IHK Veranstaltungsrückblick 12.03.2020

Peter Altmaier bei der 2. Ausgabe der Munic Economic Debates

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2. Ausgabe der Munic Economic Debates: Bundesminister Altmaier sprach vor 120 Gästen in der IHK über Corona und globalen Innovationswettlauf.

Peter Altmaier: ‎„Wir werden alles Nötige ‎tun“‎

Er hat getan, was in Krisentagen Vertrauen schafft: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat am 11. März im Atrium der IHK München einen souveränen Auftritt hingelegt. Altmaier war für die zweite Ausgabe der Munic Economic Debates geladen, einer neuen Reihe von ifo Institut und der SZ-Wirtschaftsredaktion. Die IHK fungierte erneut als Gastgeber und Kooperationspartner.

Die Debatte stand unter dem Slogan „Innovationsstandort Deutschland – in einem starken Europa“, aber natürlich ging es auch um Corona. Die gut 120 Teilnehmer im Atrium wollten dringlich wissen, mit welchen Schritten die Bundesregierung einen drohenden Absturz der Wirtschaft verhindern will. Altmaier unterstrich das Wording von Kanzlerin Angela Merkel. „Wir werden alles Nötige tun“, sagte der Minister.

Was Altmeiers Auftritt besondere Brisanz verlieh: Zuvor hatte ifo-Präsident Prof. Clemens Fuest, einer der Veranstalter, mit sechs weiteren Ökonomen in Berlin „mehr Krisenhilfen“ von der Bundesregierung gefordert.

Vor Altmaiers Rede tagten die Hauptgeschäftsführer der bayerischen IHKs (BIHK). Das Fazit fasste BIHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl in der Debatte in einer Wortmeldung zusammen. Er forderte von der Bundesregierung noch in dieser Woche die Stundung der Steuerschuld bis Ende Mai für Betriebe, die Opfer der Coronakrise seien. „Es geht jetzt wirklich ums Überleben“, betonte Gößl. Das müsse der Fiskus auch bei der Verzinsung der Steuerstundung berücksichtigen.

Altmaier stellte klar: Die Bundesregierung handelt. Die Frage der Verzinsung habe man auf dem Schirm. Er selbst habe einen „Drei-Stufen-Plan“ auf den Tisch gelegt, der etwa Kreditprogramme für an sich gesunde, aber jetzt angeschlagene Firmen vorsehe. Als „last remedy“ müsse man auch erwägen, dass sich der Bund bei „Unternehmen von strategischer Bedeutung“ direkt beteilige. Altmaier kündigte noch für die laufende Woche weitere konjunkturelle und strukturelle Maßnahmen an. Im Detail werde er das mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) vorstellen. Altmaier erklärte, Parteipolitik spiele im Krisenmodus ohnehin keine Rolle.