Highlights 2019: Fachkräfte

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Im Jahre 2019 wurde der BIHK-Fachkräftereport veröffentlicht. Mit 17 Veranstaltungen wurden für das Thema Fachkräfte knapp 1.200 Teilnehmer erreicht. Darunter war die IHK Zukunftskonferenz „Recruiting Trends“ mit rund 300 Teilnehmern.

Fachkräftesicherung – Top-Thema der IHK-Arbeit

Fachkräftesicherung war eines der wichtigsten Themen der IHK-Arbeit. Die IHK hat hierzu 17 Veranstaltungen mit insgesamt 1.169 Teilnehmer verzeichnet. Die Kernbotschaft: Der Fachkräftemangel wird mittelfristig das größte Risiko für Bayerns Unternehmen bleiben. Allein aufgrund des demografischen Wandels werden dem bayerischen Arbeitsmarkt bis 2030 rund eine Million Fachkräfte weniger zur Verfügung stehen. Zweites Problem: Der Wandel der Arbeitswelt verlangt nach neuen Fähigkeiten und Talenten. Digitale Kompetenzen, Kreativität, Eigenverantwortung und Bereitschaft zur Teamarbeit sind besonders gefragt. Unternehmen müssen viel tun, um an Bewerber mit solchen Eigenschaften zu kommen.

IHK-Veranstaltung „Gesund bleiben im Betrieb“‎

Mit der Veranstaltung „Gesund bleiben im Betrieb – Gesundheitliche Prävention in der Arbeitswelt“ am 26. Februar in der Münchner IHK Akademie hat die IHK ein wichtiges Thema aufgriffen. Prof. Volker Nürnberg führte mit seiner Keynote die rund 100 Teilnehmer in das Thema ein. Im ersten Veranstaltungsblock machten die Referenten klar, welche Zielgruppen das betriebliche Gesundheitsmanagement hat: Führungskräfte, Ältere, Azubis, Männer/Frauen. Das zweite Veranstaltungsforum beschäftigte sich mit den Aufgaben, die es zu lösen gilt: Schutz der psychischen Gesundheit, das Massenleiden Rückenschmerzen, Gesundheitsrisiken in Bezug auf Arbeiten 4.0 sowie die Entwicklung von Präventionsmaßnahmen, die auch für kleine Unternehmen möglich sind. Judith Ungeringer von EurimPharm GmbH, Michaela Schenk von der MAWA GmbH und Beate Scheel von SVK Finanz erklärten, wie sie in ihren Unternehmen entsprechende Konzepte umgesetzt haben.

IHK Zukunftskonferenz „Recruiting Trends“ ‎

Mit der Zukunftskonferenz „Recruiting Trends“ am 23. Mai in der Münchner IHK Akademie hat die IHK offensichtlich richtig auf den Informationsbedarf der Unternehmen reagiert. Rund 300 Teilnehmer kamen, um sich vor allem über „Recruiting Trends“ zu informieren. Ein Höhepunkt der Veranstaltung war der Vortrag des Recruiting-Experten Tobias Ortner zum Thema „Erfolgsfaktor Sourcing“. Seine Botschaft: Viele Unternehmen drohen den Trend der Zeit zu verschlafen. Wer heute noch an gute Fachkräfte kommen wolle, müsse sehr viel tun und fast alles besser machen als in der Vergangenheit. Entscheidend ist laut Ortner, sich als Arbeitgeber vor allem auf Social Media sichtbar machen.

Anwerbung von Fachkräften im Ausland

Die IHK hat federführend für alle bayerischen IHKs auf den Entscheidungsprozess des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes Einfluss genommen. Wichtige Vorschläge der bayerischen Wirtschaft sind in das Gesetz eingeflossen. So werden Anerkennung von Berufsqualifikationen und Visa-Vergabe deutlich vereinfacht und beschleunigt. Zielvorgabe lautet: Spätestens nach drei Monaten soll die Fachkraft aus einem Drittland in einem bayerischen Unternehmen am Arbeitsplatz sitzen oder stehen. Zudem soll erstmals weltweit gezielt für den deutschen Arbeitsmarkt geworben werden.

BIHK-Fachkräftereport 2019‎

Die bayerischen IHKs haben den BIHK-Fachkräftereport 2019 herausgegeben. Die Studie richtet sich an Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Sie soll dazu beitragen, rechtzeitig und richtig auf die Trends des Arbeitsmarkts zu reagieren. Die Ergebnisse:

  • Schon 2018 fehlten der bayerischen Wirtschaft rund 260.000 Fachkräfte. Bis zum Jahr 2030 wird der Engpass auf rund 450.000 Personen steigen – 361.000 hiervon entfallen auf das Segment der beruflich Qualifizierten. Das Angebot an Fachkräften und Meistern verknappt sich dramatisch.
  • Besonders betroffen sind „beratende und wirtschaftsnahe Dienstleistungen“, „personenbezogene Dienstleistungen“ sowie das Gesundheits- und Sozialwesen. Der Fachkräftemangel bremst die Wirtschaft deutlich. Für Bayern bedeutete dies allein im Jahr 2018 Wertschöpfungsverluste von rund 23 Milliarden Euro.

ifo Studie: Schluss mit der Rente mit 63‎

Das ifo Institut hat im Auftrag der IHK für München und Oberbayern eine Studie zur Frage erstellt: Wie lässt sich über Änderungen bei Steuern, Sozialabgaben und Rente das Fachkräfteangebot vergrößern? Kurzfristige Effekte erwarten die ifo-Forscher bei Abschaffung der Rente mit 63 und der Anreize für eine Frühverrentung. Die Studie schlägt vor, was sich politisch nur schwer durchsetzen lässt: Die weitere Anhebung des Renteneintrittsalters von 67 auf 69 Jahre, Abschaffung oder Modifizierung des Ehegattensplittings sowie der beitragsfreien Mitversicherung von Ehegatten in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Online-Ratgeber zum Thema Arbeit 4.0‎

Die IHK hat zum Thema Arbeit 4.0 einen Online-Ratgeber ins Netz gestellt. Er enthält Tipps und praxisnahe Infos für agiles Arbeiten, digitale Geschäftsmodelle, virtuelle Teams und den Erwerb digitaler Kompetenzen. Die Erklärvideos informieren u.a. über agile Produktentwicklung und Führung 4.0. Best Practice Videos zeigen, wie oberbayerische Unternehmen die digitale Transformation gemeistert haben.

Veranstaltungsreihe „agiles Frühstück“‎

Die IHK hat die Veranstaltungsreihe „agiles Frühstück“ gestartet. Beispiele oberbayerischer Unternehmen zeigen, was die Schlagworte Innovationsentwicklung, Colaboration Tools oder digitale Transformation in der Betriebspraxis bedeuten.

IHK-Arbeitskreis Personal hat sich neu konstituiert

Der IHK-Arbeitskreis Personal der IHK hat sich am 14. Oktober neu konstituiert. Dem Arbeitskreis gehören Geschäftsführer und Personalleiter aus oberbayerischen Unternehmen an. Den Vorsitz des Arbeitskreises übernahmen Heidrun Hausen, Personalleiterin der DELO Industrie Klebstoffe GmbH, und Bernhard Fackler, Leiter Personalmanagement der Stadtwerke München

Familienpakt Bayern

Intensiv engagiert sich der Bayerische Industrie- und Handelskammertag vertreten durch die IHK für München und Oberbayern im Familienpakt Bayern. Dieses von der Staatsregierung initiierte Bündnis will die Familienfreundlichkeit in Bayern voranbringen. Die IHK finanziert die Servicestelle mit, bringt inhaltlichen Input ein, bewirbt die Service stelle und den Familienpakt auf allen Kanälen und begleitet intensiv die inhaltliche Weiterentwicklung des Bündnisses. Im Jahr 2019 richtete die IHK München zudem die Jahresfachveranstaltung (siehe unten) aus.

Familienpakt: Jahresfachveranstaltung mit Kerstin Schreyer

Die IHK hat die Jahresfachveranstaltung des Familienpakts Bayern unter dem Motto „Individuell. Familienfreundlich. Erfolgreich.“ mit rund 100 Teilnehmern ausgerichtet. Die Eröffnung übernahm Staatsministerin Kerstin Schreyer. Judith Mangelsdorf, Geschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für Positive Psychologie DGPP, sprach über „Arbeit neu denken –zufriedene Mitarbeiter als Erfolgsgarant“. Zudem standen die Themen mobiles Arbeiten, Elternzeit und Pflege auf der Agenda. In einem Podiumsgespräch erklärten Unternehmer aus unterschiedlichsten Branchen, wie sie in ihrem Betrieb die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern. Es diskutierten Monika Prechtl (Geschäftsführerin, Prechtl Frischemärkte oHG), Michael Moser und Tobias Resch (Geschäftsführer und Prokurist, Metzgerei Moser GmbH) sowie Franz Schabmüller (Gesellschafter, Schabmüller Automobiltechnik GmbH).

Neues Thema: väterfreundliche Personalpolitik

Job und Familie wurden bislang aus der Sicht berufstätiger Mütter diskutiert. Die IHK hat den Blickwinkel erweitert. Sie hat gemeinsam mit dem Unternehmensnetzwerk und Kooperationspartner Erfolgsfaktor Familie sowie mit Volker Baisch von der Väter gGmbH ein Frühstücksgespräch angeboten zu dem neuen Thema väterfreundliche Personalpolitik.

BIHK-Roadshow „Familie und Beruf – Know-how für Ihren Erfolg“‎

Die bayerischen IHKs haben gemeinsam mit dem Netzwerk „Erfolgsfaktor Familie“ und dem Familienpakt Bayern die Roadshow „Familie und Beruf – Know-how für Ihren Erfolg“ organisiert. Im Rahmen dieser Roadshow fanden bayernweit Info-Veranstaltungen und Workshops statt. Die Roadshow gastierte in München bei der ilapo Internationale Ludwigs-Arzneimittel GmbH & Co. KG, die ihr Konzept für die betriebliche Kinderbetreuung vorstellte.

Schwerpunktthemen Recruiting und digitale Transformation

Die Zeiten, in denen eine Stellenanzeige in der Lokalzeitung reichte, sind vorbei. Die Unternehmen müssen heute alle Kanäle inklusive Social-Media aktiv bespielen, um an Fachkräfte zu kommen. Recruiting und digitale Transformation waren daher für die bayerischen IHKs Schwerpunktthemen für das wichtige Feld der Fachkräftesicherung im Mittelstand. Die IHKs haben ihren Mitgliedern hierzu viele Veranstaltungen, Webinare sowie Erklärvideos und Praxistipps im Internet angeboten.

BIHK-Broschüre für KMUs: Erfolgreich in der VUCA-Welt

VUCA Welt – ein neuer Begriff des digitalen Zeitalters. Die Kürzel VUCA steht für eine Realität, die sich rasend schnell verändert. Die Fähigkeit, Zukunft vorauszudenken, wird für Unternehmen entscheidend. Selbst Konzerne tun sich damit schwer. Aber was bedeutet das für KMUs? Um Antworten zu liefern, hat die IHK Forschungsstelle Bildung Bayern gemeinsam mit Personalverantwortlichen aus unterschiedlichsten Branchen zwei Innovationsworkshops veranstaltet. Die Ergebnisse wurden in der BIHK-Broschüre „Fit für die Zukunft – Als KMU erfolgreich in der VUCA-Welt agieren“ zusammengefasst und publiziert.

IHK-Reihe „Digital Women“: Ortstermin bei der Bundesbank‎

Die IHK hat ihre Reihe „Digital Women“ fortgesetzt mit einem Ortstermin bei der bayerischen Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in München. Prof. Martina Schraudner von Acatech erklärte in ihrer Rede, wie Digitalisierung die Berufschancen von Frauen fördern kann. Die rund 50 Teilnehmer erfuhren aus erster Hand, wie die Bundesbank in Bayern die Karriere von Frauen fördert – etwa durch Führungspositionen in Teilzeit.

IHK-Engagement für das Thema Inklusion ‎

Nach einer Phase, in der die Integration Geflüchteter im Brennpunkt stand, rückte das Thema Inklusion (das Einbinden von Menschen mit Behinderung in die Arbeitswelt) wieder mehr in den Blickpunkt der IHK-Arbeit.

Mitarbeit in der Arbeitsgruppe der Staatsministerin Schreyer

Staatsministerin Kerstin Schreyer hat für die Förderung der Inklusion eine ministerielle Arbeitsgruppe eingerichtet, an der auch Vertreter von IHK/BIHK beteiligt waren. Ein Erfolg: der Start der Website „arbeit-inklusiv.bayern.de“, in die die Arbeitsgruppenmitglieder ihre praxisorientierten Anregungen einbringen durften.

Arbeitsgruppe „Beschäftigungschancen von Menschen mit Behinderung“

Vertreter der IHK engagieren sich mit Fachkollegen der Handwerkskammer, der Arbeitsagentur München, des Inklusionsamts und mit weiteren Akteuren seit vielen Jahren in der Arbeitsgruppe „Beschäftigungschancen von Menschen mit Behinderung“. Auf Basis dieser Teamarbeit fand auch 2019 die jährliche Arbeitgeber-Info-Veranstaltung mit rund 100 Teilnehmern statt, die von der IHK mitorganisiert wurde.