspekte wie Change Management oder das 2019 eingeführte Verpackungsgesetz. Insgesamt haben an den Webinaren 260 Unternehmer live teilgenommen. Die Aufzeichnungen der Reihe im Internet wurden bis Juli 2020 über 1.000 Mal angesehen.

E-Commerce-Beratungstage

Die IHK hat im Rahmen der E-Commerce-Beratungstage 2019 interessierten Unternehmern eine individuelle Beratung zu ihrem Geschäftsmodell angeboten. Die Gespräche umfassten jeweils 90 Minuten. Die Beratungen fanden in München, Rosenheim, Ingolstadt und Mühldorf a. Inn statt. Das Angebot wurde durch eine Kooperation mit der Rid Stiftung für den bayerischen Einzelhandel ermöglicht. 20 Unternehmer nutzten es.

Vollversammlung mit Wirtschaftsminister Aiwanger ‎

Für Bayerns Zukunft eng zusammenarbeiten: Das haben Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) und IHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl haben auf der IHK-Vollversammlung am 27. März in der Münchner IHK Akademie vereinbart. Bei seinem Antrittsbesuch in der IHK sprach Aiwager über Brexit, Europawahl, die Neuausrichtung der bayerischen Autoindustrie und sein Konzept der Energiewende. Aiwanger kritisierte die Pläne von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) zur steuerlichen Forschungsprämie als mutlos. Aiwanger forderte mehr Ehrgeiz: „Wenn wir es bei Künstlicher Intelligenz und Robotik nicht zur Weltspitze schaffen, ist es mit Bayerns Wohlstand vorbei.“ Irene Wagner, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Berchtesgadener Land, kritisierte, die Blockabfertigung an der österreichischen Grenze werde zum Dauerzustand und behindere die regionale Wirtschaft. Gößl warnte vor einem drohenden Volksbegehren gegen die angebliche Betonflut. Gemeinsam mit der Staatsregierung müsse man verhindern, dass es in Bayern zu einer Deckelung des Flächenverbrauchs auf 5 Hektar pro Tag komme.

IHK-Talk „Wirtschaft 2030“ bei BWM Group Classic

„Wirtschaft 2030“ – unter diesem Slogan stand am 28. März die sechste und finale Ausgabe der IHK-Talkreihe „Ideen haben Kraft“. Die BWM Group Classic öffnete für diesen Event ihre Räume. Peter Schwarzenbauer, als BMW-Vorstand verantwortlich für die Digitalisierung seines Hauses, machte die Blende ganz weit auf: „Es reicht nicht mehr tolle Produkte zu bauen. Entscheidend ist, mit welcher Haltung man heute sein Geschäft betreibt“, sagte Schwarzenbauer. Ohne die Akzeptanz der Gesellschaft könne kein Unternehmen mehr existieren. Dirk Ramhorst, CIO bei Wacker Chemie, will Wacker bis 2030 zum „Digital-Leader“ deutscher Großunternehmen machen. Im Unterschied zum Denken im Silicon Valley denke Wacker aber langfristig. Ziel sei, die Gesellschaft besser zu machen. Prof. Katharina Zweig, an der TU Kaiserslautern Lehrstuhlinhaberin für Sozioinformatik, räumte mit dem Mythos auf, Such-Logarithmen arbeiteten neutral. Zweig erklärte, Künstliche Intelligenz sei das Resultat programmierter Werte. Deshalb müsse jedes Detail der Programmierung diskutiert werden. IHK-Präsident Eberhard Sasse widersprach. Der Staat dürfe nicht zu früh in die Entwicklung neuer Technologien eingreifen. Maria Sievert, Gründerin der inveox GmbH, gab ein Beispiel wertebezogener KI. Ihr Start-up will über die Digitalisierung von Krebsbefunden bessere Diagnosen und Heilungschancen sorgen.

Festakt zum 175-jährigen Jubiläum mit Bundestagspräsident Schäuble

War klarer Höhepunkt im Veranstaltungskalender der IHK für München und Oberbayern: der Festakt zum 175-jährigen Jubiläum mit rund 400 Ehrengästen im generalsanierten Stammhaus an der Max-Joseph-Straße am 25. April. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hielt die Festrede. Schäuble betonte die Bedeutung des von den Kammern gelebten Prinzips der Eigenverantwortung. Ehrenamtliches Engagement sowie das von der IHK verkörperte Leitbild des Ehrbaren Kaufmanns seien die Basis, um den Wandel von Gesellschaft und Wirtschaft verantwortungsvoll zu gestalten. Wie dringend die Wirtschaft diese Werte als Orientierung brauche, zeigen nach Ansicht Schäubles die globale Finanzkrise, Dieselskandal und Klimawandel. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach ebenfalls eine Laudatio. „Das renovierte Haus steht symbolhaft für die Stärke der IHK“, sagte Söder.

punkt8 mit ifo-Präsident Clemens Fuest

ifo-Präsident Clemens Fuest war am 22. Mai Gastredner der IHK-Veranstaltungsreihe „punkt8 – Die IHK im Dialog mit …“ in der IHK München. Wenige Tage vor der Europawahl sprach Fuest vor Mitgliedern der IHK-Haupt- und Ehrenamtes und oberbayerischer Unternehmen über das Thema „Populistische versus freiheitliche Wirtschaftspolitik im 21. Jahrhundert“. Fuests Kernaussage: Die Erfolge von Trump, Le Pen, Salvini und Co. haben Wirkung. Gemäßigte Parteien greifen populistische Rezepte auf. „Der Versuch, Europa zur Festung zu machen, wird scheitern“, warnte der Ökonom. Fuest nannte Italien als warnendes Beispiel. Europa müsse den entgegengesetzten Weg gehen: Wettbewerbsfähigkeit verbessern, Märkte öffnen, in Bildung investieren. Peter Inselkammer, Wiesn-Wirt und Mitglied der IHK-Vollversammlung meinte, ein Großteil der Bürger verstehe diese Zusammenhänge nicht. „Wir müssen die Wirtschaft voranbringen, statt Wohltaten zu versprechen. Ich kenne keine Partei, die das vertritt“, kritisierte der Gastronom.

BIHK-Konjunkturumfrage im Sommer: Die Talfahrt setzt sich fort ‎

„Alle Linien zeigen nach unten“ – so lautete das Fazit des BIHK-Hauptgeschäftsführers Manfred Gößl auf der Bayerischen Konjunkturpressekonferenz, die am 4. Juni 2019 in der IHK für München und Oberbayern stattfand. In Summe war es eine durchwachsene Bilanz, die Gößl den Journalisten präsentierte. Rund 3.900 Unternehmen im Freistaat waren befragt worden. Ergebnis: Der BIHK-Konjunkturindex, der Geschäftslage und Geschäftserwartungen der Unternehmen in einem Wert zusammenfasst, erreichte 124 Punkte. Der vierte Rückgang in Folge. Als wesentlichen Grund nannte Gößl den Handelskonflikt zwischen den USA und China. Während die Stimmung im Bau, Handel und der Dienstleistungsbranche noch relativ gut sei, breche das Geschäft der Autoindustrie und des Maschinenbaus ein. „Die exportorientierte Industrie ist unser Sorgenkind“, stellte Gößl fest. BIHK-Präsident Sasse forderte als Konsequenz von der Politik ein Reformprogramm. Die Senkung der Unternehmens- und Einkommenssteuern sei das Gebot der Stunde.

Inselkammer übernimmt Vorsitz des Tourismusausschusses

Der Tourismusausschuss der IHK für München und Oberbayern hat am 9. Juli einstimmig Peter Inselkammer zum neuen Vorsitzenden gewählt. Inselkammer übernahm das Amt vom scheidenden Ausschuss-Vorsitzenden Conrad Mayer. Inselkammer ist langjähriges Mitglied des Ausschusses und IHK-Vollversammlung. Als Gastronom, Hotelier und Wiesn-Wirt verfügt Inselkammer über ausgewiesene Fachkompetenz.

‎„punkt8“-Veranstaltung mit Münchens Zweiten Bürgermeister Pretzel

„Zukunft München – Herausforderungen und Chancen einer wachsenden Stadt“, lautete das Motto der Veranstaltung der Reihe „punkt8“, die am 16. Juli im Forum der Münchner IHK Akademie stattfand. Oberbayerns Wirtschaft diskutierte mit dem Zweiten Bürgermeister Manuel Pretzel (CSU) über Lösungen der Münchner Wachstumsprobleme. Pretzel räumte ein, es fehle eine Gesamtstrategie. „Wir haben in einigen Punkten nicht langfristig genug gedacht“, sagte Pretzel selbstkritisch. Die Folgen: Dem Straßenverkehr drohe der Kollaps, der ÖPNV platze aus allen Nähten, Münchens Mietpreise erzielten Rekordwerte. Was der Stadt jetzt am wenigsten helfe, seien grüne Regulierungsszenarien. Pretzel warb für wirtschaftsfreundlichen Pragmatismus. Die Teilnehmer gaben ihm Recht. Peter Kammerer, Stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer, meinte, man müsse Smart-City-Konzepte in einigen Stadtteilen einfach ausprobieren. Mehrere Unternehmer warnten vor einer Überregulierung. IHK-Vollversammlungsmitglied Erika Schindecker forderte Bürokratieabbau. „Solange wir auf jede Genehmigung viele Monate warten müssen, ist die Stadt nicht zukunftsfähig“, sagte Erika Schindecker.

Sommervollversammlung in der IHK Akademie Westerham

Die Sommer-Sitzung der IHK-Vollversammlung fand am 24. Juli in der IHK Akademie Westerham statt. IHK-Vizepräsidenten Ingrid Obermeier-Osl äußerte die Sorge vor einem konjunkturellen Einbruch. Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl sprach erstmals über die „Grenzen der Digitalisierung“. Die Frage sei: „Wem gehören die Daten, die uns die Sensoren bringen?“ Amazon, Microsoft, IBM und Google seien dabei, ihre Monopole auszubauen. Herbert Klein forderte daher die Schaffung einer „Europa-Cloud“. Klein stellte ein Positionspapier für eine zukunftsfähige Industriepolitik vor, das vom Plenum einstimmig verabschiedet wurde. Präsident Eberhard Sasse erinnerte daran, dass Deutschland vor Mega-Aufgaben stehe: Fachkräfte, Digitalisierung, Handelskrieg, Energiewende. „Wir müssen den Schalter umlegen“, betonte Sasse. Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl zitierte aus einer von der IHK in Auftrag gegebene Studie des ifo-Instituts über die Lage des bayerischen Fahrzeugbaus. 137.000 Jobs und viele Zulieferer seien gefährdet. Bayerns Hersteller litten unter Überkapazitäten und der Vorsprung ausländischer Marken bei E-Mobilität und selbstfahrenden, vernetzten Autos. Eine zweite ifo-Studie zur Energieversorgung Bayerns fasste Gößl mit den Worten zusammen: „Wir brauchen beides: Stromtrassen und mehr Erneuerbare Energien.“

BIHK-Konjunkturumfrage im Herbst: Boom endgültig vorbei

BIHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl hatte wenig Gutes zu berichten. Am 13. Oktober stellte er in der IHK München die Ergebnisse der Herbst-Konjunkturumfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) vor. Rund 3.700 bayerischen Unternehmen hatten sich an der Umfrage beteiligt. Gößls Fazit war ernüchternd: „Der seit 2012 andauernde Aufschwung ist vorbei“, sagte der BIHK-Chef. Der sogenannte BIHK-Konjunkturindex, der Geschäftslage und Geschäftserwartungen der Betriebe in einem Wert zusammenfasst, hatte nur noch 113 Punkte erreicht. Gegenüber dem Höhepunkt des Booms Anfang 2018 ein Rückgang von insgesamt 23 Punkte – der stärkste Stimmungsknick seit der Finanzkrise. Besonders betroffen: Industrieproduktion und Auslandsgeschäft. Als Gründe nannte Gößl Handelskonflikte, Brexit-Wirren, schwächelnde Weltwirtschaft und Umbruch in der Autoindustrie. Gößl forderte von der Politik ein Anti-Rezessionspaket mit Steuerentlastung, besseren Abschreibungsregeln und Senkung der Strompreise.

Erste Vollversammlung im sanierten IHK-Stammhaus

Präsident Eberhard Sasse sprach von einer glücklichen Rückkehr: Die Vollversammlung am 4. Dezember fand erstmals im Börsensaal des sanierten IHK-Stammhauses an der Max-Joseph-Straße statt. „Oberbayerns Wirtschaft ist wieder da, wo sie hingehört: im Herzen Münchens“, sagte Sasse. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) war als Gastredner geladen. Reiter forderte in der Verkehrspolitik „Hirn statt Ideologie“. Radwege alleine reichten nicht. Es brauche die Vernetzung aller Verkehrsträger. Reiter kündigte an, die Stadt werde die Zweite Stammstrecke und neue Wohnungen trotz aller Widerstände bauen. Das Plenum verabschiedete ein Papier, das den ÖPNV-Ausbau als wichtigstes Ziel erklärt. Fahrverbote in der City wurden abgelehnt. Die Verkehrsentlastung müsse über finanzielle Anreize erfolgen. Zweites Thema war die Energiewende. TU-Professor Thomas Hamacher nannte regionale Ansätzen wie Blockheizkraftwerke sinnvoll. Die beiden Nord-Süd-Stromtrassen seien aber ebenso nötig wie die Integration der Energiewende in das europäische Stromnetz. Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl verwies auf Erfolge, die man mit der Staatsregierung erreicht habe: einfaches Flächenmodell bei Grundsteuer, vereinfachtes Anerkennungsverfahren beim Fachkräfteeinwanderungsgesetz und kein gesetzlicher 5ha-Deckel bei Flächennutzung.

punkt8-Veranstaltung mit OB-Kandidatin Kristina Frank (CSU)‎

„Dirndl oder Digitalisierung?“ – unter diesem Slogan stand am 12. Dezember die punkt8-Veranstaltung der IHK für München und Oberbayern mit der Münchner OB-Kandidatin Kristina Frank (CSU). Digitalisierung war der der Kernpunkt ihres Vortrags. Frank kündigte vor den rund 60 Teilnehmern an, sie wolle mit E-Government Münchens Stadtverwaltung effizienter, schneller und transparenter machen. Frank betonte das, was sie ihrer Ansicht nach in der Verkehrspolitik von ihren Konkurrenten – Münchens OB Dieter Reiter (SPD) und die grüne OB-Kandidatin Katrin Habenschaden – unterscheidet: keine Verteufelung des Autoverkehrs und ein Gesamtkonzept für die Stadt, das nicht nur aus Klimaschutz bestehe.

Vorbereitung auf neue Erlaubnis- und Aufsichtszuständigkeit

Die IHK hat sich intensiv auf eine neue hoheitliche Aufgabe vorbereitet: Am 1. Januar 2020 hat die IHK die Erlaubnis- und Aufsichtszuständigkeit für die Gewerbeerlaubnisse der Immobilienmakler, Darlehensvermittler, Bauträger und Baubetreuer (§ 34c Absatz 1 Satz 1 Nr. 1 bis 3 GewO) übernommen. Die IHK erfüllt diese Aufgabe für alle bayerischen IHKs (mit Ausnahme der IHK Aschaffenburg). Die ersten Schritte wurden 2019 frühzeitig gemacht. Die 93 Kreisverwaltungsbehörden haben ihre Daten an die IHK übermittelt. Kreisverwaltungsbehörden und IHKs haben über die Neuregelung der Zuständigkeit informiert. Zudem wurde 2019 erstmals die seit 2018 geltende Weiterbildungspflicht der Versicherungsvermittler überprüft. Die Überprüfung erfolgte stichprobenhaft und aufgrund von Beschwerden über die Erlaubnisinhaber.

Standortumfrage 2019: Oberbayern erhält Gesamtnote „gut“‎

An der IHK-Standortumfrage haben sich knapp 3.000 oberbayerische Unternehmen zu insgesamt 44 Standortfaktoren geäußert. Um ein möglichst vollständiges Bild zu erhalten wurden neben „harten“ Standortfaktoren, wie etwa Straßeninfrastruktur oder Preise von Gewerbeflächen, auch „weiche“ Faktoren wie das Freizeitangebot abgefragt. Das Fazit war insgesamt erfreulich. Der Wirtschaftsstandort Oberbayern hat (wie im Vorjahr) die Gesamtnote 2,0 erhalten. Rund 86 Prozent der Unternehmen würden sich wieder für eine Ansiedlung in Oberbayern entscheiden. Die Unternehmen lobten das gute Angebot an Fernstraßen und motivierte Mitarbeiter. Allerdings klagte knapp ein Drittel der befragten Unternehmen, sie seien von akuten Standortmängeln betroffen. Auf der Negativliste standen die mangelnde Anbindung an Schienengüterverkehr, hohe Preise für Gewerbeflächen und Wohnraum sowie lahme Internetverbindungen. Ganz oben auf der Wunschliste der Unternehmen: Maßnahmen zur Vergrößerung des Fachkräfte-Angebots, unternehmensfreundliche Verwaltungen und kürzere Genehmigungsverfahren.

IHK Movements: Unterwegs mit Unternehmern

Die IHK hat anlässlich ihres Schwerpunktthemas „Verkehr“ die neue Video-Interview-Reihe „IHK Movements“ ins Leben gerufen. Die Videos stellen Unternehmer vor, die mit ihren Ideen und Produkten nachhaltig zur Zukunftsfähigkeit des Standorts beitragen. Der Titel „Movements“ steht für das besondere Konzept der Video-Porträts: Die Interviewpartner werden in Bewegung gezeigt – ob im IHK-Elektroauto, auf dem Fahrrad oder im ÖPNV. Fünf Folgen sind auf der IHK-Internetseite und auf YouTube erschienen. Folgende Personen und Themen wurden vorgestellt:

  • Tobias Mayer von der LION Smart GmbH, Entwicklung von Ionen-Batterie-Systemen „made in Munich“
  • Sarah Wittlieb von LabCampus, Innovationsförderung am Flughafen München
  • Peter Blösl von UPS München, nachhaltige Lieferung auf der letzten Meile per Lastenfahrrad
  • Ingo Wortmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der MVG und Geschäftsführer Mobilität der Stadtwerke München, Zukunft des ÖPNV
  • Pierre Ulfig von Quantum Systems, Potenziale von Drohnen in Industrie und Logistik.

Zusätzlich zu jeder IHK Movements-Folge finden sich auch schriftliche Interviews auf unserem Blog „IHK Weiterbringer“ unter: https://www.ihk-muenchen.de/weiterbringer/

Initiative für Selbstständige und Kleinunternehmen

Die IHK hat die vom IHK-Präsidium beschlossene Initiative für Selbstständige und Kleinunternehmen umgesetzt. Mit dieser Kampagne richtet sich die IHK an Zielgruppen, die bislang von der Wirtschaftspolitik kaum beachtet wurden, obwohl sie für die Wirtschaft Oberbayerns eine ganz wichtige Rolle spielen. Etwa 62 Prozent der IHK-Mitgliedsunternehmen in München und Oberbayern sind Solo-Selbstständige. 80 Prozent der Unternehmen mit Mitarbeitern haben knapp weniger als zehn Angestellte. Ziel der IHK-Initiative war von Beginn an die Interaktion mit den Selbständigen. Auf Basis der Rückmeldungen, Anregungen und Wünsche der Selbstständigen hat die IHK ihren Service und ihre Interessenvertretung aufgebaut. Dafür hat die eigens ein Design-Thinking-Projekt mit der Hochschule München gestartet. Mit Workshops und Gesprächen wurden Kontakte zur Zielgruppe geknüpft und ausgebaut.

Top 6-Forderungen für Selbstständige und Kleinunternehmen

Die IHK hat in einem Top-6 Positionspapier die wichtigsten Anliegen der Selbstständigen und Kleinunternehmen zusammengefasst. Zu den Hauptsorgen der Zielgruppe gehören demnach Bürokratie, Regelungen gegen Scheinselbstständigkeit und politische Pläne, auch Selbstständige zur Einzahlung in die Rentenkasse zu verpflichten. Auf Basis dieses Papiers hat die IHK in Gesprächen mit Politikern der Landes- und Bundesebene deutlich gemacht, wie man die Rahmenbedingungen für Selbstständige entscheidend verbessern könnte.

E-Mail „Infos für Selbstständige und Kleinunternehmen“

Die IHK hat für Selbständige und Kleinunternehmer einen Fach-Newsletter gestartet. Mit den „Infos für Selbstständige und Kleinunternehmen“ hat die IHK erstmals mehr als 7.000 Selbstständige mit regelmäßigen Fachinformationen. Die Resonanz war hervorragend: Im Schnitt haben über 80 Prozent der Empfänger die E-Mails geöffnet. Zudem hat der Newsletter-Versand zu vielen Rückmeldungen und Nachfragen der Empfänger geführt.

Webinare

Die IHK hat für Selbstständige und Kleinunternehmen eine maßgeschneiderte Webinarreihe gestartet. Die Referenten behandelten die Themen, die für die Geschäftspraxis eine wichtige Hilfe sind: Markenbildung, Kundenprofiling, Storytelling und Social-Media-Marketing. Insgesamt nahmen an sechs Webinaren über 350 Unternehmen teil, die Aufzeichnungen werden ins Netz gestellt. Die erfolgreiche Webinarreihe wird mit dem Themenblock „Vertrieb“ 2020 fortgesetzt.

IHK Selbstständigen-Tag

Mit dem IHK Selbstständigen-Tag am 30. Januar hat die Auftaktveranstaltung für das IHK Selbstständigen-Netzwerks stattgefunden. Mit 260 Besuchern war diese Veranstaltung sehr gut besucht. Bei seinem Grußwort betonte Hubert Aiwanger, Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, einmal mehr, wie wichtig Selbstständige und Kleinunternehmen für unsere Wirtschaft sind. In vielen Fachvorträgen wurden Themen wie: Online-Marketing, digitale Welt, Scheinselbstständigkeit und politische Interessenvertretung der IHK behandelt. Weitere Informationen und Veranstaltungshinweise finden Sie direkt auf unserer Homepage für Selbstständige und Kleinunternehmen. Alles für Selbstständige und Kleinunternehmen: www.ihk-muenchen.de/selbststaendige

Frauen in der Wirtschaft

IHK-Arbeitskreis Frauen in der Wirtschaft: starke Bilanz

Mehr Frauen zur Gründung motivieren, mehr Frauen in Chefsessel und in Top-Jobs bringen – dafür hat sich der IHK-Arbeitskreis „Frauen in der Wirtschaft“ engagiert. Der Arbeitskreis verfügt mit mehr als 50 Unternehmerinnen und Geschäftsführerinnen aus allen Branchen Oberbayerns über ausgewiesene Sachkompetenz. Mit dem Positionspapier „Mehr Frauen für den Arbeitsmarkt gewinnen“ hat der Arbeitskreis Vorschläge gemacht, mit denen sich die Erwerbstätigkeit von Frauen erhöhen lässt. Welche Chancen die Digitalisierung Frauen eröffnet, darüber haben die Unternehmerinnen u.a. mit Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach diskutiert. Weiteres Highlight: Der gemeinsame Sommerempfang mit dem Frauennetzwerk des Wirtschaftsbeirats Bayern bei schönstem Wetter in den Arkaden des Bayerischen Landtags. Unternehmerinnen aus dem Arbeitskreis haben zudem mit ihrem Beispiel vor Jugendlichen für die Selbstständigkeit geworden. Rosi Schuster lud hierfür eine Gruppe von Schülerinnen der 11. Klasse in ihre Firma Techcast ein. Andrea Gebbeken, Geschäftsführerin der Flughafen München Gesellschaft, besuchte ein Gymnasium in Freising, um ihren beruflichen Weg und ihren Alltag als Unternehmerin vorzustellen.

Premiere am Girls' Day: Aktion „Ich werde Chefin“ mit 200 Schülerinnen

Ziel des jährlich und bundesweit stattfindenden Girls' Day ist, Schülerinnen für technische Berufe und Studiengänge zu begeistern. Der IHK-Arbeitskreis „Frauen in der Wirtschaft“ hat zum ersten Mal an diesem Aktionstag am 28. März die Initiative „Ich werde Chefin!“ gestartet. 30 Unternehmerinnen des Arbeitskreises luden rund 200 Schülerinnen in ihre Unternehmen ein. Die Mädchen erfuhren aus erster Hand, wie es ist, und was es heißt Unternehmerin zu sein.

Unternehmerinnentag mit rund 250 Teilnehmerinnen

Der IHK-Unternehmerinnentag am 4. Juli im Forum der IHK Akademie war ein Höhepunkt im Veranstaltungskalender der Münchner Wirtschaft. 250 Unternehmerinnen und Frauen aus der Wirtschaft kamen. Das Motto der Veranstaltung hieß „Sichtbar werden und wachsen“. Als Knüller erwies sich der Auftritt von Keynote-Speakerin Fränzi Kühne. Als Gründerin der PR-Agentur „Torben, Lucie und die gelbe Gefahr“ und als jüngste Aufsichtsrätin Deutschlands hat sich Kühne bundesweit einen Namen gemacht. In der IHK Akademie sprach Kühne über „Wie geht Marketing heute?“ Ihre Botschaft: Nicht alles, was digital geht, macht Sinn – und es gibt weiter „Macker“-Strukturen, die Frauen behindern. Der Unternehmerinnentag wurde größtenteils als Barcamp-Format gestaltet: Die Teilnehmerinnen konnten und wollten selbst aktiv werden. Drei Startup-Gründerinnen präsentierten ihre Geschäftsmodelle, Junior-Unternehmerinnen stellten sich vor. Susanne Rohrer moderierte souverän, die Kabarettistin Vera Deckers erhielt viel Applaus.

TWIN – Two Women WIn

TWIN steht für Two Women Win. Das Ganze ist ein spannendes Coachingmodell der Käte Ahlmann Stiftung. Unternehmerinnen können sich für die Unterstützung einer erfahrenen Unternehmerin bewerben, um den eigenen Betrieb auf den richtigen Kurs zu bringen. Die IHK hat dieses Modell gemeinsam mit dem Verband deutscher Unternehmerinnen u.a. auf der Messe herCAREER beworben und knapp 50 interessierte Geschäftsfrauen erreicht.

Facebook-Gruppe „unternehmerinnen.digital“

Die geschlossene Facebook-Gruppe „unternehmerinnen.digital“ hat sich als eines der erfolgreichsten Social Media-Angebote der IHK erwiesen. Mittlerweile sind über diese Gruppe fast 1.000 Unternehmerinnen vernetzt. Neben der Diskussion über wirtschaftspolitische Fragen werden die Mitgliederinnen über Fachthemen, IHK-Aktionen- und Veranstaltungen informiert.

Veranstaltungsreihe „Unternehmerinnen im Gespräch“

Die IHK hat gemeinsam mit dem Verband deutscher Unternehmerinnen die Reihe „Unternehmerinnen im Gespräch“ fortgesetzt. Die Veranstaltung gastierte bei Barbara Klein, Geschäftsführerin der FLEXI-SPORTS GmbH, Andrea Ziegler-Wrobel, Geschäftsführerin der Danuvius Klinik GmbH und Dr. Susan Walsh, Gründerin und Direktorin des Globe Business College Munich.

Magazin-Sonderheft „UNTERNEHMERINNEN. DYNAMISCH. ERFOLGREICH“

„Unternehmerinnen. Dynamisch. Erfolgreich“ – unter diesem Titel ist ein Sonderheft des IHK-Magazins erschienen. Die Beilage ist in einer Auflage von 110.000 Ausgaben erschienen. Das Sonderheft enthielt die Porträts 20 erfolgreicher Gründerinnen, Nachfolgerinnen, Inhaberinnen und Geschäftsführerinnen aus verschiedenen Branchen Oberbayerns. Ihre Geschichten sollen weitere Frauen zur Selbstständigkeit ermutigen.

Podiumsdiskussion über Vorteile betriebsinterner Frauennetzwerke

Ein Frauennetzwerk im eigenen Unternehmen kann dazu beitragen, die Karrierechancen der Kolleginnen erheblich zu verbessern – das hat eine IHK-Podiumsdiskussion deutlich gemacht. Auf dem Podium waren: Denise Bayer von der Amazon Deutschland Services GmbH, Verena Braunschober von Telefónica Germany GmbH & Co. OHG, Annette Sulger von MAN Truck & Bus SE, Julia Christiansen von der IHK für München und Oberbayern sowie als Expertin Dr. Nadja Tschirner von der Cross Consult GbR.