Highlights 2017

International

  • Brexit-Veranstaltung mit dem britischen Wirtschaftsminister Greg Clark
  • 126 Veranstaltungen mit 4.288 Teilnehmern
  • Exporttag Bayern mit 250 Teilnehmern

Kennzahlen der IHK-Außenwirtschaft

Die IHK-Außenwirtschaft hat 222.077 legalisierte Ursprungszeugnisse, Handelsrechnungen ‎und sonstige Bescheinigungen ausgestellt. Hinzu kommen 3.228 Carnets A.T.A. An den 126 ‎Länder- und Fachveranstaltungen nahmen insgesamt 4.288 Teilnehmer teil. ‎

Dritter Neujahrsempfang für das Konsularische Korps in Bayern

Der dritte Neujahrsempfang der Messe München und der IHK für München und Oberbayern für das Konsularische Korps in Bayern fand am 17. Januar auf dem Messegelände statt. Rund 70 Vertreter der Münchner Generalkonsulate und Außenhandelsorganisationen sowie Mitglieder von IHK-Vollversammlung und des IHK-Außenwirtschaftsausschusses nahmen an dieser Jahresauftaktveranstaltung teil. Messechef Klaus Dittrich und der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl plädierten für offene Märkte, Internationalisierung und Freihandel. „Abschottung und Ausgrenzung sind keine Lösungen“, machte Dittrich klar. Manfred Gößl betonte die Bedeutung des Exportgeschäfts für die bayerische Wirtschaft. Etwa 100.000 bayerische Firmen seien im Ausland aktiv – und erzielten gemeinsam einen Exportumsatz von 180 Milliarden Euro. Protektionismus sei gerade für Oberbayerns Wirtschaft gefährlich. „Die Welt muss offen bleiben“, forderte Gößl.

Prinzip Hoffnung: Gespräch mit US-Generalkonsulin Jennifer Gavitor

Die handelspolitischen Drohungen des US-Präsidenten Donald Trump haben auch in Oberbayerns Wirtschaft Schockwellen ausgelöst. Dementsprechend groß war am 24. Januar das Interesse an der Diskussion mit der US-Generalkonsulin Jennifer Gavitor über die Frage, wie es in den USA politisch weitergeht. Gavitor tat, was man von einer Diplomatin erwartet: die Gemüter beruhigen, Zuversicht spenden, für das Heimatland werben. Die US-Generalkonsulin betonte, auch die Regierung Trump wisse um das, was man an den guten Wirtschaftsbeziehungen zu Bayern habe.

Klares Ja zum Ceta-Handelsabkommen zwischen EU und Kanada

Der 14. Februar war ein wichtiger Tag für Bayerns Exportwirtschaft: Das EU-Parlament stimmte über das Ceta-Handelsabkommen zwischen EU und Kanada ab. Und das Bayerische Verfassungsgericht entschied über die Zulassung eines Volksbegehrens gegen Ceta. BIHK-Chef Peter Driessen hat sich daher an diesem Tag eindeutig für das Ceta-Handelsabkommen ausgesprochen. „Die bayerische Wirtschaft steht zu Ceta. Deswegen rufen wir die bayerischen EU-Parlamentarier auf, für das Abkommen zu stimmen“, sagte Driessen. Die EU-Kommission schätzt, dass Ceta das Wachstum der EU um rund 5,8 Milliarden Euro steigern könnte.

Roundtable-Veranstaltung Nigeria

Das schlechte Image des Landes korrigieren – darum ging es am 6. Juli auf der IHK-Roundtable-Veranstaltung Nigeria. Tenor der Referenten: Nigeria ist mit nahezu 190 Millionen Menschen schon heute das bevölkerungsreichste Land in Afrika. Mit 330 Milliarden US-Dollar erzielt Nigeria in Afrika das größte Bruttoinlandsprodukt. Für Bayerns Wirtschaft besonders interessant: Nigerias Mittelschicht, konsumfreudige 20 bis 30 Millionen Menschen. Folabi Esan, Präsident der Nigerian German Business Association (NGBA), riet dazu, direkt mit Nigerias Firmen Geschäfte zu machen, um staatlichen Stellen und Korruptionsrisiken zu umgehen.

IHK-Podiumsdiskussion „Neue Impulse nach 60 Jahren Römische Verträge“

„Die Zukunft Europas gestalten – Neue Impulse nach 60 Jahren Römische Verträge“ – unter diesem Motto stand am 17. Juli eine Podiumsdiskussion in der Münchner IHK Akademie. Im Kern ging es um die Frage: Wie soll es mit Europa nach dem Brexit weitergehen? Der Europaabgeordnete Markus Ferber (CSU) sagte, Europa profitiere wieder von einer „positiven Thermik“. Siemens-Manager Wolfgang Hastenpflug meinte, Brüssel dürfe sich nicht mehr verzetteln. Die Kommission müsse sich auf das konzentrieren, was tatsächlich auf EU-Ebene geregelt werden muss. Europa brauche in erster Linie mehr Wettbewerbsfähigkeit. Prof. Werner Weidenfeld, LMU-Professor und Direktor des Centrums für angewandte Politikforschung, plädierte für Zuversicht. Er sagte, der Bremser Großbritannien sei weg. Nun könne man den Durchbruch zu einer gemeinsamen EU-Sicherheitspolitik schaffen.

Hintergrundgespräch mit dem britischen Wirtschaftsminister Greg Clark

Am 19. Januar fand in der IHK ein „Business Breakfast“ mit dem britischen Wirtschaftsminister Greg Clark statt. Clark versicherte, bayerische Unternehmer würden auf der Insel weiter ungehindert investieren, produzieren und Geschäfte machen können. Einig war sich Clark mit den anwesenden Wirtschaftsvertretern in der Einsicht, dass sich die gegenseitige Anerkennung von technischen Normen und Produktstandards nicht verschlechtern dürfe. Dieser Punkt, betonte Clark, sei für die anstehenden Handelsgespräche mit der EU besonders wichtig. Es gehe darum, für die Unternehmen in Großbritannien und in Bayern ein Maximum an Freihandel zu erreichen.

Unternehmensnachfolge im Alpenraum

Die IHK für München und Oberbayern wirkt mit an der Entwicklung und Umsetzung der EU-Alpenstrategie. Hintergrund: Trotz blühendem Tourismus entwickeln sich die europäischen Alpenregionen wirtschaftlich deutlich schlechter als im Flachland. Am 25. Januar beschäftigt sich eine IHK-Veranstaltung mit dem wichtigen Thema Unternehmensnachfolge im Alpenraum. Mittelständler in den Alpentälern tun sich damit besonders schwer. Die Jugend zieht in die Ballungsräume und Wirtschaftstalente haben wenig Lust, in die Provinz zu ziehen.

Wirtschaftsforum Baltische Staaten

Gelungene Standort-Werbung machte am 6. März das „Wirtschaftsforum Baltische Staaten – Geschäftsmöglichkeiten abseits ausgetretener Pfade“ im Forum der Münchner IHK Akademie. Veranstalter waren bayerische IHKs und Handwerkskammern, Wirtschaftsministerium und die Deutsch-Baltische Handelskammer in Estland, Lettland, Litauen (AHK). Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer (CSU) sagte, die baltischen Staaten seien für bayerische Unternehmen ideal geeignet. Gründe: wirtschaftsfreundliches Klima, reformfreudige Regierungen, Euro, gutes Bildungsniveau, mittelständische Wirtschaftsstruktur sowie ein spannender Mix aus IT, Start-up-Szene, Landwirtschaft und industrieller Produktion. AHK-Chef Florian Schröder berichtete, deutsche Unternehmen seien mit den Bedingungen in Estland, Lettland und Litauen hoch zufrieden.

Wirtschaftsforum USA: Experten spenden Zuversicht

Wie geht es weiter mit Trump und den USA? Das IHK-Wirtschaftsforum „America First – Markterfolg unter neuen Voraussetzungen“ am 4. April in der IHK lieferte erste Antworten. Ed Fantasia – Sprecher von Select USA, dem US-Gegenstück zu „Invest in Bavaria“ – sagte, die US-Wirtschaft wird trotz Trump im laufenden Jahr mit 2 Prozent wachsen. Es gebe sogar einen positiven Trump-Effekt: Die US-Körperschaftssteuer wird drastisch sinken – von heute 38 Prozent auf 20 bis 15 Prozent. Alle Experten des Forums rieten bayerischen Unternehmen dazu, in den USA eine Tochter zu gründen. Für bayerische Firmen aus den Branchen Chemie, Infrastruktur, Rüstung, Cyber-Sicherheit seien die USA ein besonders interessanter Markt. Sogar das Geschäft mit erneuerbaren Energien werde weitergehen. Größtes Risiko neben Trumps Handelspolitik: die US-Klageindustrie.

Bayerns Firmen sehen im Protektionismus ein Geschäftsrisiko

In keinem anderen Bundesland ist die Wirtschaft so globalisiert wie in Bayern. Dementsprechend besorgt beobachten die Firmen im Freistaat den zunehmenden Protektionismus in der Welt. In der BIHK Konjunkturumfrage vom Jahresbeginn ‎‎2018 sahen rund ein Viertel der befragten Unternehmen im Protektionismus ein Risiko für ihr Unternehmen. Ein Drittel ‎der Unternehmen befürchtete Geschäftseinbußen als Folge der politischen Instabilität europäischer Mitgliedsländer.‎

IHK-Außenwirtschaftsausschüsse setzen Zeichen gegen Protektionismus

Es war ein deutliches Zeichen gegen den protektionistischen Zeitgeist: Die Außenwirtschaftsausschüsse der neun bayerischen IHKs haben sich am 24. Mai zu einer gemeinsamen Sitzung in der Krones AG in ‎Neutraubling getroffen – und sich klar für die Stärkung des internationalen Handels ausgesprochen. Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer hat auf dieser Sitzung diese Position unterstrichen. Die Ausschüsse beschlossen ein 9-Punkte-Papier, das Bayerns Exportgeschäft langfristig sichern soll. In dem Papier heißt es u.a., das Auslandsgeschäft müsse weiter politisch und mithilfe von Kreditversicherungen unterstützt werden. Die Brexit-Folgen müssten minimiert und der EU-Binnenmarkt weiter ausgebaut werden.

CETA-Veranstaltung im Forum der Münchner IHK Akademie

Das Abkommen ist ein Lichtblick – das war das Fazit der IHK-Veranstaltung „Freier, nachhaltiger und fairer Handel – Beispiel CETA“ am 15. Mai im Forum der Münchner IHK. Für diese Botschaft sorgte ein prominent besetztes Podium: IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen, Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Franz-Josef Pschierer, BayWa-Chef und IHK-Vizepräsident Klaus Josef Lutz, Prof. Gabriel Felbermayr, Leiter des ifo Zentrums für Außenwirtschaft, und Seppel Kraus, Landesbezirksleiter der Gewerkschaft IG Bergbau, Chemie und Energie. CETA, das machte die IHK-Veranstaltung deutlich, kann in einer zunehmend protektionistischen Welt die Rolle des Eisbrechers spielen. CETA sei der Beweis, dass die EU in der Handelspolitik noch handlungsfähig sei – und dass vom Freihandel vor allem kleine und mittlere Unternehmen profitierten.

BIHK-Studie: Dienstleistungsverkehr im EU-Binnenmarkt

Der BIHK hat die Studie „Dienstleistungsverkehr im EU-Binnenmarkt Hürden, Hindernisse und ‎Herausforderungen“ herausgegeben. Das Papier unterstreicht die wachsende Bedeutung des Dienstleistungssektors für die gesamte Wirtschaft. Zudem belegen die Zahlen einen neuen Trend: Auch Industriefirmen bietet verstärkt produktbegleitende Dienstleistungen grenzüberschreitend an. Die Studie macht ferner sehr konkret jene Punkte deutlich, die es bayerischen Dienstleistern momentan noch schwer machen, im EU-Ausland tätig zu werden.

Für die Praxis: Dienstleistungskompass.de

Die Entsendung von Mitarbeitern ins EU-Ausland ist die größte Hürde für bayerische Dienstleister im EU-Binnenmarkt. Als Hilfe hierfür haben die bayerischen IHKs unter der Federführung der IHK München und in ‎Zusammenarbeit mit den Deutschen Auslandshandelskammern die Internetplattform www.dienstleistungskompass.de freigeschaltet. Auf dieser Internetseite erfahren bayerische Firmen alles, was in der Praxis zu beachten ist. Fallbeispiele, ‎Erklärungen und Tipps machen die Entsendung von Mitarbeitern einfach. ‎Ergänzend hierzu fand eine IHK-Workshop-Reihe zu folgenden Ländern statt: Finnland, Norwegen, Schweden, Spanien, Schweiz, Frankreich, Italien und Dänemark.

IHK Service: Wertvolle Hilfe für das Auslandsgeschäft

Neben Großveranstaltungen, Messebeteiligungen und Delegationsreisen unterstützt die IHK mit ihrem Service täglich das Auslandsgeschäft ihrer Mitgliedsunternehmen. Dazu gehören Beratung und Information zu folgenden Themen: ‎Länder und Märkte,‎ Export und Import von Waren und Dienstleistungen, Zoll- und Außenwirtschaftsrecht,‎ Hinweise zur Vertragsgestaltung und zum anwendbaren Recht, Bescheinigungen im Auslandsgeschäft, Nebenabgaben und Verbrauchssteuer, Grenzüberschreitendes Umsatzsteuerrecht sowie Finanzierungsmöglichkeiten und Förderinstrumente. ‎

Exporttag Bayern 2017‎

Eine bundesweit einzigartige Fülle an Außenwirtschaft-Informationen: Beim Exporttag Bayern ‎‎2017 am 23. November berieten Experten der Deutschen ‎Auslandshandelskammern (AHKs) aus über 60 Ländern die Exportfragen der Unternehmer in vorab ‎terminierten Einzelberatungen. Ergänzt wurden die Beratungen durch Fachvorträge. Die Teilnehmer konnten sich zudem an den Info-Ständen von Dienstleistern der ‎Außenwirtschaft über das jeweilige Service-Angebot informieren. Im Fokus standen Fragen zu den Themen: Geschäfts- und ‎Investitionsmöglichkeiten, Marktstrukturen und Branchenentwicklungen, ‎Kooperations- und Vertriebspartnersuche sowie Firmengründung im Ausland.‎ Der Exporttag erwies sich erneut als Besuchermagnet mit rund 250 Teilnehmern.

Bayerische IHKs zeigen in Brüssel Flagge

Wer auf die EU-Politik im Interesse des Mittelstandes Einfluss nehmen will, muss auch in Brüssel Flagge zeigen: Auf Basis dieser Erkenntnis haben die bayerischen IHKs Diskussionsrunden in der Brüsseler Vertretung des Freistaates Bayern ‎organisiert. Die Themen: KMU-Finanzierung, nachhaltiger und fairer Handel, Industrie 4.0, ‎Datenschutz, Dienstleistungsexport und Energiedialog.

Zollforum Bayern 2017 mit Schwerpunkt Digitalisierung

Über Änderungen im Zollrecht und Außenwirtschaftsrecht Bescheid wissen – das ist Pflicht für die vielen international aktiven Firmen Bayerns. Entsprechend hoch war das Interesse am „Zollforum Bayern 2017“. Die Veranstaltung wurde am 12. Juli in Nürnberg und am 13. Juli 2017 in München angeboten. Neben der Information dienten beide Veranstaltungen auch dem Dialog zwischen Zollverwaltung und Wirtschaft. Inhaltlich stand das Ganze unter dem Slogan „Zoll digital“. Zudem wurden auch die „Dauerbrenner“ Präferenzrecht und Exportkontrolle behandelt. Wirtschaftsforum

Cyberkriminalität

Es war die gute Nachricht der Veranstaltung: Regierung, Polizei, Justiz und Wirtschaft setzen auf Teamarbeit, um Bayerns Firmen besser zu schützen. Insofern sorgte das „Wirtschaftsforum Cyberkriminalität: Risiken im internationalen Geschäft“ am 18. Juli in der Münchner IHK Akademie für Zuversicht. Gleichzeitig mahnten die Referenten Mittelständler zur Vorsicht: Wer international aktiv ist, sei für Attacken besonders anfällig – wegen den Datentransfers, ungesicherten Mobil-Verbindungen und den vielen Firmentöchtern, in denen es Mitarbeitern oft schwer falle, falsche Mails zu erkennen. Zudem sei die Täterverfolgung im Ausland kaum möglich. Wer in USA/Kanada, China und Russland Geschäfte mache, habe ein großes Risiko, Opfer einer Cyber-Attacke zu werden.

Vollversammlung verabschiedet Brexit-Stellungnahme

Die Vollversammlung der IHK für München und Oberbayern hat sich in ihrer Sitzung am 5. Dezember 2017 für schnelle Brexit-Verhandlungen ausgesprochen. „Die politische und rechtliche Unsicherheit durch den Brexit ist Gift für die Wirtschaft und wirkt sich negativ auf die bayerisch-britischen Handels- und Investitionsbeziehungen aus“, heißt es in der verabschiedeten Stellungnahme zum Brexit. Das höchste IHK-Entscheidungsgremium stellte sich auch einstimmig hinter die Forderung, dass die Brexit-Verhandlungen seitens der EU mit Augenmaß geführt werden müssten, damit der Zusammenhalt der übrigen EU-Mitgliedsstaaten nicht gefährdet wird. „Eine Schwächung des europäischen Binnenmarkts würde den wirtschaftlichen Wohlstand in der EU gefährden“, warnt die IHK in dem Papier.

Frankreich nach der Wahl: Hoffen auf Macron

Schon vor seinem Amtsantritt hat sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron um Europa verdient gemacht – in dem er mit seinem Wahlsieg den Albtraum Marine Le Pen verhindert hat. Das war das Fazit der Veranstaltung „Frankreich nach der Wahl – was sind die Folgen für die bayerisch-französischen Beziehungen?“ am 12. Mai in der IHK. IHK, das französische Generalkonsulat und Business France hatten zum Diskussionsabend geladen. Knapp 70 Teilnehmer kamen. Frankreichs Generalkonsul Jean-Claude Brunet erklärte, schon vor dem Wahlsieg Macrons habe sich in Frankreich viel getan. Nun habe man die Chance, Frankreich und Europa voranzubringen. „Wir sind bereit“, betonte Brunet. Frankreich suche den Anschluss an Bayern – mit Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen, Eliteuniversitäten, Konzernen, Mittelständlern und Start-ups.

Top-Veranstaltung in Brüssel: Dienstleistungsverkehr im Binnenmarkt

Für Dienstleister ist der EU-Binnenmarkt bislang nur ein großes Versprechen – das war das Fazit der Großveranstaltung „Dienstleistungsverkehr im Binnenmarkt: Wie viel Bürokratie braucht ein fairer Wettbewerb?“ Bayerische IHKs, das Enterprise Europe Network (EEN), die EU-Kommission und die WKÖ hatten dazu am 9. November in der Brüsseler Vertretung des Freistaats Bayern geladen. Michael Möschel, Transportunternehmer und Vizepräsident der IHK für Oberfranken Bayreuth, klagte über „Protektionismus pur“. Manfred Gößl, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern, betonte, man brauche eine bessere Balance zwischen der Freiheit im Binnenmarkt und legitimer Regulierung der Mitgliedstaaten. „Unsere Unternehmen wollen Erleichterungen“, machte Gößl klar. Dies gelte insbesondere für die Mitarbeiterentsendung. Die Idee eines Dienstleistungsausweises könnte die Lösung sein. Allerdings warnte Gößl davor, dieses Instrument als Einladung zu noch mehr Bürokratie zu missbrauchen.

Tatarstan: Präsident Rustam Minnichanow wirbt um bayerische Firmen

Rustam Minnichanow, Präsident der Republik Tatarstan, war am 19. September mit großer Entourage in die IHK für München und Oberbayern gekommen. Sein Ziel war, an Ort und Stelle „Deals“ zu machen. Tatarstan ist eine autonome Republik des europäischen Russlands. Wolfgang Hastenpflug, stellvertretender Vorsitzender des IHK-Außenwirtschaftsausschusses, sagte, für Bayerns Firmen könnte sich ein Engagement in Tatarstan lohnen. Für Tatarstan sprechen das hohe Bildungsniveau der knapp 4 Millionen Einwohner, große Öl- und Gasvorkommen, eine starke Petrochemie, eine wirtschaftsfreundliche Regierung sowie die besten Investitionsbedingungen Russlands. Besonders attraktiv ist eine Sonderwirtschaftszone, in der Unternehmen fast keine Steuern bezahlen. Breitbandversorgung und E-Government-Angebot der Republik sind besser als in den meisten EU-Staaten.

IHK-Delegationsreise ins Silicon Valley

Anschauungsunterricht für das, was Startups in den USA so erfolgreich macht, bot Anfang November eine Delegationsreise ins Silicon Valley. Veranstalter war die IHK für München und Oberbayern in Zusammenarbeit mit der German American Chamber of Commerce (AHK). Die Teilnehmer erhielten Einblicke in die Welt der Künstlichen Intelligenz, der App-Entwicklung, des 3D-Drucks und des autonomen Fahrens. Die wesentlichen Unterschiede zur bayerischen Gründerwelt: Das „Tal“ schwimmt im Wagniskapital, Datenschutz ist kein Thema und Ideen werden rasend schnell in neue Geschäftsmodelle umgesetzt.

Veranstaltung mit Frankreichs Botschafterin Anne-Marie Descôtes

Frankreichs Botschafterin Anne-Marie Descôtes war am 29. November in die IHK gekommen, um für die Reformpolitik ihres Staatspräsidenten Emmanuel Macron zu werben. Ihre Warnung: Ohne mehr Integration wird Europa im Wettbewerb gegen China und die USA untergehen. Descôtes plädierte für ein Europa der zwei Geschwindigkeiten. Das „deutsch-französische Paar“ müsse vorangehen. Macron hat sehr konkrete Vorschläge für die Neugründung Europas auf den Tisch gelegt: Bankenunion, Kapitalmarktunion, Ausbau des Europäischen Stabilitätsmechanismus und ein eigenes Budget für die Euro-Zone. Frankreich bietet Deutschland die Zusammenarbeit auf allen Ebenen an: bei Studentenaustausch, Gründerförderung, Forschung, Entwicklung und Digitalisierung sowie grenzüberschreitender Zusammenarbeit mittelständischer Unternehmen.